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Ratgeber

Diese SEO-Tricks sollte jeder Designer kennen

Ausnahmsweise mal keine Taschenspielertricks... (Foto: Shutterstock / Nejron Photo)

SEO und Design werden eher selten im gleichen Satz verwendet. Dabei sind sie untrennbare Bestandteile desselben Projekts.

Rückblick: Design kam lange vor SEO

Wenn wir die Sache historisch angehen, dann können wir unstreitig sagen, dass zuerst das Design da war. SEO kam erst sehr viel später. Zunächst haben wir uns darauf verlassen, dass Suchmaschinen, von denen es in den Neunzigern ganze Rudel gab, ein Eigeninteresse daran haben würden, ihre Indizes zu füllen. Besondere Maßnahmen, um gefunden zu werden, haben wir nicht ergriffen.

Dann wurde es voller im Web. Google trat an und die Marketeers dieser Welt suchten nach Möglichkeiten, die Suchmaschine zu manipulieren, um ihre Seiten möglichst ganz nach oben zu bringen. So entstand SEO schon aus den falschen Motiven. Seither schauen wir mehr oder weniger fasziniert einem Katze-und-Maus-Spiel zu. SEOs finden eine neue Möglichkeit, zu spammen. Google schließt sie. Und wieder von vorn.

Du kummst hier net rein. (Foto: Natali_mis / Shutterstock)

Inzwischen geht Google auf seinen zwanzigsten Geburtstag zu und hat die meisten der dreistesten und dümmsten Manipulationsversuche strukturell seit längerem geblockt. Natürlich ist es sinnvoll, den Suchmaschinen bei der Auffindbarkeit der eigenen Website zu helfen. Google sieht dafür gezielte Möglichkeiten vor und kommuniziert auch progressiv, was Webmaster tun sollten oder eben nicht.

Wenn wir uns aber mal in die Anfänge der Indexierung des Web zurückversetzen, was hatten Google und Co. zur Verfügung? Genau, nichts weiter als die von Designern entworfenen Websites jener Zeit. Und tatsächlich wurden diese auch indexiert. Nanu?

So betrachtet ist SEO eine erfundene Disziplin, derer es bei einem fairen Wettbewerb nicht bedürfte. Oder diplomatischer ausgedrückt: Der Ursprung des Suchens liegt nicht in der SEO, sondern im Design.

Aus dieser Feststellung ergibt sich die Wichtigkeit des Designs für das Gefundenwerden in Suchmaschinen, etwas, das wir heute als SEO bezeichnen, damit diverse sogenannte Experten eine schöne Abkürzung für ihre Jobbezeichnungen vorzeigen können. Im Grunde ist aber das Vordenken der Anforderungen an eine Seite zum Zwecke des Gefundenwerdens etwas, das sich mit gesundem Menschenverstand und ganz ohne 800-Seiten-Wälzer zum Thema entwickeln lässt.

Die beste SEO ist strukturiertes, standardkonformes Webdesign

Der Ursprung des Web liegt in der Erfindung von HTML. Diese Auszeichnungssprache gibt Inhalten eine logische Struktur und verbindet sie miteinander über Links. Suchmaschinen durchsuchten also schlicht diese Strukturen und verstanden sie über Marker, wie H1, P und so weiter. So konnten sie die Inhalte auch nach Relevanz einordnen. Die Links verfolgten sie weiter und konnten so letztlich den Gesamtumfang einer Website erfassen, sowie deren Einbettung in die Gesamtstruktur des Netzes. Logischerweise wertete die Suchmaschine Seiten höher, wenn sie aus der Gesamtstruktur des Netzes vielfach per Link angesprungen wurden und niedriger, wenn das nicht der Fall war.

Und so ist es bis heute geblieben. Sämtliche Auffindbarkeitsüberlegungen kannst du dir selber erschließen, wenn du einmal diesen Zusammenhang begriffen hast. Die beste und effektivste SEO ist also ein standardkonformes Webdesign, das seine Auszeichnungsmöglichkeiten ausschöpft, also tatsächlich H1 verwendet, wo es sinnvoll ist.

Das gute alte HTML ist immer noch der Erfolgsgarant. (Foto: one photo / Shutterstock)

Die erste SEO-Maßnahme für Designer besteht demnach darin, standardkonformes HTML zu schreiben. Leider ist es vielfach üblich, zur Erreichung diverser optischer Effekte, die Standardkonformität über Bord zu schmeißen und rein auf Optik zu gestalten. Das war noch nie empfehlenswert und wird es auch in Zukunft nicht werden.

Schauen wir, wo wir als Designer konkret tätig sein können.

Verwende Tags so wie vorgesehen

HTML ist eine Struktursprache. Leider gaukeln uns manche CMS, allen voran Wordpress vor, man bräuchte Tags, wie P für Absätze gar nicht mehr. Geht auch so. Das mag für den Betrachter einer Seite stimmen, widerspricht jedoch den Prinzipien des Web.

Seitenbesucher, die nicht mit den Augen kommen, darunter natürlich auch die Crawler der Suchmaschinen, erkennen diesen Mangel indes sofort und haben Schwierigkeiten, Inhaltsteile richtig einzuordnen.

Vermeide unnötige Elemente

Letztendlich geht es Suchmaschinen nur um Inhalte, nie um Optik. (Auf die Einschränkungen komme ich später noch zu sprechen.) Von daher solltest du auf Designelemente dann verzichten, wenn sie den Inhalt nicht unmittelbar unterstützen. Dem Inhalt gebührt der volle Fokus. Überlege genau, ob die kleine Umfrage in der Sidebar oder das lustige Minispiel oder das selbststartende Video wirklich diesem Inhalt zuträglich sind. Wenn nicht, lass sie weg.

Sie sind nicht nur Hemmnisse bei der Relevanzbewertung, sondern könnten sogar zum Besucherschreck avancieren. Daraus entsteht dann das, was SEOs als eine hohe Bounce-Rate bezeichnen. Die Leute springen kurz nach dem Betreten deiner Seite wieder ab. Das erkennt Google und wertet es natürlich negativ. Dabei hat das Verhalten womöglich gar nichts mit dem konkreten Inhalt zu tun, sondern lediglich etwas mit deiner zu spielerischen Herangehensweise an die Belegung des Bildschirmplatzes.

Sorge für eine klare Linkstruktur

Deine Navigation ist das wichtigste Element für die Indexierung der Website. Von hier aus sollten die Suchmaschine jede Seite deines Angebots erreichen können. Dazu solltest du die Navigation technisch so einfach wie möglich anlegen und nicht etwa ein komplexes Javascript-Konstrukt ins Leben rufen. Speziell für die Fütterung der Suchmaschine haben sich XML-Sitemaps als sinnvoll erwiesen.

Achte darauf, keine Seite verwaist zu lassen. Ohne Links hat die Suchmaschine keine Möglichkeit, eine konkrete Seite zu finden und zu indexieren.

Links wiederum sollten kurz, aber sprechend sein. Zwar arbeitet Google selbst intern inzwischen bevorzugt mit numerischen IDS und scheint den sogenannten hübschen URLs zumindest im Ranking keine Vorteile mehr zu verschaffen. Jedoch ist die Suchmaschine nur der eine Teil deines Besucheraufkommens. Menschen werden mit sprechenden URLs weitaus besser klar kommen, sie besser memorieren und sie auch leichter mit dem Thema assoziieren, wenn sie sie etwa in Social-Media-Kanälen sehen.

Zur Linkhygiene gehören zwei weitere Aspekte. Achte darauf, dass ausgehende Links funktional sind und tausche tote Links stets zeitnah aus. Lass deine Website nicht unnötig ausufern. Stattdessen halte sie kompakt, also mit so wenig Seiten wie möglich.

Setze Bilder als Bilder, Buttons als Buttons, Fonts als Fonts ein

Bilder sind nicht dazu erdacht worden, um darin Text zu speichern. Nur weil der normal sehende Besucher diese Finte nicht gleich erkennen würde, heißt das nicht, dass es auch für die Suchmaschine kein Problem wäre. Bilder brauchen stets Alt-Tags, damit Google und Co. überhaupt die Möglichkeit haben, zu erraten, worum es im für den Crawler unsichtbaren Bild denn wohl geht. Bilder ohne Alt-Tag wirst du in der Bildersuche niemals finden.

Auch als Call-to-Action eignen sich Bilder nicht. Immerhin ist der Call-to-Action dein potenziell wichtigstes Interaktionselement. Lege das besser, wie vorgesehen, als Button mit einem als wichtig ausgezeichneten Text an.

Typografie ist im modernen Design wichtig. Früher konnten wir schicke Schriftarten nur als Text im Bild verwenden. Heutzutage müssen wir das nicht mehr. Denn wir haben Webfonts. Allein in Google Fonts finden sich inzwischen 819 Schriftfamilien. Da wird wohl was dabei sein. Webfonts erhöhen möglicherweise einerseits die Ladezeit deiner Website, entlasten sie aber auf der anderen Seite auch von Bildern.

Webdesigner at Work. (Foto: oatawa / Shutterstock)

Setze die essenziellen Meta-Tags

Titel und Beschreibung einer Seite solltest du nicht unterschlagen. Nicht so sehr wegen des streitigen Ranking-Vorteils, sondern vor allem deswegen, weil es der Titel und die Beschreibung sind, die deine Seite in den Suchergebnissen repräsentieren. Natürlich sollten beide Elemente so knackig wie möglich formuliert sein. Der Titel erhält um die 70 Zeichen, die Beschreibung maximal 160. Dabei ist es ratsam, etwaige identifizierte Keywords der jeweiligen Seite möglichst weit vorne in Titel und Beschreibung zu platzieren.

Zusätzlich solltest du dich mit dem Thema der Rich Snippets befassen.

Erstelle Websites responsiv

Diesen Punkt will ich nur kurz erwähnt haben, denn, dass Google das Kriterium der Mobilfreundlichkeit seit einigen Jahren zum Ranking-Kriterium erhoben hat, ist wohl niemandem in der Branche entgangen. Responsives Design hat zusätzlich den Vorteil, dass es jeden Inhalt nur einmal gibt und das Design schon konzeptionell eher schlank gehalten wird. So musst du dich nicht dem Thema Duplicate Content plagen und hast die Ladezeit gleich mit im Blick.

Achte auf die Performance deiner Website

Je schneller deine Website lädt, desto besser. Das gefällt deinen Besuchern und deshalb gefällt es auch der Suchmaschine. Inzwischen gibt es ungezählt viele Studien, die nachweisen, dass Besucher lange Ladezeiten mit dem Verlassen der Website quittieren. Was verlassen wird, kann nicht sonderlich relevant sein und gehört dementsprechend nicht hoch oben auf die Suchergebnisseite.

Und was ist mit dem Content?

Content is King, oder? Das stimmt natürlich und das Thema Content-Marketing ist auf jeden Fall mehrere eigene Beiträge wert. Der Designer im engeren Sinne wird aber eher nicht der Lieferant dieses Contents sein, weshalb ich alle SEO-Fragen rund um das Thema Inhalte ausgeklammert habe.

Generell gilt jedoch auch hier, je hochwertiger der Inhalt, desto höher das Ranking. Um es vereinfacht zu formulieren. Hier müssten wir uns jetzt mit unerfreulichen Entwicklungen auseinandersetzen. Denn die Praxis der SEOs sieht leider anders aus. Das aber heben wir uns für ein anderes Mal auf.

Quellen zum Weiterlesen

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2 Reaktionen
borisch

Relativ guter Artikel, fühlt sich aber an wie ein 101 Artikel von 2004. Sachlich korrekt, Inhaltlich wirklich nicht ansatzweise mehr als ein Tutorial für blutige Anfänger. "Tricks" würde ich das nicht nennen, wohl eher Grundregeln.

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