Anzeige
Anzeige
Tool-Tipp

Kostenlose Bewerbungsfotos: Diese KI-App erstellt dir Bilder im Handumdrehen

Generative KI ist in aller Munde. Die Remini-App generiert Bewerbungsfotos per Klick auf Basis alter Smartphone-Bilder. Der Hype um die Anwendung löst jedoch auch Kritik aus. Ein Selbsttest.

4 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige
Bewerbungsfotos per KI – wie gut ist Remini? (Foto: Nazar Kantora/Shutterstock)

Nicht selten startet ein Jobtrend auf Tiktok und sorgt für Wirbel auf Linkedin – so auch in diesem Fall. Die Rede ist von der KI-App Remini, die aus alten Fotos auf dem Smartphone im Handumdrehen neue Bewerbungsfotos für den Lebenslauf generiert. Die Tiktokerin Gracesplace hat es in einem Clip für ihre Follower vorgemacht und binnen weniger Tage über 50 Millionen Aufrufe generiert. Der Hashtag #Remini brachte es sogar auf 1,4 Milliarden Aufrufe. Zwischenzeitlich schaffte es die Remini-App auf Platz 1 im Apple-App-Store.

Anzeige
Anzeige

Natürlich lassen sich KI-generierte Bilder nicht nur für den Lebenslauf verwenden, auch auf dem Karrierenetzwerk Linkedin nutzen Anwenderinnen und Anwender diese Bilder für Postings aller Art. Und somit ist der Tiktok-Trend geradewegs auf das berufliche Social Network übergesprungen. Doch wie funktioniert die Anwendung? Was passiert mit den Bildern? Und können Berufstätige künftig wirklich teures Geld für einen professionellen Fotografen sparen? In einem Selbsttest ist t3n.de diesen Fragen nachgegangen.

Remini-App: Bewerbungsfotos per KI

Remini-App: Bild-KI generiert Bewerbungsbilder in Handumdrehen. (Foto: privat/Remini)

Hinter Remini steckt Bending Spoons. Das Unternehmen stammt aus Italien und hat eine Vielzahl an Bild- und Video-Apps im Portfolio, die mit generativer KI arbeiten. Die Entwicklerschmiede verspricht viel: „The only photo and video enhancer you’ll ever need“ prangt auf der dazugehörigen Website. Übersetzt bedeutet das, dass Nutzerinnen und Nutzer keine andere Bild-KI mehr benötigen werden. Möglich sei das „durch transformative Technologie, die qualitativ minderwertigen Inhalten ein atemberaubendes HD-Upgrade“ gibt.

Anzeige
Anzeige

Wer die App herunterlädt, füttert die Remini-KI zunächst mit zwölf Fotos vom eigenen Smartphone und wählt anschließend im „AI-Fotos“-Bereich ein Modellthema aus – dazu zählen Kategorien wie Trendy, Asthetic sowie Curriculum, die sich in der ein oder anderen Ausfertigung allesamt für Bewerbungsfotos eignen. Die KI-Personen stehen vor Bücherregalen oder in Bürogebäuden. Wer ruhigere Szenerien möchte, kann auch simple Farbhintergründe wählen. Die wirken wenig dramatisch auf Betrachtende.

Nutzerinnen und Nutzer können zunächst auf eine kostenlose Testversion zurückgreifen, die jedoch nach zehn Tagen endet und dann automatisch Geld kostet. Der Standardtarif beläuft sich auf zehn Euro pro Woche. Wer ein Jahresabo abschließt, kann sparen. In dem Fall sind es 3,50 Euro pro Woche. Wer nach der Testversion von dem Bezahlabo zurücktreten möchte, kann in den Einstellungen des Smartphones kündigen. Beim iPhone befindet sich die Funktion in den Einstellungen hinter der Apple-ID im Menüpunkt Abonnements.

Anzeige
Anzeige

Die Ergebnisse können sich indes sehen lassen, jedoch ist für das bloße Auge sofort sichtbar, dass es sich nicht um fotorealistisches, sondern eindeutig KI-generiertes Material handelt. Eine Info, die bezüglich generativer künstlicher Intelligenz nicht immer ganz klar ist. Wer beispielsweise mithilfe kluger Prompts ein Bewerbungsschreiben von ChatGPT verfasst, ist ohne großen Nachbereitungsaufwand schon in der Lage, HR-Verantwortliche im Zweifel darüber zu lassen. Bei Remini ist die KI bis dato noch ziemlich offensichtlich.

Remini-App: KI-Bilder offenbaren Fehler bei Ganzkörperaufnahmen. (Foto: Remini)

Was sofort auffällt: Die KI-Anwendung erstellt problemlos Porträtbilder, jedoch hat sie große Schwierigkeiten, fehlerfreie Ganzkörperaufnahmen zu generieren. Vor allem die Proportionen von Händen und Armen ist oft verzerrt. Hin und wieder fehlt ein Finger komplett. Das fällt beim oberflächlichen Betrachten nicht gleich auf, wer die Bilder jedoch genauer studiert, findet derartige Makel sofort. Auch das ist ein Grund, warum sich zumindest aktuell doch noch eher ein Fotoshooting bei einer Fotografin beziehungsweise einem Fotografen lohnt.

Anzeige
Anzeige

KI-App Remini nicht ganz kritikfrei

Und auch sonst muss sich Remini ein paar Kritikpunkten stellen: Datenschutztechnisch hält sich Bending Spoons als europäische Firma an die Datenschutz-Grundverordnung, allerdings speichert sie die Bilder auf den eigenen Servern. Die lokale Bearbeitung auf dem Smartphone ist nicht möglich. Zudem ist die Remini-App gerade in einen Shitstorm geraten, da sie Nutzerinnen übersexualisiert. So kritisiert etwa die Anwenderin Lana Denina auf Tiktok, dass ihre KI-Bilder mit unnötig weitem Ausschnitt generiert wurden.

Derartige Vorwürfe gegenüber künstlicher Intelligenz sind keine Seltenheit. Die KI sei abhängig von den Daten, die in das System eingespeist werden, erklärt die Geschäftsführerin des KI-Bundesverbands, Vanessa Cann. „Sind die Daten bereits mit Vorurteilen behaftet und stellen ein bestimmtes Bild von Frauen dar, wird dieses dem System beigebracht und neu generierte Bilder werden entsprechend dargestellt.“ Auch andere gehypte Foto-Apps wie Lensa AI mussten sich im vergangenen Jahr mit den Anschuldigungen auseinandersetzen.

Bewerbungsfotos wirklich relevant?

In den letzten Jahren ist eine rege Diskussion um das Foto in den Bewerbungsunterlagen entstanden. Vor allem wird sie nicht nur im Zug von Sexismus-, sondern auch Rassismus-Debatten geführt. Diversity-Manager kritisieren, dass es aufgrund des Aussehens und damit verbundenen Assoziationen zu Diskriminierungen kommt. Deshalb hat der Bundestag 2006 auch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) verabschiedet, wonach Arbeitgeber keine Fotos im Rahmen von Bewerbungen verlangen dürfen.

Anzeige
Anzeige

In der Praxis bleiben sie trotzdem Standard. Eine Umfrage des Staufenbiel Instituts zeigt, dass 82 Prozent der befragten Unternehmen eine Bewerbung erst mit einem Foto als komplett empfinden. Lediglich zehn Prozent bevorzugten Unterlagen ohne ein Bewerbungsfoto der Kandidatin oder des Kandidaten. Dementgegen steht eine Joblift-Umfrage: 37 Prozent der Berufstätigen sind der Meinung, man könne auf ein Bewerbungsfoto verzichten. Mit 52 Prozent sind Fotos vor allem bei Berufsanfängern unbeliebt.

Wer die Remini-App selbst testen möchte, findet sie hier:

In eigener Sache: In unserem t3n-Guide lernst du, welche Kraft Personal Branding auf Linkedin für dein Unternehmen entwickeln kann und wie du dein persönliches Linkedin-Profil fit machst. Lerne mehr für deinen Job! Hier geht’s zum Shop.

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen bei der Karriere

Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen bei der Karriere Quelle: Mockuphone
Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
3 Kommentare
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Alexander Kalinowski

9,99 € / Woche für die Pro-Version ist alles andere als „kostenlos“. Genau diese Version wird gebraucht, um Bewerbungsfotos erstellen zu können.
Installiert, angeschaut, gelöscht.

Antworten
Sparfuchs

Du musst keinen Cent bezahlen und auch nicht die Testwoche nutzen. Immer wenn das Fenster aufploppt, einfach schließen und dann gehts weiter.

Antworten
Markus

Bending Spoons sind doch die, die gerade Evernote den Todesstoß versetzen?

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige