Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Ratgeber

Code-Editoren im Vergleich: Atom vs. Visual Studio Code

Code-Editoren im Vergleich: Atom versus Visual Studio Code. (Grafik: Shutterstock/0beron)

Wer auf der Suche nach Code-Editoren ist, stößt früher oder später auf Visual Studio Code von Microsoft oder Atom von Github. Wir haben uns beide angeschaut und die wichtigsten Unterschiede herausgearbeitet.

Auch wenn Microsoft kürzlich Github übernommen hat, so schrieb der künftige CEO von Github Nat Friedman, sollen Atom und VS Code weiterhin unabhängig voneinander entwickelte Code-Editoren bleiben. Also stellt sich die Frage, worin sich beide unterscheiden. Als Einstieg werfen wir einen kurzen Blick auf die wichtigsten Features beider Code-Editoren.

Kurz und knapp: Das verspricht Atom

Auf der Atom-Website werden einige Features angepriesen. Hier die wichtigsten Eckdaten:

  • Verfügbar auf: Windows 7+, MacOS 10.9+, Linux
  • „Smarte“ und „flexible“ Autovervollständigung
  • Dateibrowser: Soll das Öffnen von Dateien und Projekten ermöglichen
  • Package-Manager: Soll dich Erweiterungen installieren oder für Atom selbst welche schreiben lassen
  • Finden und ersetzen, auch über mehrere Projekte hinweg
  • Mehrere Fenster: Soll das Vergleichen von Code in verschiedenen Dateien vereinfachen
  • Themes: Du sollst Atom mit fremden, vorgefertigten oder selbstgeschriebenen Themes individualisieren können
  • Git-Integration
  • Echtzeit-Kollaboration soll das Zusammenarbeiten mit mehreren Entwicklern ermöglichen
  • Open Source: Atom ist ein Open-Source-Projekt, das mit Electron in HTML, CSS und Javascript geschrieben wurde

Das verspricht Microsoft mit Visual Studio Code

Bevor wir uns Atom näher anschauen und mit Visual Studio Code vergleichen, gibt es natürlich auch die Eckdaten von Microsofts Code-Editor.

Auch wenn Microsoft die Features ihres Code-Editors anders bewirbt, unterstützt VS Code prinzipiell die gleichen Funktionen wie Atom: Läuft auf Windows, Mac und Linux, ist Open Source und kann auch fast alles andere. Der Unterschied liegt im Detail. Die Frage ist also, wie die angepriesenen Features letztlich umgesetzt wurden.

Unterstützte Sprachen und Formate

Bei der Menge der unterstützten Sprachen ist bei beiden Editoren kein Unterschied festzustellen. Durch die Möglichkeit, Erweiterungen aus der Community zu installieren, gibt es nahezu keine Einschränkungen und die Auswahl an Sprachen ist gewaltig. So können beide Editoren beispielsweise sogar für Java verwendet werden. Die entsprechende Erweiterung für VS Code kommt dabei selbst mit Maven- und Gradle-Support daher.

Benutzeroberfläche

Der erste Eindruck der Editoren ist natürlich zum Großteil von der Benutzeroberfläche abhängig. Die kann durch entsprechende Erweiterungen bei beiden zwar angepasst werden, hier jedoch ein erster Blick auf die vorkonfigurierte Version.

Beide Code-Editoren in einem hellen Design. Links Atom, rechts VS-Code. (Screenshot: t3n.de)
Beide Code-Editoren in einem hellen Design. Links Atom, rechts VS Code. (Screenshot: t3n.de)

Als erstes fällt auf, dass beide einen sehr ähnlichen Ansatz beim User-Interface verfolgen. Nicht nur bei Dateien, sondern auch bei den Einstellungen und anderen Menüpunkten arbeiten beide Editoren mit Tabs in einer oberen Leiste. Die Oberfläche von Atom wirkt dabei auf den ersten Blick aufgeräumter: Links findet sich der Dateibrowser, der aber auch mit einem Button einfach ausgeblendet werden kann. Das UI legt dabei den Fokus auf das Essenzielle: den Code.

Visual Studio Code hingegen kommt am Anfang direkt mit mehreren Seitenleisten daher: Links der Dateibrowser, weiter links eine dunkle Leiste mit weiteren Menüpunkten. Außerdem lässt sich neben dem normalen Scrollbalken am rechten Rand eine Minikarte finden, die einen Überblick über die gesamte Datei gibt. Die genannten Bereiche lassen sich zwar alle einzeln aus- oder einblenden, verbergen sich aber zum Teil hinter obskuren Menüpunkten wie Statusleiste oder Aktivitätsleiste ein- und ausblenden, Randleiste oder „Bereich“ umschalten. Manche Menüpunkte haben beim Ausführen erstmal keinen direkt sichtbaren Effekt. Das verstärkt das Problem, vorerst über die Funktion einiger Menüpunkte im Dunkeln zu bleiben.

Das Menü „Anzeigen“ ist unaufgeräumt und bringt teils obskure Menüpunkte zum Vorschein. (Screenshot: t3n.de)
Der Reiter „Anzeigen“ ist unaufgeräumt und bringt teils obskure Menüpunkte zum Vorschein. (Screenshot: t3n.de)

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

7 Reaktionen
JMichael

Atom war lange für die JS und HTML-Entwicklung "alternativlos". Aber VS Code kam mit brachialer Gewalt und mit jedem Update und mit jeder Erweiterung schmolz der Abstand, die klar bessere Performance hat mich Anfang des Jahres dann wechseln lassen. Inzwischen bin ich mit dem Editor so gut verraut, dass ich die Menüs gar nicht mehr öffne und alles über Tastatur-Shortcuts oder Quickbefehle erreiche.

Antworten
mantik

Obwohl ich Anti-Microsoft bin, muss ich zugeben, dass ich vor kurzem auf den Visual Studio Code umgestiegen bin.

Genau wegen der Performance. bei Atom geht es ewigs bis das Ding auch leer startet und es ist einfach nicht so smooth beim arbeiten.

Der Grund warum ich aber solang bei Atom geblieben bin, war das VSC noch keine gute FTP-Erweiterung hatte um Dateien direkt zu bearbeiten (ohne Download). Hab vor kurzem nen neuen Test gemacht und das geht nun mit simple-Ftp.

Zeit für mich zu wechseln.

Nun gibt es schon 2 Sachen die ich von MS mag: Typescript und VSC :D
Als nächstes test ich mal Azure :P

Vielleicht werden wir nochmal Freunde.

Antworten
Benjamin Wagener

Da GitHub ja nun an Microsoft geht, ist es da nicht wahrscheinlich, dass einer der Editoren (wohl eher Atom) auf kurz oder lang die offizielle Entwicklungsunterstützung verliert und man sich nur noch auf einen von beiden konzentriert?

Antworten
Andreas Domin

Hallo Benjamin,

der Gedanke kam mir ebenfalls. Deswegen habe ich am Anfang eine Aussage von Nat Friedman verlinkt. Beide Editoren sollen wohl unabhängig voneinander weiterentwickelt werden:
https://www.reddit.com/r/AMA/comments/8pc8mf/im_nat_friedman_future_ceo_of_github_ama/e0a2b2e/

Antworten
Werner Laude

schaun mer mal.. In einem Jahr ist davon erfahrungsgemäß nichts mehr zu hören.

Benjamin Wagener

Ich bin da bei Werner Laude. Da verbessert man halt die Menüführung bei VSCode ein bisschen, übernimmt die Module wo die Sprachunterstützung besser ist und schon ist Atom schlicht überflüssig. Und dann fragt sich halt inwiefern da die Entwicklungsressourcen für den zusätzlichen Editor gerechtfertigt sind. Das muss nicht dazu führen, dass Atom komplett eingestellt wird, aber dass es zumindest allein der Community überlassen wird da für eine Weiterentwicklung zu sorgen und wenn da nichts kommt, dass man das Projekt dann einschlafen lässt. Würde ich jedenfalls so machen.

Werner Laude

Das nervige an Visual (auf dem Mac) ist, das es - typisch für M$ Produkte, sofort und ungefragt die Kontrolle über einige Dateitypen als zugewiesener Editor übernimmt, und sich mit entsprechenden Icons im Finder bemerkbar macht. Ein solches Verhalten wird mit sofortiger Deinstallation 'bestraft'.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.