Analyse

Boon Planet, die nächste Smartphone-Bank: Was bringt’s?

Boon Planet startet, eine weitere Smartphone-Bank. (Screenshot: Boon)

Wirecard hat seine bisherige Payment-App Boon mit Boon Planet jetzt in ein Bankkonto verwandelt. Von Vorteilen ist bisher nicht viel zu sehen.

Boon war bisher wohl hauptsächlich Apple-Nutzern bekannt, denn mit der Payment-App konnte Apple Pay schon frühzeitig genutzt worden, auch beim offiziellen Start in Deutschland war Boon dann dabei. Jetzt hat Wirecard sein einziges B2C-Produkt von der Payment-App zu einem Bankkonto weiterentwickelt. Damit ist Boon nun eine Challenger-Bank. Das heißt so viel wie: „Kleine Bank, die traditionelle Banken herausfordert.“ Vom englischen „Challenge“, der Herausforderung, abgeleitet. Wie seine Kollegen N26 oder Revolut wird das Bankkonto bevorzugt auf dem Smartphone geführt, kann dort auch gleich mit wenig Aufwand in sehr kurzer Zeit eröffnet werden – und kostet nichts. So weit, so herausfordernd. Oder auch nicht.

Boon Planet: Das kann das Konto aktuell

Boon Planet ist derzeit nur für Android erhältlich, die iOS-Version soll aber in Kürze folgen. Das Bankkonto von Boon Planet kann laut Wirecard mit Lastschriften und Daueraufträgen umgehen, ist also für den deutschen Alltag tauglich. Das bietet das Konto aktuell:

  • Deutsche IBAN, deutsches Bankkonto
  • Kostenfreie virtuelle und physische Debitkarte, kontaktlos bezahlen
  • Keine Kontoführungsgebühren oder Auslandseinsatzgebühren
  • Bargeld abheben für zwei Euro im Inland und vier Euro im Ausland
  • Echtzeit-Sepa-Überweisungen
  • Rudimentäre Finanzplanung: Ausgaben und Einnahmen automatisch Tags zuordnen; grafische Darstellung
  • Echtzeit-Überweisungen zwischen Boon-Nutzern
  • Android-Version: Bezahlen mit Google Pay, Garmin Pay und Fitbit Pay
  • iOS-Version: zusätzlich bezahlen mit Apple Pay

Das will Boon Planet mal können

  • Multibanking-Funktion: Andere Bankkonten zur App hinzufügen
  • Mit Loyalty-Lösungen Prämienpunkte sammeln
  • Versicherungen in der App abschließen und verwalten
  • Integration von Mobilitätsanbietern
  • Weitere, nicht näher genannte Finanzdienstleistungen

Einziger bisheriger Lichtblick: Die Multibanking-Funktion

Für die Smartphone-Generation, die es satt hat, mit Termin in eine örtliche Bankfiliale zur Kontoeröffnung marschieren zu müssen, ist das Angebot der neuen Challenger-Banken attraktiv. Eine attraktive Nutzeroberfläche und eine gute Benutzerfreundlichkeit findet man zumindest während des ersten Blicks auch bei Boon. Wirecard hat sich zum Start für das Angebot von Basisfunktionen entschieden, weitere Funktionen sollen in den kommenden Wochen und Monaten folgen.

Es ist schade, dass Boon Planet mit diesem Funktionsumfang gestartet ist. Denn Profil hat sich Boon Planet damit nicht verliehen. Das Angebot ist schmaler als beispielsweise bei N26 oder Revolut. Es ist legitim, ein ähnliches Feature-Set wie Mitbewerber aufzubauen und schlicht und einfach als weitere Challenger-Bank zu starten. Es bleibt aber rätselhaft, wieso nicht wenigstens das einzige deutlich erkennbare Alleinstellungsmerkmal, die Multibankingfunktion, zum Start integriert wurde.

Mit der Bargeld-Abhebegebühr von zwei Euro im Monat ist Boon für deutsche Kunden auch eher nicht kostenlos, ohne Bargeld funktioniert das Leben in Deutschland in den seltensten Fällen. N26 und Revolut bieten wenigstens in begrenztem Umfang kostenlose Bargeldverfügungen an. Als Alternative zu N26 und anderen Banken steht Boon Planet damit nur fast gleichberechtigt zur Verfügung. Wer einen Vorteil gegenüber seiner bisherigen Smartphone-Bank sucht, wird hier bisher nicht fündig.

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