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Bitcoin-Mining mit Strom aus Erdgaskraftwerk: Umweltschützer:innen alarmiert

Ein US-Erdgaskraftwerk nutzt die dort produzierte Energie, um Bitcoin zu schürfen. Das bringt Monat für Monat Dutzende Millionen US-Dollar. Umweltschützer:innen gefällt das gar nicht.

2 Min. Lesezeit

Bitcoin-Mining-Hardware im Erdgaskraftwerk. (Foto: Greenidge Generation Holdings/Twitter)

Das Schürfen von Kryptowährungen verbraucht viel Energie. Allein der jährliche Stromverbrauch des Bitcoin-Minings entspricht fast dem der Niederlande. Die aktuelle Bitcoin-Rallye sorgt dafür, dass sich das Mining in großem Maßstab trotzdem lohnt. Nach dem Crackdown in China stehen derzeit Kohlekraftwerke in den USA im Visier von Bitcoin-Mining-Unternehmen. Jetzt haben Umweltschutzorganisationen auf ein Erdgaskraftwerk aufmerksam gemacht, das exemplarisch für eine befürchtete Renaissance fossiler Energien steht.

Bitcoin-Mining mit Strom aus Fracking-Erdgas

Das einstige Kohlekraftwerk Greenidge Generation in Dresden, im US-Bundesstaat New York, war zwischen 2014 und 2017 mit zwei Millionen US-Dollar Fördermitteln in ein Erdgaskraftwerk umgebaut worden. Seit rund vier Jahren verbrennt das Kraftwerk aus Fracking gewonnenes Erdgas zur Stromerzeugung. Weil der Energiebedarf in dem Gebiet aber eigentlich gut abgedeckt ist, steckte die Betreiberfirma die selbst produzierte Energie lieber in eine Bitcoin-Mining-Farm, die zudem kontinuierlich ausgebaut wurde.

Laut einem Bericht von ABC News hat das Kraftwerk eine maximale Kapazität von 106 Megawatt. Zuletzt sollen dort 44 Megawatt genutzt worden sein, um insgesamt 15.300 für das Mining bestimmte Computerserver zu betreiben. Das würde normalerweise ausreichen, um 35.000 Haushalte mit Strom zu versorgen, wie ABC News schreibt. Stattdessen sollen in dem Kraftwerk im Zeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September 729 Bitcoin geschürft worden sein. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von rund 62.000 Dollar könnten damit über 45 Millionen Dollar erwirtschaftet worden sein.

Umweltschutzorganisationen sind alarmiert

Umweltschützer:innen schlagen jetzt Alarm. Denn neben allgemein negativen Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß soll das Erdgaskraftwerk auch lokal der Umwelt schaden. So entnimmt das Kraftwerk Kühlwasser aus dem Seneca Lake und speist erwärmtes Wasser wieder in einen nahen Fluss. Auch die Luftverschmutzung bereitet den Organisationen Sorge. Die Betreiberfirma pocht derweil darauf, dass ihr Kraftwerk die Energie CO2-neutral erzeuge. Das allerdings funktioniert nur über den Kauf von entsprechenden Zertifikaten.

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Laut den Umweltschützer:innen gebe es allein im US-Bundesstaat New York 30 Kraftwerke, die sich ebenfalls zum Bitcoin-Mining eignen würden. Gefordert wird daher, dass Gouverneurin Kathy Hochul bestehende Genehmigungen nicht verlängern und neue potenzielle Krypto-Kraftwerke nicht erlauben solle, wie der Standard berichtet. Die Umweltschutzorganisationen verlangen gar einen Stopp der Mining-Aktivitäten.

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8 Kommentare
Ralf B
Ralf B

Wieder so ein FUD Artikel, der das Thema scheinbar absichtlich ins falsche Licht rücken mag.
Warum berichtet ihr nicht neutral, indem ihr bei so einem Thema alle seiten vorab recherchiert, wenn ihr keinen richtigen Plan habt?
Stichwort:
Miner werden genau so bei Kraftwerken angesiedelt, um temporäre überproduzierte Energie in zeiten wo keine Abnehmer da sind abzunehmen

Es werden regenerative energiekraftwerke an stellen in Kombination mit mining abnehmern geschaffen wo sonst ein regeneratives Kraftwerk aufgrund von zu wenig abnehmern in unmittelbarer nähe gar kein sinn machen würde. Ohne die mining Möglichkeit als Ergänzung würden viele solcher nwuen regenerativen kraftwerke gar nucht erst entstehen .
Man kann via miner als stromabnehmer spitzen wie in solar oder windkraft besser kompensieren ohne speichermöglichkeiten mit verlust znd unkosten in dem Maß für überproduziertwn strom schaffwn zu müssen.

Für Gegenargumente gibt es genau so viele für argumente, aber gerne alles schlecht machen, um klicks zu generieren

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Jörn Brien

In diesem Fall stellt sich die Lage eher so dar: In den USA werden stillgelegte Kohlekraftwerke übernommen und aktiviert, um Bitcoin zu minen – zumindest warnen davor die Umweltorganisationen. Dass ein per Fracking-Erdgas betriebenes Kraftwerk, das eigentlich wegen Unrentabilität stillgelegt gehört, zum Mining verwendet wird, kannst du nicht allen Ernstes als regenerativ ansehen. Der Artikel stellt gar nicht in Abrede, dass es andere Möglichkeiten gibt, mit Solarenergie u. Ä. Hier geht es aber vor allem um Profit.

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Dave
Dave

Die Gegenargumente sind reine Augenwischerei. Sie sind einer Lobby aufgesessen. Sorry.

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Mark Ed
Mark Ed

Dieser Fall beweist wieder einmal, dass ein Teil der Menschheit leider sehr krank ist und der Gierigkeit unterlegen ist. Weiterhin keinen Bezug mehr zur Natur hat und jeglicher Realitätssinn verschwunden ist. Die Betreiber solcher Bitcoin Anlagen, sollten sich nur noch mit Bitcoins ernähren –
dann würde es nicht einmal einen Tag dauern bis dieser virtuelle Nonsence und diese immense Verschwendung vorbei wäre! Dass manche Menschen alles machen um ihr Lebensumfeld zu vernichten ist schon strafverdächtig. Kryptowährungen geben dem Kaptialismus noch einen letzten scheinbaren Sinn bevor er sterben wird. Kryptowährungen gehören abgeschafft, bevor sie die Natur abschaffen!

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Niklas Palme
Niklas Palme

Ich würde dir raten dich mit dem Thema auseinanderzusetzen, bevor du so einen Kommentar abgibst. Hätte Bitcoin keinen Nutzen würde ich dir sogar zustimmen.

Warum ich finde, dass Bitcoin einen Nutzen hat:
1) Bitcoin ist ein faires System ohne zentrale Instanz die das System verändern bzw beeinflussen kann, niemand kann einfach Geld nachdrucken und belieb an starke Lobbys verteilen.
2) 1/3 der Menschheit hat keinen Zugang zum Finanzsystem (Bankkonto), jedoch haben davon 2/3 ein Smartphone, was bedeuten würden, dass sie durch Bitcoin einen Zugang bekommen würden.
3) Ein deflationäres System würde sparen belohnen und Geld verprassen/ überkonsumieren bestrafen (Geld wird dann ja mehr wert, wenn man es nicht ausgibt.
4) Die Geldverteilung von Bitcoin ist jetzt schon besser als bei Euro/Dollar (Da habne ca 10% der Bevölkerung 85% des Geldes, bei Bitcoin hingegen sind die Zahlen jetzt schon besser und werden auch kontinuirlich noch besser.
5) Durch die Gelmengenausweitung die zwanghaft zur Inflation führt entwerten die Zentralbank dein gespartes. Vor allem wenn ca 10-15% nachgedruckt werden und du nur 2% mehr Gehalt bekommt. Da es sich bei den 2% um eine Inflation eines Warenkorbes handelt mit bestimmten Konsumgütern. Vergessen wird jedoch, dass Rohstoffe, Aktien und Immobilien enorm an Wert zu legen, und diese hauptsächlich von den Reichen bessesen werden.

Antworten
Dave
Dave

1. Bitcoin ist kein faires System. Es verschiebt die Macht nur von Banken zu anderen Pappnasen.
2. Enthält so viele Konjunktive, dass ich davon ausgehen muss, dass es in der Realität nicht vorkommt.
3. Was soll das denn heißen? Nur weil Bitcoins künstlich verknappt werden, soll das nun gut sein?
4. Als man das Bargeld erschaffen hat war die Verteilung davon auch noch kein Problem. Jedes System, dass man ein bisschen laufen lässt kommt am Ende zum selben Ergebnis. Es beginnt ja schon mit Proof of Stake.
5. = 3. Naja und es werden auch laufend neue Bitcoins geschürft. Und dann werden ZENTRAL wieder welche aus dem System entnommen. Dieser Käse bringt niemanden weiter.

Du solltest wohl besser zustimmen, denn du konntest keinen brauchbaren Sinn für diese gigantische Energieverschwendung anführen. Der einzige realistische Grund der für Bitcoin spricht ist, dass wenige Pappnasen sich auf Kosten der Umwelt die Taschen füllen können und diesen Grund finde ich scheisse.

Cpt.OYZO
Cpt.OYZO

Was macht man eigentlich wenn der Umtausch von Bitcoin oder anderen Coins zur „normalen“ Währungen verboten wird?

Antworten
Stephan
Stephan

Es wäre logischerweise nur fair wenn die Banken eben nicht mehr soviel Macht haben, zumindest was die Art des Dollar-Goldstandards angeht (den sie ja mißbraucht haben) und nun gibt es eben auch den Bitcoin Standard, der sich aber eben nicht mißbrauchen lässt.

Kryptos sind fair und geben dem Volk die Kontrolle über ihr Geld zurück. Bitcoin selbst wird dabei später gar nicht mehr direkt verwendet, schnelle Transaktionen werden dann über das lightning network laufen und deutlich Energie sparen. Und die Kontrolle funktioniert fair über open Source Codes quellcodes. Somit hat jeder Mensch auf der Welt Einblick in dieses System. Fairer gehts nicht.

Bitcoin ist zudem kein Proof of Stake, sondern PoW. Ein kleiner aber entscheidender Unterschied.

Es können keine Bitcoins „Zentral“ aus dem System entnommen werden, klar werden neue Bitcoins geschürft, aber niemals mehr als 21 Mio. was wohl in 100 Jahren der Fall sein wird.

Wieviel Energie brauchen allein die Banken, mit ihren riesigen Sicherheitssystemen, ihren Fahrern, die Goldbeschaffung selbst und Verwüstung der Natur mit zig tausenden PS. Usw usw… Und Gold kannst du auch nicht im smartphone transportieren. Und wer überhaupt sagt das Gold so toll ist… Das Volk selbst gibt Dingen eben einen Wert.

Mittlerweile wird Bitcoin zu 75% aus erneuerbaren Energien gewonnen.

Bitcoin ist eine geile Erfindung von konstruktiv denkenden Menschen für alle Menschen. Eine riesen Chance für die Menschheit.

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