Tool-Tipp

Brave: Der Browser für ein besseres Internet?

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Möglicher Nachteil: Das könnte dazu führen, dass Urheber versuchen, die Zeit, die ihr auf ihrer Website verbringt, zu strecken. Also zum Beispiel ihre Inhalte unnötigerweise auf mehrere verschiedene Seiten aufteilen – mehr Pageloads, mehr Zeit, mehr BAT. Das ist aber auch ohne Brave gängige Praxis. Nur werden die Urheber sonst nicht von euch in BAT bezahlt, sondern von Werbetreibenden. Kein Nachteil also, der dem Brave-Browser zugrunde liegt. Ein weiterer Nachteil: Man weiß nicht immer so genau, wo die BAT hingehen: Bekommt der Autor des Artikels die BAT oder die Publikation? Wenn ihr wegen eines Jobs oft die Website eines Kunden besucht, wollt ihr vielleicht auch nicht unbedingt, dass der dafür BAT von euch bekommt. Tips sind die aktivere Art, Urheber in Form von BAT zu bezahlen. Ihr habt mehr Kontrolle darüber, wem ihr wann wie viel Trinkgeld gebt, müsst aber auch selber daran denken.

Brave: Privates Surfen mit Tor

Wenn ihr (mit cmd+shift+N) zu Braves Private Mode wechselt, wird automatisch ein Tor-Fenster geöffnet. Tor ist mit einer gewissen Vorsicht zu nutzen, sorgt aber für Privatsphäre. Bei jedem Request werdet ihr durch viele Nodes geroutet. Beim Aufruf unverschlüsselter Seiten hat jeder dieser Nodes theoretisch die Möglichkeit, eine „Man in the Middle“-Attacke auszuführen oder den Inhalt auszulesen, der angefordert wird. Aber: Genau dieser Mechanismus sorgt dafür, dass Requests nicht auf euch zurückzuführen sind. Der Unterschied zu Chromes Inkognito-Mode: Mit dem Inkognito-Mode wird eure Aktivität zwar nicht auf eurem Endgerät gespeichert – überall sonst aber schon. Euer Netzprovider oder Admin kann trotzdem sehen, was ihr da gemacht habt, wirklich inkognito seid ihr mit Chrome nie.

Kein Autoplay mehr

Brave verhindert per Standardeinstellung, dass eingebettete Videos ohne euer Zutun abgespielt werden. Das spart Datenvolumen und erspart euch peinliche Momente. Erlauben könnt ihr Autoplay in den Settings, wenn ihr unbedingt wollt. Auch cool: Brave hat ein eingebautes Feature, das es euch erlaubt, Web-Torrents zu streamen.

Brave ist bis zu 8 Mal schneller

Weil der Browser unnötigen Content gar nicht erst lädt, ist er bis zu drei Mal schneller als Chrome oder Firefox. Nutzt man die mobile Version, ist er sogar bis zu acht Mal schneller. Außerdem hat Braves Adblocker-Funktionalität im Juni dieses Jahres ein Upgrade bekommen. Die neue Version von Brave Shields wurde in der Programmiersprache Rust implementiert und ist 69 Mal schneller als vorher. Brave verrät euch auch, wie viel Zeit ihr spart und was sonst noch im Hintergrund passiert: Beim Öffnen eines neuen Tabs wird euch immer die Anzahl geblockter Tracker, Werbeanzeigen, auf HTTPS hochgerüsteter Websites und eure Zeitersparnis angezeigt.

Fazit

Der Vision eines dezentralisierten Webs kommt der blockchain-basierte Browser im Grundsatz ein bisschen näher. Die Standardeinstellungen sind so, wie die meisten Nutzer sie haben wollen und ihre Privatsphäre wird umfassend geschützt. Durch die Möglichkeit, Werbung selektiv zu rezipieren und so eingenommene BAT an Urheber zurückzugeben, wird den Nutzern die Möglichkeit gegeben, direkten Einfluss darauf zu nehmen, wer an ihrer Aufmerksamkeit verdient. Auf lange Sicht impliziert das – bei einer ausreichend großen Nutzerbasis – auch die Einflussnahme darauf, welche Inhalte Bestand haben. Das werden nach dem aufmerksamkeitsbasierten Modell wahrscheinlich nicht zwangsläufig die jener Urheber sein, die am meisten Budget für Werbung übrig haben.

Ihr mögt t3n und wollt Brave ausprobieren? Dann könnt ihr das über diesen Link tun. Nebenbei schenkt ihr uns so ein paar BAT. Wir freuen uns.

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3 Kommentare
Max
Max

Gute Browser-Alternative, die ich mir jetzt als weiteres Backup eingerichtet habe. Leider wird 1Password nicht unterstützt, zumindest nicht in der App-Version. Das macht das arbeiten damit – zumindest für mich – etwas unkomfortabel.
Aber wie gesagt gute Alternative…welche ich sicher von Zt.z.Zt. verwenden werde!

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Grundsätzlich ist jeder Browser der auf Googles Chromengine basiert ein Problem für das offene Web. Denn so setzt Google auch dort irgendwann die Standards.

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Sascha
Sascha

Ich hatte Brave bei meinen ersten Tests vor 2 Jahren als einen Browser in Erinnerung, der unglaublich viel Speicher und Leistung beansprucht. Weiß jemand, ob das immer noch der Fall ist?

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