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Trotz Millionen Downloads: Diese einstigen Hype-Apps sind fast vergessen

Flappy Bird verzeichnete einst mehr als 50 Millionen Downloads. (Foto: dpa)

Kennt noch jemand Flappy Bird? Einst brachte es das Smartphone-Spiel auf über 50 Millionen Downloads. Heute kennt es fast niemand mehr – nicht das einzige Beispiel für vergessene Hype-Apps.

Eine knuddelige Pixelgrafik, ein Gameplay wie in Nintendos „Super Mario World“ und das alles gratis. Diese Zutaten machten Flappy Bird im Frühjahr 2014 zu einem Megahit in den App-Stores. Das Spielprinzip bestand darin, einen quietschgelben Vogel in Acht-Bit-Optik mit Tipps auf den Handybildschirm durch ein Labyrinth aus grünen Röhren zu manövrieren, die von oben und unten aus der Spielwelt herausragten.

Das war für Spieler mitunter so herausfordernd, dass neben jeder Menge Spaß auch das Frustpotenzial vorprogrammiert war. Beides erzeugte jedoch die für Hype-Apps so typische Suchtwirkung, sodass Flappy Bird innerhalb weniger Wochen auf über 50 Millionen Smartphones installiert wurde.

Flappy Bird: Hype-App wie aus dem Lehrbuch

Dabei hatte Dong Nguyen, ein Entwickler aus Vietnam, das Spiel ursprünglich schon im Frühsommer 2013 veröffentlicht. Doch sein Werk fand unter den Tausenden Games im App-Store zunächst kaum Beachtung. Erst zum Jahresende schnellten die Downloadzahlen aus unerfindlichen Gründen nach oben und Flappy Bird konnte sich in den oberen Plätzen der Ranglisten etablieren. Als Online-Medien vom kleinen Techblog bis zu großen Nachrichtenseiten wie Spiegel Online begannen, über die App zu berichten, setzte Flappy Bird endgültig zum Höhenflug an. Pro Tag soll Nguyen durch Werbeanzeigen rund 50.000 Dollar verdient haben, wie der Entwickler in einem Interview erklärte. Nguyen programmierte das Spiel angeblich nach Feierabend.

Hype-Apps: Das Smartphone-Spiel Flappy Bird avancierte binnen weniger Wochen zum Netzkult. Genauso schnell geriet es jedoch in Vergessenheit. (Foto: © Mockup Photos/t3n)

Hype-Apps: Das Smartphone-Spiel Flappy Bird avancierte binnen weniger Wochen zum Netzkult. Genauso schnell geriet es jedoch in Vergessenheit. (Foto: Mockup Photos/t3n)

Ein kommerzieller Erfolg, der den damals 29-Jährigen offenbar schnell über den Kopf wuchs. Am 8. Februar 2014 kündigte Nguyen über Twitter an, Flappy Bird aus den App-Stores entfernen zu wollen. Ihm zufolge habe das Spiel ein zu hohes Suchtpotenzial, was seiner ursprünglichen Absicht, ein Gelegenheitsspiel zu entwickeln, zuwider lief.

Kritiker im Netz bezweifelten allerdings den Wahrheitsgehalt dieser Begründung. Gerüchten zufolge soll Nintendo den Entwickler wegen der offensichtlichen Ähnlichkeit von Flappy Bird zu Kultspielen wie „Super Mario World“ abgemahnt haben. Beide Parteien äußerten sich dazu nicht. Nguyen versicherte jedoch, der Rückzug habe „nichts mit juristischen Dingen“ zu tun. Einen Tag nach der Ankündigung war Flappy Bird dann tatsächlich nicht mehr in den Stores erhältlich – zum Leidwesen der inzwischen auf viele Millionen Spieler angewachsenen Fangemeinde.

Wenige Minuten nach Nguyens Ankündigung entstand bei Twitter der Account @SaveFlappyBird, eine Art Petitions-Gruppe, die sich für den Relaunch des Smartphone-Spiels stark machte. Gebracht hat es am Ende nichts. Bis heute lässt sich Flappy Bird nicht mehr herunterladen. Immerhin: Mit etwas Geschick können Nutzer den Spieleklassiker in Eigenregie wiederbeleben. Vor vier Jahren veröffentlichte ein Fan dazu eine Programmieranleitung für den Nachbau von Flappy Bird in HTML 5.

In der Bildergalerie findet ihr weitere Bewohner des Hype-Friedhofs. Haben wir eine App vergessen? Ab in die Kommentare damit!

6 weitere längst vergessene Hype-Apps
Im Februar 2018 wäre Instagram beinahe eines schnellen Todes gestorben. Das zumindest hatten sich die Macher von Vero erhofft. Die Social-App versprach einen lupenreinen Newsfeed frei von Algorithmen. Neben Fotos sollten Nutzer auch Bücher und Filme mit ihren Freunden teilen können. Und tatsächlich stieß die Idee auf enorme Resonanz: Mehr als drei Millionen Nutzer registrierten sich innerhalb weniger Wochen. Doch nachdem die Server wegen der zahlreichen Neuanmeldungen in die Knie gingen, litt auch das Image des Netzwerkes. Der Gründer soll Arbeiter bei einem früheren Unternehmen fast verhungern lassen haben. Zudem wurde vermutet, der Hype um Vero sei nur durch eine versteckte Influencer-Kampagne mit viel nackter Haut entstanden. Und wenn schon: Genützt hat es wenig. Heute spricht niemand mehr über den selbsternannten Instagram-Killer. (Screenshot: t3n)

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