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Analyse

Blockchain: Wenn die „Trust-Machine“ um Vertrauen kämpfen muss

(Foto: r.classen / Shutterstock)

Bitcoin, Ethereum und andere Blockchains sind auf dem Weg in den Mainstream – doch dieser Weg ist lang und anstrengend.

Vertrauen ist Mangelware. Um diese These aufzustellen, ist nach der Entscheidung der Briten für den Brexit aus Misstrauen gegenüber Europa, der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten aus Misstrauen gegenüber der politischen Elite und dem Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag kein abgeschlossenes Studium in Raketenwissenschaft nötig. Angesichts dieser und anderer politischer Brüche gerät fast in Vergessenheit, dass die Bevölkerung weiterhin auch Teilen der Wirtschaft zutiefst misstraut. Besonders schlecht steht in dieser Hinsicht eine Branche da, für deren Funktion vertrauen unabdingbar ist: der Finanzsektor.

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast logisch, dass 2017 das Jahr ist, in dem mit der Blockchain eine der aufregendsten technologischen Neuerungen der vergangenen Jahrzehnte wirklich im Mainstream anzukommen scheint. Schließlich ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg des dezentralen digitalen Aktenorders, dass er wirtschaftliche Transaktionen ermöglicht, ohne dass die Parteien einander vertrauen müssen. Die Blockchain ersetzt Trust durch Technologie – und wurde gerade deshalb vom britischen Magazin The Economist als Trust-Machine geadelt.

Kryptowährungen auf Erfolgskurs

Wie dynamisch die Entwicklung verläuft, lässt sich am besten anhand der Kurse von Bitcoin, Ether und anderen Blockchain-basierten Kryptowährungen verfolgen. Der Wert der vergleichsweise alteingesessenen Bitcoin stieg – in US-Dollar ausgedrückt – zwischen Ende Dezember 2016 und Ende Oktober 2017 um unheimliche 666 Prozent. Ether, die digitale Währung der aufstrebenden Ethereum-Blockchain, legte sogar um sagenhafte 3.750 Prozent zu.

Zugleich hat sich rund um die Kryptowährungen ein vielfältiges und florierendes Startup-Ökosystem gebildet. Die mal mehr, mal weniger aufregenden Neugründungen wollen Blockchain-Kreditkarten, schnelle Krypto-Zahlungsdienste und andere Produkte auf den Markt bringen. Oder gleich ganz neue Kryptowährungen. Um an Kapital zu gelangen, nutzen viele dieser Startups die so genannten Initial-Coin-Offerings (ICOs), eine Hybridform aus Crowdfunding und völlig unreguliertem Börsengang, bei dem Anleger digitale Assets erwerben können, die im Wert steigen, wenn das Unternehmen erfolgreich ist. So riskant diese Form der Startup-Finanzierung für Investoren ist, so erfolgreich ist sie zugleich für die Gründer: Allein bis Mitte Juli wurden über ICOs nach Berechnungen der Investmentbank Goldman Sachs weltweit 1,25 Milliarden Dollar eingeworben – zehnmal so viel wie im Gesamtjahr 2016 und mehr als 2017 durch die klassischen Frühphasen-Finanzierungsinstrumente Angel- und Seed-Kapital zusammenkamen.

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Mit dem Erfolg wurden neue, breitere Anlegerschichten auf die Krypto-Szene aufmerksam – und schließlich auch die internationalen Finanzaufsichtsbehörden. Dafür gibt es gute Gründe, denn selbst zunächst als Erfolgsgeschichten gepriesene Startups wie Tezos oder Bancor gerieten zwischenzeitlich in schwere Turbulenzen. Daneben gab es auch offenkundige Betrugsfälle, deren bekanntester im deutschen Sprachraum sicher das Schneeballsystem Onecoin war. Die Vertrauensmaschine funktioniert eben nur, wenn hinter ihr auch wirklich eine durchdachte Technologie steht – und nicht bloß ein ausgeklügelter Plan, um arglose Anleger um ihr Geld zu bringen.

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Gezilecek Yerler

Ist BitCoin zuverlässig?

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