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„Notwendiger Auftakt“: Apple bestätigt, dass Regierungen Bürger über Pushnachrichten ausspionieren

Ein US-Senator hat sich mit einem offenen Brief an das Justizministerium gewandt, um gegen das Ausspionieren von Smartphone-User:innen über Pushnachrichten vorzugehen. Apple und Google wollen jetzt auch ihr Schweigen brechen.

Von Christian Weindl
2 Min.
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Pushnachrichten beinhalten teilweise sensible Daten, die offenbar von verschiedenen Regierungen zur Überwachung genutzt wurden. (Foto: McLittle Stock / Shuttertock)

Wie aus einem offenen Brief des US-Senators Ron Wyden von der Demokratischen Partei hervorgeht, haben offenbar nicht weiter genannte Regierungen Pushnachrichten auf Smartphones dazu benutzt, um Bürger:innen zu überwachen. Vielen Anwender:innen ist nicht bewusst, welch immenses Datenleck die unscheinbaren Pushbenachrichtigungen darstellen.

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US-Regierung und Verbündete nutzen Metadaten aus Pushnachrichten zur Überwachung

Laut Reuters stützt sich Wyden bei seiner Anfrage auf einen „Tipp“. Er fordert das Justizministerium in seinem Brief dazu auf, den Weg frei zu machen, um öffentlich über dieses Vorgehen diskutieren zu können.

Reuters beruft sich außerdem auf eine anonyme Quelle, die erklärt, dass sowohl die US-Regierung als auch mit ihr verbündete Staaten Metadaten von Google und Apple eingefordert hätten, die von den Tech-Konzernen zuvor über Pushnachrichten gesammelt worden waren.

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Diese Methode werde zum Beispiel genutzt, um anonyme Messenger-Nutzer:innen mit Apple- oder Google-Konten in Verbindung zu bringen und sie dadurch zu identifizieren.

Fast alle Pushnachrichten laufen über Google- oder Apple-Server

Fast alle Smartphone-User:innen nutzen für diverse Apps Pushbenachrichtigungen – wenn man zum Beispiel eine neue Nachricht bei Whatsapp erhält, wenn ein Nachrichtenkanal eine Eilmeldung herausgibt oder wenn eine Sport-App dazu auffordert, ein Glas Wasser zu trinken.

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Das Problem an diesen unscheinbaren Nachrichten: Die meisten von ihnen laufen über die Server von Apple oder Google. Das bringt die Unternehmen laut Wydens Brief „in die einzigartige Position, Überwachungen für Regierungen darüber durchzuführen, wie User:innen verschiedene Apps nutzen“.

Die Unternehmen und Regierungen können so zwar nicht den Inhalt von Ende-zu-Ende-verschlüsselten Nachrichten lesen, aber die dabei übermittelten Metadaten wie IP-Adressen und Ähnliches können trotzdem sensible Informationen enthalten.

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Apple fordert deshalb App-Entwickler schon seit Längerem dazu auf, die Daten in Pushnachrichten zu verschlüsseln.

Apple: US-Regierung hat verboten, über Vorgehen zu sprechen

Apple und Google, die diese Daten zuvor bereitwillig gesammelt haben, wollen jetzt ihr Schweigen brechen. In einem Statement gegenüber Reuters bezeichnet Apple Wydens Brief als „notwendigen Auftakt“, um über das Thema zu sprechen und weitere Details zu teilen.

Zuvor habe die US-Regierung dies untersagt. Auch Google hat sich bereit erklärt, Anwender:innen über dieses Vorgehen aufzuklären.

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Wie lange die Regierungen das Ausspionieren über Pushnachrichten schon praktizieren, ist bislang nicht bekannt. Das US-Justizministerium hat sich bislang nicht zur Sache geäußert.

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