News

Coronakrise: Kaum noch Kohle für Startups

Investoren zeigen sich durch die Corona-Krise stark beunruhigt. (Foto: Shutterstock)

Viele Unternehmen und Startups haben mit der aktuellen Coronakrise hart zu kämpfen. Eine aktuelle Umfrage zeigt jetzt: Auch Investoren sind stark verunsichert – mit deutlichen Folgen.

Die Covid-19-Pandemie trifft die deutsche Wirtschaft hart. Nicht nur Unternehmen, auch junge Startups spüren die Auswirkungen sehr deutlich. Eine Umfrage unter Risikokapitalgebern hat nun gezeigt: Ein Investment zu ergattern, könnte für Startups zukünftig deutlich schwieriger werden. Das hängt auch mit gestiegenen Ansprüchen in Verhandlungen mit Investoren zusammen.

So könnte es bei einem geplanten Investment deutlich wichtiger werden, wie krisenfest das Geschäftsmodell von Startups ist und ob sich trotz der Pandemie eine positive Geschäftsentwicklung abzeichnet. Um eine Finanzspritze zu buhlen, war vor der Krise schon nicht leicht. Startups, die Kapital aktuell dringender denn je benötigen, dürften nun allerdings noch mehr Probleme bekommen. Eine aktuelle Umfrage vom Deutsche Börse Venture Network zeigt deutlich: Die deutsche Investorenlandschaft ist aktuell mehr als beunruhigt. 

Die einzigen Startups, die aktuell recht gut bei Investoren ankommen dürften, sind jene aus dem Gesundheitssektor. Wer eine innovative Lösung für die Herausforderungen bietet, vor denen unsere Gesellschaft aktuell steht, dürfte auch zukünftig mit einem Investment rechnen können. Dennoch – insgesamt schätzten die befragten VC, die Zahl der Finanzierungsrunden werde im zweiten Quartal 2020 um gut 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einbrechen.

Es wird dauern, bis Finanzierungsrunden zum Abschluss kommen

Und nicht nur das. Die befragten Risikokapitalgeber gehen auch davon aus, dass eine geplante Finanzierungsrunde insgesamt deutlich länger bis zu einem Abschluss brauchen wird. Vermutlich soll in Verhandlungen um frisches Kapital stärker um Details gefeilscht werden. Laut der Umfrage des Deutsche Börse Venture Network wird es dabei wohl vor allem um zwei Fragen gehen. Zum einen um die sogenannte Liquidationspräferenz, also die Frage, welcher Gesellschafter bei einer Pleite oder einem Exit als Erster seine Ansprüche anmelden darf. Zum anderen könnte verstärkt über Verwässerungsklauseln verhandelt werden, also darüber, welchen Wert die jeweils eigenen Anteile in späteren Finanzierungsrunden haben.

Die Vorsicht der Investoren bedeutet allerdings nicht nur Schlechtes. Ein positiver Nebeneffekt könnte zum Beispiel sein, dass sich vier von fünf der befragten Investoren künftig intensiver um eine Unterstützung der bestehenden Unternehmen in ihrem Portfolio kümmern wollen. Die zumeist erfahrenen VC könnten zu einer wichtigen Überlebenschance für gefährdete Startups werden. Tatsächlich gehen nämlich auch rund achtzig Prozent der Befragten davon aus, dass die Startups, in die sie bereits investiert haben, durch die Coronakrise in harte Bedrängnis kommen dürften.

Doch so hart die Zeiten für die Startup-Szene auch sind, eines sei beim Pitch vor Investoren aktuell besonders wichtig: Gründerinnen und Gründer müssten deutlich zeigen, dass sie die aktuelle Situation um Corona sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich sehr ernst nehmen.
Das könnte dich auch interessieren: 

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung