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Ratgeber

Bewerbung: Nur ein kleiner Trick, von dem jedes Anschreiben profitiert

Personaler lesen oft hunderte Anschreiben. (Foto: Shutterstock-Crystal Eye Studio)

Personaler lesen oft Hunderte Anschreiben. Es gibt einen Trick, sie spannender zu formulieren. Davon profitiert jeden Bewerbung, verrät Karriere-Redakteur Andreas Weck.

Es gibt im Journalismus eine goldene Regel, was gute Texte betrifft: Der erste Satz muss knallen! Das bedeutet im Grunde, dass der Leser vermutlich schnell aussteigen wird, wenn der erste Satz nicht spannend formuliert ist – mindestens gedanklich. Auch in Personalabteilungen kennt man das. Viele HR-Verantwortliche nicken jetzt eifrig. Denn auch Personaler bekommen teilweise viele Hundert Anschreiben auf eine ausgeschriebene Stelle und lesen unzählige Male standardisierte Formulierungen wie: „Hiermit möchte ich mich bewerben.“ Das ist soweit auch ok, mit dem Einleitungssatz steht und fällt mit Sicherheit nicht die Bewerbung, jedoch lassen Jobsuchende hier Potenzial liegen, um sich abzuheben.

Anschreiben formulieren: Lieber weg von der Phrasendrescherei!

Anschreiben formulieren: Schon mit dem ersten Satz mehr Interesse wecken. (Foto: Shutterstock-FS Stock)

Grundsätzlich gilt bei Bewerbungen nämlich: Wer nicht aus der Masse heraussticht, der wird ganz einfach untergehen. Und gerade das Anschreiben ist dafür da, einen ersten Eindruck von der Person zu bekommen. Wie beschreibt sie sich selber? Wie leidenschaftlich spricht sie über die Stelle? Aber auch: Wie formuliert sie? Anstatt zu schreiben, dass ein Bewerber sich mit dem Anschreiben auf die ausgeschriebene Stelle bewerben will, können Jobsuchende hier mit einem überraschenden Satz die Aufmerksamkeit des Lesers erhöhen. Dass eine Person sich bewerben will, sollte klar sein. Ansonsten würden die Bewerbungsunterlagen ja nicht auf dem Tisch des Personalers liegen, oder?

„Je nach Branche und Arbeitgeber können Bewerber mal klassischer und mal freier formulieren.“

Der erste Satz könnte beispielsweise auf aktuelle Szenarien wie die derzeitige Entwicklung des Unternehmens eingehen: „Mit Spannung habe ich gehört, dass ihr ein neues Büro in Köln eröffnet!“ Eine weitere Möglichkeit könnte aber auch der neue Web-Auftritt sein: „Ein Bekannter hat mir von eurer gelungenen neuen Website erzählt. Als ich sie mir anschauen wollte, bin ich auf eure Stellenausschreibungen aufmerksam geworden.“ Ebenfalls eine Option wäre, zu erklären, warum das Unternehmen so attraktiv ist: „Ich hab vor einigen Wochen euren CEO auf einer Konferenz sprechen gehört und konnte mir da ein ziemlich gutes Bild von der Unternehmenskultur machen.“

Je nach Branche und Arbeitgeber können Bewerber mal klassischer und mal freier formulieren. Ein weiterer Tipp aus der Journalistenschule lautet übrigens: je kürzer und prägnanter der erste Satz desto besser. Lange Schachtelsätze zeichnen nicht den besten Einstieg aus. Extrem lange Sätze sollten lieber mit Punkten in mehrere Sätze geteilt werden. Und: je konkreter und verständlicher desto besser. Insofern könnten auch die oberen Beispiele, die zunächst nur Möglichkeiten aufzeigen sollen, sicherlich noch eingängiger formuliert werden. Etwas länger über den ersten Satz nachzudenken kann sich mit Sicherheit lohnen. Im Zweifel einfach nur, um mit einem Aha-Effekt aufzuwarten.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Viele Informationen in unserem Lebenslauf geben wir nur aus Gewohnheit an oder „weil man das halt so macht“. Das ist nicht immer gut: Wir sagen euch, welche Angaben ihr besser weglasst. Lies auch: Lebenslauf ausmisten – Diese Infos können raus!

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5 Reaktionen
Peter

Ehrlich, wenn jemand erstmal schreibt, wie toll das ihm meist unbekannte Unternehmen sein soll, dann ist das ziemlich mieses bla bla.

"Mit Spannung habe ich gehört.." ist extrem unprofessionell. Was hat man denn mit Spannung gehört? Und woher? Und warum soll das einen Personaler interessieren?

Was einen Personaler interessiert ist, warum ich für die ausgeschriebene Stelle geeignet bin - und nicht die xhundert anderen Bewerber...

Auch der Einstiegssatz "hiermit bewerbe ich mich" ist ein no go und kein Tipp. Das ich mich bewerben will weiß der Personaler spätestens dann, wenn ich dem meine Bewerbung schicke.

Antworten
David

"Mit Spannung habe ich gehört…" gibt es einen Satz, der mehr nach "Aus Bewerbungstipps abgeschrieben" klingt als dieser?

Kommt natürlich alles auf Branche und Unternehmen an.
Die hier genannten "Tricks" halte ich für "common sense", aber wenn es extra so formuliert werden muss, ist das vielleicht doch nicht so selbstverständlich.

Antworten
Tom

Ich finde die Frage nach dem ersten Satz im Anschreiben ziemlich müßig und in sehr vielen Fällen sogar überflüssig.

[Zitat]„Ich hab vor einigen Wochen euren CEO auf einer Konferenz sprechen gehört und konnte mir da ein ziemlich gutes Bild von der Unternehmenskultur machen.“[/Zitat]

Ich stelle mir gerade vor, was passiert, wenn der Bewerbungsgespräche durchführende Mitarbeiter möglicherweise so eine ganz andere Meinung über die Unternehmenskultur hat, als sein CEO. Soll ja vorkommen ... ;)

Ein prägnanter erster Satz ist immer dann besonders sinnvoll, wenn ich damit eine wirklich ernst gemeinte authentische Aussage treffen kann, hinter der ich 100%ig stehe; oder ich gesicherte Informationen einfliessen lasse und damit zeige, dass ich über das durchschnittliche Maß hinaus recherchiert habe. Dann bin ich auf der sicheren Seite, dass mir ebendieser Satz nicht im Vorstellungsgespräch "um die Ohren fliegt".

Lob für die Internetseite des Unternehmens würde ich ausschließlich tätigen, wenn ich tiefergehend argumentieren kann und damit meine Fachkenntnisse jenseits einer Geschmacksfrage damit darstelle. Schlanker Code, priffige Elemente, schnelle Ladezeiten, etc.

In manchen Fällen empfehle ich sogar, den ersten Satz ganz weg zu lassen und direkt mit meinen Inhalten einzusteigen. Schließlich bewirbt sich nicht jeder im Kreativ, Marketing und Führungsbereich.

Antworten
Cornelia Gliem

ganz guter Ratschlag - aber die Beispiel-Sätze sollten schon in korrektem Deutsch formuliert/geschrieben sein: in der Anrede heißt es "Ihr" bzw. "Euer" etc. :-).
...Sonst ist man auch gleich raus beim Personaler.

Antworten
Titus von Unhold

Vor allem weil "Euer" geduzt ist.

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