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Deutschlands erster Weltraumhafen kommt – ins Wasser

2024 sollen erstmals von einem Schiff in der Nordsee Raketen ins All abheben. Ein wichtiger Schritt, um Deutschland einen unabhängigen Zugang zum Weltraum zu ermöglichen.

Von Stefica Budimir Bekan
2 Min.
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Die Weltraumraketen sollen von einem Schiff in der Nordsee ins All starten. (Foto: TwiXteR/Shutterstock)

Es wird kein Weltraumbahnhof wie Cape Canaveral in den USA oder Baikonur in Kasachstan: Im April 2024 soll erstmals eine Rakete der niederländischen Firma T-Minus von einer schwimmenden Startplattform in der Nordsee starten, die von der German-Offshore Spaceport Alliance (GOSA) betrieben wird.

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Raketen sollen von einem Spezialschiff mit Startrampe starten

Wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bei einem Weltraumkongress in Berlin mitteilte, sollen die sogenannten Microlauncher von einem Spezialschiff mit Startrampe abheben und Satelliten in den Weltraum transportieren. Zunächst soll es eine Demophase geben, die etwa zwei Wochen laufen wird.

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„Ich bin sehr stolz darauf, dass wir nach intensiver Vorbereitung nun aus der Planung in die Umsetzung kommen und glaube fest daran, dass wir schon bald die erste Rakete aus der Nordsee heraus starten werden. Mit unserer Demo Mission werden wir zeigen: Deutschland kann Raketenstart – sogar zu Wasser!“, sagte Sabine von der Recke, Mitglied der GOSA-Geschäftsführung.

Während dieses Zeitraums plane man, den Start von bis zu vier Raketen mit einer maximalen Länge von sieben Metern und einer Flughöhe von bis zu 50 Kilometern durchzuführen. Die Raketen, die in der Nordsee starten, werden voraussichtlich in der Lage sein, Nutzlasten von bis zu einer Tonne in erdnahe Umlaufbahnen zu befördern.

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Bremerhaven als Heimathafen des Schiffs

Der Startpunkt für diese Raketen befindet sich im äußersten Teil der ausschließlichen Wirtschaftszone, bekannt als der „Entenschnabel,“ und liegt etwa 350 Kilometer vor der Küste. Heimathafen des Schiffs soll dem BDI zufolge Bremerhaven sein.

„Vereinfachter Zugang zum All, europäische Souveränität und wirtschaftlicher Aufschwung: Der German Offshore Spaceport ist eine riesige Chance für Deutschland und Europa“, sagte von der Recke.

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Die Idee für dieses Vorhaben wurde vor vier Jahren auf dem ersten Weltraumkongress des BDI ins Leben gerufen. Damals wurde in einer Erklärung betont, dass die zunehmende Kommerzialisierung der Raumfahrt, auch bekannt als New Space, eine enorme Chance für Deutschland als Industrieland darstellt.

„Riesenchance“ für Deutschland

„In immer mehr Branchen gilt: Wer im All nicht vorne mit dabei ist, wird auf der Erde kein Technologieführer sein“, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Eine Studie von Roland Berger in Zusammenarbeit mit dem BDI betont, dass Deutschland in Bezug auf die Weltrauminfrastruktur und den Zugang zum Weltraum in eine gefährliche Abhängigkeit geraten ist.

Das hat die Motivation für die Errichtung eines eigenen Weltraumhafens verstärkt. Die Bundesregierung plant, die Entwicklung und den Bau dieser Infrastruktur bis 2025 mit einer Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro zu unterstützen, wie von Frank Schäffler, einem Haushaltspolitiker der FDP, Ende September bekannt gegeben wurde.

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Russwurm betonte, dass dies eine „Riesenchance“ für Deutschland sei und dass das Land einen souveränen Zugang zum Weltraum benötige. Er warnte davor, dass der Abstand zu den USA oder China immer größer werden könnte und forderte gleichzeitig von der Bundesregierung größere Ambitionen.

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