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SEO für Designer: Diese Grundregeln musst du einhalten

Ausnahmsweise mal keine Taschenspielertricks... (Foto: Shutterstock / Nejron Photo)

Lesezeit: 7 Min.
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SEO ist ein Thema mit vielen Facetten.  Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit dem Teil der Suchmaschinenoptimierung, der durch den Designer einer Website erfolgen kann und auch muss.

Schönen guten Tag liebe Designerinnen und Designer. Macht euch bitte gedanklich frei und hört nicht sofort auf zu lesen, bloß weil es hier um SEO gehen soll. Es stimmt schon – SEO und Design werden eher selten im gleichen Satz verwendet. Aber dennoch sind und bleiben sie untrennbare Bestandteile desselben Projekts.

Rückblick: Design kam lange vor SEO

Wenn wir die Sache historisch angehen, dann können wir unstreitig sagen, dass zuerst das Design da war. SEO kam erst sehr viel später. Zunächst haben wir uns darauf verlassen, dass Suchmaschinen, von denen es in den Neunzigern ganze Rudel gab, ein Eigeninteresse daran haben würden, ihre Indizes zu füllen. Besondere Maßnahmen, um gefunden zu werden, haben wir nicht ergriffen.

Dann wurde es voller im Web. Google trat an und die Marketeers dieser Welt suchten nach Möglichkeiten, die Suchmaschine zu manipulieren, um ihre Seiten möglichst ganz nach oben zu bringen. So entstand SEO schon aus den falschen Motiven. Seither schauen wir mehr oder weniger fasziniert einem Katze-und-Maus-Spiel zu. SEOs finden eine neue Möglichkeit, zu spammen. Google schließt sie. Und wieder von vorn.

Du kummst hier net rein. (Foto: Natali_mis / Shutterstock)

Inzwischen hat Google mehr als zwanzig Jahre erfahren und die meisten der dreistesten und dümmsten Manipulationsversuche strukturell seit längerem geblockt. Natürlich ist es nach wie vor sinnvoll, den Suchmaschinen bei der Auffindbarkeit der eigenen Website zu helfen. Google sieht dafür gezielte Möglichkeiten vor und kommuniziert auch progressiv, was Webmaster tun sollten oder eben nicht.

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Wenn wir uns aber mal in die Anfänge der Indexierung des Web zurückversetzen, was hatten Google und Co. zur Verfügung? Genau, nichts weiter als die von Designern entworfenen Websites jener Zeit. Und tatsächlich wurden diese auch indexiert. Nanu?

So betrachtet ist SEO eine erfundene Disziplin, derer es bei einem fairen Wettbewerb nicht bedürfte. Oder diplomatischer ausgedrückt: Der Ursprung des Suchens liegt nicht in der SEO, sondern im Design.

Aus dieser Feststellung ergibt sich die Wichtigkeit des Designs für das Gefundenwerden in Suchmaschinen, etwas, das wir heute als SEO bezeichnen, damit diverse sogenannte Experten eine schöne Abkürzung für ihre Jobbezeichnungen vorzeigen können. Im Grunde ist aber das Vordenken der Anforderungen an eine Seite zum Zwecke des Gefundenwerdens etwas, das sich mit gesundem Menschenverstand und ganz ohne 800-Seiten-Wälzer zum Thema entwickeln lässt.

Die beste SEO ist strukturiertes, standardkonformes Webdesign

Der Ursprung des Web liegt in der Erfindung von HTML. Diese Auszeichnungssprache gibt Inhalten eine logische Struktur und verbindet sie miteinander über Links. Suchmaschinen durchsuchten also schlicht diese Strukturen und verstanden sie über Marker, wie H1, P und so weiter. So konnten sie die Inhalte auch nach Relevanz einordnen. Die Links verfolgten sie weiter und konnten so letztlich den Gesamtumfang einer Website erfassen, sowie deren Einbettung in die Gesamtstruktur des Netzes. Logischerweise wertete die Suchmaschine Seiten höher, wenn sie aus der Gesamtstruktur des Netzes vielfach per Link angesprungen wurden und niedriger, wenn das nicht der Fall war.

Und so ist es bis heute geblieben. Sämtliche Auffindbarkeitsüberlegungen kannst du dir selbst erschließen, wenn du einmal diesen Zusammenhang begriffen hast. Die beste und effektivste SEO ist also ein standardkonformes Webdesign, das seine Auszeichnungsmöglichkeiten ausschöpft, also tatsächlich H1 verwendet, wo es sinnvoll ist.

Das gute alte HTML ist immer noch der Erfolgsgarant. (Foto: One Photo / Shutterstock)

Die erste SEO-Maßnahme für Designer besteht demnach darin, standardkonformes HTML zu schreiben. Leider ist es vielfach üblich, zur Erreichung diverser optischer Effekte, die Standardkonformität über Bord zu schmeißen und rein auf Optik zu gestalten. Das war noch nie empfehlenswert und wird es auch in Zukunft nicht werden.

Schauen wir, wo wir als Designer konkret tätig sein können.

Verwendet Tags so wie vorgesehen

HTML ist eine Struktursprache. Leider gaukeln uns manche CMS – allen voran WordPress – vor, man bräuchte Tags, wie P für Absätze gar nicht mehr. Geht auch so. Das mag für den Betrachter einer Seite stimmen, widerspricht jedoch den Prinzipien des Web.

Seitenbesucher, die nicht mit den Augen kommen, darunter die Crawler der Suchmaschinen, erkennen diesen Mangel indes sofort und haben Schwierigkeiten, Inhaltsteile richtig einzuordnen.

Vermeidet unnötige Elemente

Letztendlich geht es Suchmaschinen nur um Inhalte, nie um Optik. (Auf die Einschränkungen komme ich später noch zu sprechen.) Von daher solltet ihr auf Designelemente dann verzichten, wenn sie den Inhalt nicht unmittelbar unterstützen. Dem Inhalt gebührt der volle Fokus. Überlegt genau, ob die kleine Umfrage in der Sidebar oder das lustige Minispiel oder das selbststartende Video wirklich diesem Inhalt zuträglich sind. Wenn nicht, lasst sie weg.

Sie sind nicht nur Hemmnisse bei der Relevanzbewertung, sondern könnten sogar zum Besucherschreck avancieren. Daraus entsteht dann das, was SEOs als eine hohe Bounce-Rate bezeichnen. Die Leute springen kurz nach dem Betreten eurer Seite wieder ab. Das erkennt Google und wertet es natürlich negativ. Dabei hat das Verhalten womöglich gar nichts mit dem konkreten Inhalt zu tun, sondern lediglich etwas mit eurer zu spielerischen Herangehensweise an die Belegung des Bildschirmplatzes.

Sorgt für eine klare Linkstruktur

Eure Navigation ist das wichtigste Element für die Indexierung der Website. Von hier aus sollten die Suchmaschinen jede Seite eures Angebots erreichen können. Dazu solltet ihr die Navigation technisch so einfach wie möglich anlegen und nicht etwa ein komplexes Javascript-Konstrukt ins Leben rufen. Speziell für die Fütterung der Suchmaschine haben sich XML-Sitemaps als sinnvoll erwiesen.

Achtet darauf, keine Seite verwaist zu lassen. Ohne Links hat die Suchmaschine keine Möglichkeit, eine konkrete Seite zu finden und zu indexieren.

Links wiederum sollten kurz, aber sprechend sein. Zwar arbeitet Google selbst intern inzwischen bevorzugt mit numerischen IDs und scheint den sogenannten hübschen URLs zumindest im Ranking keine Vorteile mehr zu verschaffen. Jedoch ist die Suchmaschine nur der eine Teil eures Besucheraufkommens. Menschen werden mit sprechenden URLs weitaus besser klarkommen, sie besser memorieren und sie auch leichter mit dem Thema assoziieren, wenn sie sie etwa in Social-Media-Kanälen sehen.

Zur Linkhygiene gehören zwei weitere Aspekte. Achtet darauf, dass ausgehende Links funktional sind und tauscht tote Links stets zeitnah aus. Lasst eure Website nicht unnötig ausufern. Stattdessen haltet sie kompakt, also mit so wenig Seiten wie möglich.

Setzt Bilder als Bilder, Buttons als Buttons, Fonts als Fonts ein

Bilder sind nicht dazu erdacht worden, um darin Text zu speichern. Nur weil der normal sehende Besucher diese Finte nicht gleich erkennen würde, heißt das nicht, dass es auch für die Suchmaschine kein Problem wäre. Bilder brauchen stets Alt-Tags, damit Google und Co. überhaupt die Möglichkeit haben, zu erraten, worum es im für den Crawler unsichtbaren Bild denn wohl geht. Bilder ohne Alt-Tag werdet ihr in der Bildersuche niemals finden.

Auch als Call-to-Action eignen sich Bilder nicht. Immerhin ist der Call-to-Action euer potenziell wichtigstes Interaktionselement. Legt das besser – wie vorgesehen – als Button mit einem als wichtig ausgezeichneten Text an.

Typografie ist im modernen Design wichtig. Früher konnten wir schicke Schriftarten nur als Text im Bild verwenden. Heutzutage müssen wir das nicht mehr. Denn wir haben Webfonts. Allein in Google Fonts finden sich inzwischen über 900 Schriftfamilien. Da wird wohl was dabei sein. Webfonts erhöhen möglicherweise einerseits die Ladezeit eurer Website, entlasten sie aber auf der anderen Seite von Bildern.

Webdesigner at Work. (Foto: oatawa / Shutterstock)

Setzt die essenziellen Meta-Tags

Titel und Beschreibung einer Seite solltet ihr nicht unterschlagen. Nicht so sehr wegen des streitigen Ranking-Vorteils, sondern vor allem deswegen, weil es der Titel und die Beschreibung sind, die eure Seite in den Suchergebnissen repräsentieren. Natürlich sollten beide Elemente so knackig wie möglich formuliert sein. Der Titel erhält um die 70 Zeichen, die Beschreibung maximal 160. Dabei ist es ratsam, etwaige identifizierte Keywords der jeweiligen Seite möglichst weit vorne in Titel und Beschreibung zu platzieren.

Zusätzlich solltet ihr euch mit dem Thema der Rich Snippets befassen.

Erstellt Websites responsiv

Diesen Punkt will ich nur kurz erwähnt haben, denn, dass Google das Kriterium der Mobilfreundlichkeit inzwischen zum wichtigsten Ranking-Kriterium erhoben hat, ist wohl niemandem in der Branche entgangen. Responsives Design hat zusätzlich den Vorteil, dass es jeden Inhalt nur einmal gibt und das Design schon konzeptionell eher schlank gehalten wird. So müsst ihr euch nicht dem Thema Duplicate Content plagen und habt die Ladezeit gleich mit im Blick.

Achtet auf die Performance eurer Website

Je schneller eine Website lädt, desto besser. Das gefällt den Besuchern und deshalb gefällt es auch der Suchmaschine. Inzwischen gibt es ungezählt viele Studien, die nachweisen, dass Besucher lange Ladezeiten mit dem Verlassen der Website quittieren. Was verlassen wird, kann nicht sonderlich relevant sein und gehört dementsprechend nicht hoch oben auf die Suchergebnisseite.

Und was ist mit dem Content?

Content is King, oder? Das stimmt natürlich und das Thema Content-Marketing ist auf jeden Fall mehrere eigene Beiträge wert. Der Designer im engeren Sinne wird aber eher nicht der Lieferant dieses Contents sein, weshalb wir in diesem Beitrag alle SEO-Fragen rund um das Thema Inhalte ausgeklammert haben.

Generell gilt jedoch auch hier, je hochwertiger der Inhalt, desto höher das Ranking. Um es vereinfacht zu formulieren. Hier müssten wir uns jetzt mit unerfreulichen Entwicklungen auseinandersetzen. Denn die Praxis der SEOs sieht leider anders aus. Das aber heben wir uns für ein anderes Mal auf.

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