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Software & Infrastruktur

Parse: Der Backend-as-a-Service-Anbieter im t3n-Test

Parse ist ein BaaS-Anbieter, der zu Facebook gehört. (Screenshot: Parse)

App-Entwickler benötigen immer häufiger auch eine Server-Infrastruktur. Anstatt alles selbst zu machen, kann man „Backend-as-a-Service“-Anbieter wie Parse nutzen. Der Service macht den Anfang einer Serie, in der wir euch die wichtigsten Anbieter vorstellen.

Viele App-Entwickler stehen irgendwann vor dem Problem, Daten im Internet speichern zu müssen. Natürlich kann man da einen eigenen Server aufsetzen und ein Backend programmieren. Oft unterschätzen Entwickler aber den Aufwand, den die Entwicklung des Backends und insbesondere die Serverwartung mit sich bringen. Sollte die eigene App erfolgreich werden, muss man skalieren – und das ist nicht einfach. Nicht umsonst haben Firmen extra Mitarbeiter oder ganze Abteilungen für die Serverwartung. Wenn man aber alleine ist oder nur ein kleines Team hat, ist das problematisch. Die Zeit, die man zur Serverwartung aufwendet, fehlt dann bei der Entwicklung der App. Und natürlich verursachen eigene Server auch Kosten, die man nicht unterschätzen sollte.

Grafik: Jan Heidemann
Wir nehmen für euch Backend-as-a-Service-Anbieter unter die Lupe. Teil 1: Parse. (Grafik: Jan Heidemann)

Die einfachste Lösung ist, so etwas wie Apples iCloud zu verwenden. Doch leider funktioniert das nicht immer zuverlässig. Dazu kommt der wohl größte Nachteil: Man kommt nur mit iOS und Mac OS X an seine Daten. Hier kommen nun „Backend-as-a-Service“-Dienste (BaaS) ins Spiel. Hier kümmert sich eine externe Firma um die ganze Technik – wartet also die Server, stellt eine API bereit und skaliert automatisch mit.

Im besten Fall ist der Dienst plattformunabhängig und lässt sich mit allen Systemen (zum Beispiel iOS, Android, Windows Phone, REST) nutzen. Ich möchte in dieser Serie daher verschiedene BaaS-Anbieter vorstellen und vergleichen. Heute geht es um Parse. Parse ist ein Startup aus New York, das sich zum Ziel gesetzt hat, das komplette Backend für mobile Apps anzubieten. Im April 2013 wurde Parse von Facebook übernommen, wobei das Soziale Netzwerk allerdings versprochen hat, dass alles beim Alten bleibt. Parse besitzt keine eigene Server-Infrastruktur, sondern benutzt Amazons „Elastic Computation Cloud“ (EC2) mit Servern in den USA. Vielleicht wird das im Zuge der Übernahme umgestellt auf Facebooks eigene Server, das aber dürfte in jedem Fall noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Der Key-Value-Store von Parse

Basis von Parse ist ein einfacher Key-Value-Store. Entwickler können dort aber auch Relationen definieren und komplexe Queries formulieren. Einzelne Objekte sind mittels ACLs (Access Control Lists) geschützt und nur für bestimmte Nutzer zugänglich. So lassen sich auch einfach Daten zwischen unterschiedlichen Nutzern austauschen, indem die ACLs entsprechend gesetzt werden. Ein großer Vorteil gegenüber iCloud.

Abgesehen von simplem Text (Parse sagt, alles was sich als JSON verpacken lässt, kann gespeichert werden) können auch Dateien bei Parse abgelegt werden. Allerdings ist der Platz in der kostenlosen Version auf ein Gigabyte beschränkt. Alternativ können Nutzer aber auch zum Beispiel Bilder in der Datenbank speichern. Das hat den Vorteil, dass diese nicht von dem einen Gigabyte abgezogen werden, da der Datenbankplatz unbegrenzt ist.

Um ein Objekt zu speichern ist nur folgender Code (Objectice-C) notwendig:

PFObject *rating = [PFObject objectWithClassName:@"Rating"];
[rating setObject:[NSNumber numberWithInt:1] forKey:@"stars"];
[rating saveInBackground];

oder wer kein Objective-C kann, hier die Android (Java)-Version:

ParseObject rating = new ParseObject("Rating");
rating.put("stars", 1);
rating.saveInBackground();

Zum Debuggen und Ansehen/Ändern der gespeicherten Daten gibt es eine Weboberfläche.

Parse Data Browser
So sieht der „Parse Data Browser“ aus. (Screenshot: Parse)

Parse kann auch Push-Nachrichten

Zusätzlich zur Datenspeicherung bietet Parse auch das Versenden von Push-Nachrichten an. Das funktioniert mit iOS, Android und Windows Phone. Die Nachrichten lassen sich über die Webseite oder die API versenden, wobei Parse zwischen allen Nutzern einer App, einer Teilgruppe (sogenannten Channels) und einem spezifischen Nutzer unterscheidet, denen man Push-Nachrichten schicken kann. Denkbar wären etwa in einer News-App verschiedene Rubriken als Channels abonnierbar zu machen. Serverseitig schickt man nun die Push-Nachrichten über die entsprechenden Channels und Parse erledigt den Rest automatisch.

Man kann auch die Plattform auswählen und so zum Beispiel nur Nachrichten an Windows-Phones schicken. In der Pro-Version kann das noch spezifischer eingestellt werden. Man kann auch eine Lebensdauer einer Push-Nachricht festlegen. Ist der Client während dieser Zeitspanne nicht erreichbar, wird die Nachricht verworfen und nie zugestellt.

Parse Push Nachrichten Konsole
Die Push-Nachrichten-Konsole von Parse. (Screenshot: Parse)

Als kostenpflichtiges Upgrade bietet Parse auch das zeitversetzte Senden der Push-Nachrichten über die Webseite an. Sogar mit Zeitzonenunterstützung (Beispie: Sende eine Nachricht an alle um 10 Uhr lokaler Ortszeit). Allerdings lässt sich das auch über die API lösen, in dem man sein externes Kommando erst zu einer definierten Zeit die API-Anfrage senden lässt.

Bei jedem Parse-Zugang dabei ist eine Statistik, die zeigt, wie oft die App geöffnet wurde. Kostenpflichtig gibt es auch noch Analysen – beispielsweise über die Aufrufe der Push-Nachrichten.

Parse Statistiken
Parse bietet etliche Statistiken an. (Screenshot: Parse)

Auf der nächsten Seite lest ihr, wie ihr  mit Parse ganz einfach Logins realisieren könnt und was die Server-Code-Laufzeitumgebung Cloud Code kann.

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3 Reaktionen
tiptronic

Könntet ihr den Artikeln eigentlich ein Datum anfügen? Ich bin auf diese Seite via Google gestoßen - und man hat keine Ahnung wie alt der Artikel eigentlich ist (nur auf der ersten Seite steht das, oder?)

Antworten
Sebastian Düvel

Ja, das steht nur auf der ersten Seite oben rechts unter der Autoreninfo.

Antworten
Mario Janschitz

5 Sterne von mir!

Antworten

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