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CUTE: Dieser Satellit ist so groß wie eine Cornflakes-Packung

Ein neuer Miniatur-Satellit soll besonders unwirtliche Exoplaneten – als heiße Jupiter bezeichnet – sieben Monate lang aus dem All beobachten. Das soll die Frage, warum Atmosphären entweichen, klären.

2 Min. Lesezeit
Auch an einen Desktop-Computer der Neunzigerjahre erinnert er - der Minisatellit CUTE. (Foto: Kevin France; NASA/WFF)

Das Laboratory for Atmospheric and Space Physics (LASP) der University of Colorado Boulder (CU Boulder) hat über die letzten vier Jahre einen Satelliten entwickelt, der so groß wie eine Familienpackung Cornflakes ist und auf den sperrigen Namen „Colorado Ultraviolet Transit Experiment“ hört. Abgekürzt ergibt sich das Akronym CUTE, das flüssig gelesen in deutscher Übersetzung „niedlich“ bedeutet.

CUTE soll heiße Jupiter abtasten

Der etwa vier Millionen US-Dollar teure und zur Gruppe der sogenannten Cubesats gehörige Flugkörper soll am 27. September ins All starten und dann sieben Monate lang eine Reihe weit entfernter Exoplaneten untersuchen. Die Mission wird an Bord einer United-Launch-Alliance-Rakete des Typs Atlas V zusammen mit dem Satelliten Landsat 9 von der Vandenberg-Space-Force-Base in Lompoc im US-Bundesstaat Kalifornien starten. Das teilt die CU Boulder auf phys.org mit.

Nachdem CUTE in eine Umlaufbahn um die Erde eingetreten ist, soll der Mini-Satellit eine Gruppe von Gasplaneten messtechnisch untersuchen, die als „heiße Jupiter“ bezeichnet werden. Der Name resultiert daraus, dass sie jeweils riesig groß, sogar bis zu dreimal größer als „unser“ Jupiter, sind. Zugleich sind diese Planeten extrem heiß. Sie erreichen Temperaturen um 4.000 Grad Celsius auf ihren Oberflächen. Das hat zum Teil damit zu tun, dass sie in recht engen Umlaufbahnen um ihren jeweiligen Stern kreisen.

Diese Strahlung schädigt mit der Zeit die Planeten, denn bei solchen Temperaturen dehnen sich die Atmosphären heißer Jupiter aus. Das kann bis zum Riss in der Atmosphäre mit nachfolgendem Entweichen ins All gehen. Forschende können an diesen Planeten, die sich gleichsam wie in einer Art Zeitraffer ausdehnen und dann zu weißen Zwergen werden, Erkenntnisse dazu gewinnen, wieso Atmosphären sich von Planeten lösen.

Wie viel Forschung geht mit Satelliten in Cornflakes-Packungsgröße?

Die Idee ist, dass das Untersuchen des Entweichens von Atmosphäre an möglichst vielen Planeten dazu beitragen kann, die Gesetzmäßigkeiten hinter dem Entweichen von Atmosphären insgesamt zu verstehen. Solche Erkenntnisse könnten dann auf verschiedene Arten von Planeten angewendet werden, so die Forschenden.

Neben dem eigentlichen Missionsziel will die US-Weltraumbehörde Nasa mit dem CUTE herausfinden, „wie viel Wissenschaft mit einem kleinen Satelliten möglich ist“. Das repräsentiert ein bedeutendes Umdenken in der Weltraumforschung. Noch vor rund zehn Jahren waren Kleinsatelliten auch in der Nasa als „Spielzeug“ abgetan worden, das man höchstens zu Lehrzwecken gebrauchen könnte.

In der Zwischenzeit konnte das LASP verschiedene Konzepte auf Cubesat-Basis vorstellen, die allesamt überzeugten. Nicht unbedeutend dürfte letztlich auch der Kostenfaktor sein. Der CUTE ist mit rund vier Millionen Dollar sehr viel günstiger als größere Satelliten, die in der Regel mehr als 100 Millionen Dollar verschlingen.

Noch günstiger sind nur die Starlink-Satelliten. Die fertigt SpaceX selbst, um die Kosten möglichst umfassend im Griff zu behalten. Ein Starlink-Satellit wird auf Kosten zwischen ein und zwei Millionen Dollar geschätzt.

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