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Content-Marketing: Das solltest du bei der Arbeit mit freien Textern unbedingt beachten

Freelancer sind eine wertvolle Ressource. Aber auch der beste freie Texter liefert schlechte Ergebnisse, wenn du nicht effektiv mit ihm arbeitest. Unsere Gastautorin zeigt drei Strategien, mit denen das nächste Content-Projekt problemlos abläuft.

Von Juliane Becker
4 Min. Lesezeit
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(Foto: SFIO CRACHO / shutterstock)

Der Website-Relaunch steht an, die Glossar-Artikel müssten mal überarbeitet und die Shop-Texte aufgehübscht werden: Große Content-Projekte fordern alles von deinen Inhouse-Textern. Immer mehr Unternehmen greifen deshalb auf die Verstärkung durch Freelancer zurück. Die lassen sich flexibel und relativ kostengünstig einsetzen und gleichen dadurch personelle Engpässe aus. Auch kleine Unternehmen können so Content-Marketing wie die Großen betreiben. Die Zahl der Selbstständigen in freien Berufen – dazu zählen auch Texter – steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Das heißt für Marketer: Sie haben eine immer größere Auswahl aus einem stetig wachsenden Freelancer-Pool.

Nicht selten sind die Ergebnisse nach dem ersten Freelancer-Auftrag aber ernüchternd. Zu viele Korrekturschleifen, ein Haufen Missverständnisse und verpasste Deadlines sorgen für schlechte Stimmung auf beiden Seiten. Das muss nicht sein! Die folgenden Tipps tragen zu einem reibungslosen Ablauf bei deinem nächsten Content-Projekt mit freien Textern bei.

1. Tipp: Sei nicht knausrig

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Ein Blick in die zahlreichen Facebook-Gruppen mit freien Textern offenbart: Preise von zwei Cent pro Wort und weniger sind keine Seltenheit. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass du für 20 Euro einen guten 1.000-Wort-Text erhältst. Sehr wahrscheinlich ist es aber nicht. Wer professionell textet, lebt (zumindest nebenberuflich) davon und wird entsprechende Preise aufrufen. Viele hauptberufliche Texter nehmen mindestens 30 Euro die Stunde oder 9 bis 15 Cent pro Wort.

Im Übrigen ist in den allermeisten Fällen von einer Bezahlung nach Wort abzuraten. Warum? Weil du damit unnötig aufgeblähte Texte förderst – 200 zusätzliche Wörter kriegt man schon noch irgendwo unter! – und außerdem ist im Wortpreis nur die reine Niederschrift abgegolten. Zum Texten gehören aber noch viele andere Aufgaben:

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  • Recherche, wenn nötig inklusive Interview-Führung
  • Umsetzen von Keyword-Vorgaben
  • Einfügen von Quellen, weiterführenden oder internen Links
  • Überarbeitungen, Korrekturschleifen

Meinst du wirklich, dass du dich zu fünf Cent pro Wort darauf verlassen kannst, dass ein Texter Quellen gewissenhaft liest? Mach lieber einen Stundensatz oder einen Pauschalpreis aus und beziehe den Texter in die Kalkulation mit ein. Das sorgt für einen zufriedenen Freelancer und damit für bessere Ergebnisse.

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2. Tipp: Investiere Zeit in ein gutes Briefing

Ein mieses Briefing führt zu endlosen Feedbackschleifen und Frust. Mach lieber schon ganz am Anfang klar, was du erwartest. Die folgenden Elemente sollte jedes gute Briefing mindestens enthalten:

  • Zielgruppe: Sei hier so genau wie möglich. „Eltern“ ist zu diffus. Besser: „Eltern, die die Selbstständigkeit ihres Kindes fördern möchten“
  • Leseransprache: Du, du, Sie, ihr, man, wir? Soll der Texter gendern? Wenn ja, auf welche Weise?
  • Format und Gestaltung: Willst du den fertigen Text als .docx-, .pdf-, .txt-, oder .rtf-Datei erhalten? Möchtest du, dass der Autor den Text mit Zwischenüberschriften, Tabellen, Bulletpoints oder Infoboxen unterbricht, oder ist ein langer Fließtext in Ordnung?
  • Gewünschte Länge: Welche Textlänge stellst du dir in etwa vor?
  • Anschauungsbeispiele: An welchen Texten, beispielsweise aus der Feder deiner Konkurrenz, kann sich der Autor hinsichtlich Aufbau und Stil orientieren?

Länger als eineinhalb DIN-A4-Seiten sollte dein Briefing am Ende aber trotzdem nicht sein. Falls es wichtig ist, dass der Texter deine Unternehmenswerte kennt, lass ihn bitte nicht dein Pitchdeck durcharbeiten. Schreibe stattdessen in wenigen Sätzen zusammen, was wichtig zu wissen ist.

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Gleiches gilt für den typischen Sprachgebrauch des Unternehmens. Viel zu oft erhalten Texter seitenlange Broschüren, in denen das Corporate Wording bis ins kleinste Detail erläutert wird. Das führt nur dazu, dass ein Texter sich deine Materialien nicht genau anschaut. Erst recht nicht, wenn er nach Wort bezahlt wird. Sei schlau, fasse dich kurz!

 

3. Tipp: Gib dem Freelancer einen Ansprechpartner

Briefing raus und fertig? Bitte nicht. Nur weil das Briefing für dich verständlich ist, heißt das noch lange nicht, dass das auch für den Texter gilt. Nenne deshalb einen Ansprechpartner, an den sich der Texter bei Fragen wenden kann.

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Das klappt übrigens auch bei Aufträgen über Textbörsen: Mit einem knappen „Bitte melde dich bei uns per Nachricht, sollte noch etwas unklar sein!“ vermeidest du, dass der Autor einfach drauflos schreibt, wenn er eigentlich gar nicht so genau weiß, was erwartet wird.

In jedem Fall solltest du auf Fragen möglichst zügig antworten, sodass der Texter schnell mit seiner Arbeit weitermachen kann. Im besten Fall gibst du ihm eine Telefonnummer – viele Dinge lassen sich in einem kurzen Telefonat immer noch am einfachsten klären.

Fazit: Wer besser brieft, ist schneller zufrieden

Es mag auf den ersten Blick kontraproduktiv erscheinen, ein wenig mehr Zeit in das Briefing für einen Freelancer zu investieren. Schließlich willst du doch Arbeit outsourcen! Um ellenlange Korrekturschleifen, nach hinten verschobene Abgabetermine und genervte Beteiligte zu vermeiden, lohnt sich der Extra-Aufwand aber allemal. Außerdem wirst du mit der Zeit immer schneller darin, prägnante Briefings zu formulieren.

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In Hinblick auf Dumpingpreise bei Freelancern gilt wie bei so vielen anderen Dingen: Wer zu günstig kauft, kauft zweimal. Wette nicht darauf, unter den Zwei-Cent-pro-Wort-Autoren einen ungeschliffenen Rohdiamanten zu entdecken. Nimm lieber gleich zu Beginn ein bisschen mehr Geld in die Hand und freu dich über Texte, die sofort gut sind – nicht erst nach sechs Runden Lektorat.

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Dein t3n-Team

Petra Jahn-Firle

Dass das Briefing das A und O ist bei der Zusammenarbeit mit einem Freelance Copywriter, unterstreiche ich sofort. Was mich bei diesem Artikel irritiert: Gibt es wirklich hauptberufliche Texter:innen, die für 30€ pro Stunde arbeiten? Ok, hier steht „mindestens 30€“. Aber das erscheint mir so oder so viel zu niedrig. Wer kann sich und seine Familie bei solch einem Stundenlohn ernähren?

Gute Texte sollten auch entsprechend honoriert werden. Das fordere ich nicht nur, weil ich selbst Texterin bin. Alle reden davon, dass Content King ist, aber keiner möchte „königliche“ Preise zahlen. Dabei ist das ein Invest, der sich für Unternehmen langfristig auszahlt. Davon bin ich überzeugt.

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Juliane Becker

Ja, das ist viel zu niedrig. Aber auch das, was uns in der Agentur mal von einer hauptberuflichen Autorin selbst angeboten wurde. Wir haben kürzlich eine Umfrage unter Texter:innen durchgeführt (kommt in ca. 2 Wochen raus). Das Ergebnis: Der Großteil, also 24 %, hat einen Stundensatz von 60 bis 80 Euro. Aber auch 11,3 % rechnen nur 10 bis 15 Euro die Stunde ab. Es gibt richtig große Unterschiede!

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