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„Wir sind die Trainingsdaten der KI“: Data Unplugged zeigt die Zukunft mit KI

Bei der Konferenz Data Unplugged drehte sich alles um KI. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

4 Min.
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Siegerehrung: Das Startup Syte hat den „AI-Startup“-Award gewonnen. David Nellessen (links) hält den Preis – die Jury – Sonia Amend, Rainer Kurzhals und Marcel Romahn (rechts im Bild) hat ihn mit Mit-Veranstalterin Aya Jaff (Mitte) verliehen. (Foto: t3n)

Künstliche Intelligenz ist für unsere Zukunft nicht optional, sie ist etwas, das sie prägen wird: Das war bei Data Unplugged allen klar. Die Kernfrage: Wie wollen wir mit KI diese Zukunft gestalten? Dazu haben sich bei der eintägigen Konferenz auf zwei Bühnen verschiedene Speaker:innen geäußert.

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Gestalten wir nicht die Zukunft mit KI, gestaltet sie uns

Der Grundton: Wir müssen zusammen anpacken und uns klar werden, wie unsere Zukunft gestaltet werden soll. Tun wir das nicht, wird KI schlimmstenfalls im Stillen die Gesellschaft so beeinflussen, wie wir es wahrscheinlich nicht wollen.

Damit hat sich etwa die Philosophin Rebekka Reinhard beschäftigt. Im von Mit-Veranstalterin Aya Jaff moderierten Panel sagte sie, KI sei eine Revolution, die systemisch betrachtet werden müsse. Sie werde die Gesellschaft beeinflussen und jeden betreffen. „Wir sind die Trainingsdaten der KI“, so Reinhard.

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Kein Platz für „German Angst“

Was heißt das für uns? Wir müssen umso vorsichtiger im Umgang mit unseren Daten sein, denn sie können auch zu unserem Schaden verwendet werden. Allerdings sollten wir der „German Angst“ dabei keinen Platz geben, wie Anna Rüde, die als Verantwortliche für KI-Transformation bei der Unternehmensberatung Artefact arbeitet, in ihrer Keynote betonte.

Sie forderte etwa von Unternehmen, Führungspositionen nicht mit den großen Zweifler:innen zu besetzen, sondern mit denjenigen, die Mut haben, vorausdenken und andere mit ihrer Energie mitnehmen. Ähnliches war auch bei Christian Steiger, Mitglieder der Geschäftsführung vom Software-Unternehmen Lexware, zu hören: Unternehmen müssten nach vorn schauen.

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Wie das aussehen kann, zeigte mit aktuellen Anwendungsbeispielen etwa Johannes Kliesch, Geschäftsführer und Gründer vom Wäsche-Unternehmen Snocks. Laut ihm müsse KI abteilungsübergreifend in Unternehmen etabliert werden, gleichzeitig müsste das Verständnis der Mitarbeiter:innen für KI gestärkt werden.

KI kann Unternehmen effizienter machen

Schlechte Erfahrungen habe er mit einem selbstprogrammierten Bot gemacht, der für ihn Nachrichten in einem firmeninternen Slack-Channel geschrieben habe. Bei der vergangenen Weihnachtsfeier habe ein Kollege Kliesch darauf angesprochen – die Texte seien ja auffällig, ob er jetzt alles von KI schreiben lasse?

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Kliesch setze seitdem in dem Channel auf Sprachnachrichten und Videobotschaften, damit klar ist, dass er selbst der Verfasser ist. Primär kommt der Einsatz von KI aber an: etwa im HR-Bereich. Dort setze Snocks auf den eigenen Chatbot Snocksy, der einfache HR-Fragen beantworte. Zukünftig soll er auch das Onboarding übernehmen. Im Marketing hätten sie außerdem das Anlegen von Kampagnen bei Amazon automatisiert, dadurch würde der zuständige Mitarbeiter erheblich Zeit sparen.

KI-Modelle wachsen wie Kinder

Effizienz war auch ein Thema für Philipp Klöckner, unter anderem für den Doppelgänger-Podcast bekannt. Er hat sich in seiner Keynote mit der Zukunft der Arbeit beschäftigt. Sein Einstieg: Das Problem des wachsenden Mangels an Arbeitskraft lasse sich gar nicht überschätzen. Unternehmen wie Google und Meta haben in den vergangenen Jahren immer mehr Umsatz gemacht und immer mehr Menschen eingestellt – nur produktiver seien sie dadurch nicht geworden.

Mit KI hätten Unternehmen wieder die Chance, produktiver zu werden und dem Mangel an Arbeitskraft entgegenzuwirken. Ressourcen könnten so besser genutzt werden.

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Klöckner wandte sich auch an Skeptiker:innen, die die derzeitige Leistung von KI-Modelle auf das reduzieren, was sie nicht können. Er zog einen Vergleich zu Kindern: „Größer werden sie von allein“ – so werde es auch mit KI-Anwendungen sein. Sie würden immer besser. Daher sollten Menschen lernen, mit ihnen zu arbeiten.

Wie sind wir in Zukunft echt?

Eine große Gefahr von KI sieht er in dem Verlust der Heterogenität in der Gesellschaft. Die Modelle würden generell Konsens liefern – für ein Funktionieren von Demokratie würden jedoch verschiedene Meinungen gebraucht. Zudem müssten wir uns damit beschäftigen, wie wir in Zukunft echte Menschen als solche identifizieren können.

Das ist in Teilen schon jetzt schwer: Kritisch sieht Klöckner den Einsatz von Textbots, etwa bei Linkedin. Mittlerweile seien schon reine Bot-Unterhaltungen möglich. „Dann reden unsere Bots miteinander und wir können wieder schlafen gehen“, so Klöckner.

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Genau das dürfen wir aber gerade nicht: die KI-Entwicklung verschlafen. Das klang bei jeder Keynote, jedem Panel und auch beim Startup-Wettbewerb durch: Wir müssen unsere Zukunft mit KI aktiv gestalten, nur dann kann sie besser werden.

Startups zeigen, wie KI sinnvoll genutzt werden kann

Wie das gehen kann, zeigten die vier Startups beim Wettbewerb um den „AI Startup“-Award. Sunhat möchte Unternehmen bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung mit automatisierten Lösungen helfen, Syte ermittelt mit Software Sanierungspotenziale in der Immobilienbranche. Einen Blick auf den Sport hat Turfcoach: Das Startup bietet eine KI-unterstützte Rasenpflege, etwa für Fußballfelder, an. Summ AI nutzt KI, um komplexe Behördentexte in leicht verständliche Sprache zu bringen.

Jedes Startup pitchte zwei Minuten, ins Finale wählte die Jury – Sonia Amend, Investment-Managerin beim Tech-Startup-Accelerator EWOR, Rainer Kurzhals von der FH Münster und t3n-Chefredakteur Marcel Romahn – Syte und SummAI. Nach einer Fragerunde kührten sie Syte zum Sieger.

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Data Unplugged gibt Impuls zum direkten Handeln

Der Wettbewerb war der Abschluss des inhaltsreichen Tages, an dem bei Data Unplugged viele Denkanstöße auf Augenhöhe für eine bessere Zukunft geliefert wurden. Das Programm war vielfältig, die Speaker:innen nahbar: Wer auf der Bühne stand, war in der Regel vorher und später in der Menge zu finden. Außer Karl Lauterbach: Er wurde per Videoschalte auf die Stage im Skaters Palace geholt. In seiner Ansprache machte er auch Hoffnung für die KI-Unterstützung in der Medizin in Deutschland. Auch seine Devise lautete: Die Technik muss bewusst genutzt werden.

Insgesamt hat die Veranstaltung mit ihren Teilnehmern eine beherzte Aufbruchstimmung ausgestrahlt. Machen statt labern ist die Devise für die Zukunft mit KI – die wir Menschen gemeinsam gestalten müssen. Klöckner hat dafür eine Erwartung: „In zwei bis drei Jahren wird die Mehrheit der Leute im Publikum einen Co-Pilot nutzen“, wettet er. Wir werden sehen – und darüber bei der nächsten Data Unplugged im März 2025 sprechen.

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