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Armut im Silicon Valley: Jeder Vierte von Hunger bedroht

(Shutterstock / Yulia Grigoryeva)

Das „Silicon-Valley-Paradox“ nennt eine neue Studie den Umstand, dass in dem Tal der Tech-Milliardäre viele Menschen vom Hunger bedroht sind. Hauptgrund: die hohen Lebenskosten.

Silicon Valley: Hohes Hunger-Risiko in reicher Gegend

Obwohl das Silicon Valley als eines der reichsten Gebiete der Welt gilt, ist das Hunger-Risiko dort alarmierend hoch, wie eine neue Studie der Second Harvest Food Bank ergeben hat. Mehr als ein Viertel (26,8 Prozent) der Menschen – immerhin über 700.000 –, die in der Nähe der großen Tech-Konzerne wie Youtube, Facebook, Google, Yahoo, Apple oder Ebay wohnen, können es sich demnach nicht mehr leisten, sich ausreichend zu ernähren, wie der britische Guardian berichtet.

So hoch ist das Hunger-Risiko im Silicon Valley. (Grafik: Guardian, Second Harvest Food Bank/Hall & Partners)

Dieser Teil der Silcon-Valley-Bewohner müsse auf Mahlzeiten verzichten, auf staatliche Essensmarken zurückgreifen oder sich Geld borgen beziehungsweise das Zahlen von Rechnungen aufschieben, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Fast ein Viertel der Betroffenen seien Familien mit Kindern, heißt es in der Studie. „Wir nennen es das ,Silicon-Valley-Paradox‘“, lässt sich Steve Brennan, Marketing-Direktor von Second Harvest, einer Einrichtung, die mit den Tafeln hierzulande vergleichbar ist, im Guardian zitieren.

Schließlich werde gerade im Silicon Valley Wert auf eine hochwertige und kostspielige Esskultur gelegt. In einem japanischen Restaurant etwa können Manager und Firmenchefs für bis zu 600 US-Dollar pro Menü unter anderem mit echtem Gold gesprenkeltes Fleisch essen. Ein Feinschmeckerbrot geht schon mal für 29 Dollar über die Ladentheke. Auf der anderen Seite bekommen die Mitarbeiter bei vielen der Tech-Riesen kostenlose Mahlzeiten – allerdings kaum die Angehörigen etwa der Küchenhilfen, wie es in dem Bericht unter Berufung auf das Beispiel einer Kantinenkraft in der Facebook-Caféteria heißt.

Silicon Valley: Tech-Firmen boomen, Mieten steigen

Das Problem: Mit dem Boom der Tech-Firmen in der Gegend sind die Lebenshaltungskosten für die Bewohner enorm gestiegen. Seit dem Ende der Rezession und trotz oder gerade wegen der Erholung der Tech-Wirtschaft im Silicon Valley ist die Nachfrage nach den Angeboten der Second Harvest Food Bank um 46 Prozent gestiegen. Allein in San Jose, der größten Stadt in der Gegend, gibt es 4.000 Obdachlose. Im Bezirk Santa Clara ist der durchschnittliche Preis für ein Haus auf über 1,1 Millionen Dollar gestiegen.

Samsungs Silicon-Valley-Campus

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Zur Einordnung: Eine vierköpfige Familie mit einem Einkommen von 105.000 Dollar zählt laut einem Bericht der US-Zeitung Mercury News vom April dieses Jahre in den Counties San Francisco und San Mateo schon zu den Geringverdienern. Dabei beträgt das Durchschnittseinkommen in diesen Bezirken rund 115.000 Dollar. Das Dilemma hat dazu geführt, dass Tech-Firmen jetzt schon damit beginnen, eigene Wohnblöcke zu errichten, damit Angestellte wir Hausmeister, Putzkräfte oder Köche überhaupt in der Nähe wohnen können, wie Winfuture.de schreibt.

Interessant in diesem Zusammenhang: Viel Geld, wenig Rückhalt – Ist die Schonfrist für das Silicon Valley vorbei? und Die 4 Krisen des Silicon Valley

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