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Corona-Warn-App 1.10: Update bringt Kontakt-Tagebuch

Kontakte notieren geht jetzt einfacher. (Bild: Eugenio Marongiu/Shutterstock)

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Die neue Version 1.10 der offiziellen Corona-Warn-App wird ab sofort und über die kommenden 48 Stunden ausgerollt. Die wesentliche Neuerung ist das Kontakt-Tagebuch.

Nur elf Tage nach dem Update auf Version 1.9 steht die nächste Version 1.10 der Corona-Warn-App zur Verfügung. Nachdem das 1.9er Update einige technische Verbesserungen, darunter Version 2 des Exposure Notification Frameworks (ENF), eine Schnittstelle, die von Google und Apple zur Verfügung gestellt wurde und noch genauere Informationen über Risikobegegnungen ermöglicht, gebracht hatte, steht Version 1.10 ganz im Zeichen des Kontakt-Tagebuchs.

Das Kontakt-Tagebuch erlaubt die Verwaltung von Kontakt, Ort und Datum. (Screenshot: t3n)

Das ist das Kontakt-Tagebuch

Ganz unten auf dem Startbildschirm ihrer Warn-App finden Nutzer nun eine neue Funktion, mit deren Hilfe sie ihre Kontaktpersonen der vergangenen 14 Tage nebst Ort der Begegnung – wie in einem Tagebuch – erfassen können. Das Log ist auf einfache Bedienbarkeit angelegt. Seine Nutzung ist freiwillig.

Wenn ihr einen positiven PCR-Test erhaltet, könnte euch das Gesundheitsamt um die Mitwirkung bei der Kontaktnachverfolgung bitten. Da die Behörden dabei einen Ansteckungszeitrahmen von 14 Tagen ansetzen, könntet ihr also über eure Kontakte der letzten zwei Wochen Auskunft geben sollen.

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Das wird aus dem Kopf heraus voraussichtlich kaum funktionieren können. Das Führen eines Kontakt-Tagebuchs, in dem ihr diese Informationen hinterlegt, war daher schon verschiedentlich vorgeschlagen worden. Nun wird es zum Bestandteil der Corona-Warn-App.

Die App-Entwickler versprechen, dass die Daten, die ihr ins Tagebuch schreibt, nur auf eurem Smartphone gespeichert werden. Ihr könnt sie jederzeit nachträglich bearbeiten und individuell löschen. Nach 16 Tagen werden sie zudem automatisch von der App gelöscht.

So könnten die Einträge übermittelt werden. (Screenshot: t3n)

Im Fall eines positiven PCR-Tests könnt ihr die Eintragungen einfach aus der App in eine Liste exportieren und dem zuständigen Gesundheitsamt übermitteln.

Die Verwendung ist recht einfach. Ihr tippt in der App auf die Schaltfläche „Tagebuch führen“ und erhaltet dann eine Liste der letzten 14 Tage. Per Tap auf einen Tag öffnet ihr die Tagesübersicht des gewählten Datums.

An dieser Stelle könnt ihr nun Personen und Orte getrennt voneinander eingeben. Die Eingabefelder sind grundsätzlich Freitext-Felder, sodass ihr auch mit Spitznamen oder eigenen Ortsbezeichnungen arbeiten könntet.

So fügt ihr eine Person hinzu. (Screenshot: t3n)

Naheliegenderweise raten die App-Entwickler davon ab. Denn das Ziel ist ja, eine nachvollziehbare Verfolgung identifizierbarer Kontakte an identifizierbaren Orten zu ermöglichen. So solltet ihr Personen stets mit Vor- und Nachnamen und Orte stets mit hinreichenden Angaben zur Lokation versehen.

Einmal gespeicherte Personen und Ort stehen an weiteren Tagen dann zur Auswahl aus einer Liste zur Verfügung, sodass ihr häufig besuchte Orte und häufig getroffenen Personen nicht stetig neu erfassen müsst.

Auswertemöglichkeiten bietet das Kontakt-Tagebuch nicht. Eben sowenig könnt ihr eintragen, wie lange und wann genau oder in welcher sonstigen Konstellation, also mit/ohne Maske, Ort voll/wenig besucht und so weiter, der Kontakt stattgefunden hat.

Das Kontakt-Tagebuch der Corona-Warn-App bietet nur rudimentäre Informationen. Vor allem die Dauer des Kontakts hätte durchaus eine Bedeutung für die Beurteilung des Gefährdungspotenzials. Die wird zwar von der Warn-App ansonsten gemessen (wenn das Gegenüber sie auch verwendet), aber nicht mit den Kontaktdaten verbunden.

So bleibt die Corona-Warn-App ein Work-in-Progress, entwickelt sich aber beständig weiter.

So kommt ihr an das Update

Unter iOS steht die Version 1.10 der Corona-Warn-App ab sofort zum manuellen Update bereit. Das automatische Update für iOS-Nutzer kann sich ein paar Tage hinziehen.

Für Android-Nutzer verteilt der Anbieter das Update über die nächsten 48 Stunden automatisch. Der Google-Play-Store bietet nicht die Möglichkeit, manuelle Updates anzustoßen.

Bei inzwischen fast 25 Millionen Installationen wird nicht jeder Nutzer sofort die aktuelle Version erhalten können. Etwas Geduld ist daher gefragt – oder ein iPhone ;-)

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Ein Kommentar
Christian
Christian

Für den Einstieg schon ganz gut. Ich würde mir aber eine tiefere Integration in Form einer Schnittstellennutzung zum Adressbuch und Karte wünschen.

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