Anzeige
Anzeige
News

Durchbruch: Semantischer Decoder kann „Gedanken lesen“

Ein semantischer Decoder wandelt Gehirnaktivität in Text um. Was nach Science-Fiction klingt, könnte zum Beispiel Schlaganfallpatient:innen helfen, sich verständlich zu machen. Gegen den eigenen Willen geht das übrigens nicht.

1 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Doktorand Jerry Tang bereitet sich auf die Erfassung von Hirnaktivitätsdaten im Biomedical Imaging Center der University of Texas in Austin vor. (Foto: University of Texas, Austin)

Forscher:innen der Universität Texas in Austin haben einen semantischen Decoder erfunden, der Gehirnaktivitäten in Text umwandeln kann. Das System muss dafür mit Sprachmodellen und Magnetresonanztomografie angelernt werden. Es könnte Menschen, deren Sprachzentrum – etwa nach einem Schlaganfall – beschädigt ist, ermöglichen, zu kommunizieren. Die dazugehörige Studie erschien in der Zeitschrift Nature Neuroscience.

Anzeige
Anzeige

Nicht invasives System: Ohne Operation wieder „sprechen“ können

Die Autor:innen heben in einer Pressemitteilung hervor, das System zur Sprachdecodierung erfordere im Gegensatz zu vielen vergleichbaren Erfindungen keinerlei chirurgische Implantate. Außerdem sei es das erste nicht invasive System, das nicht einzelne Wörter und Sätze, sondern kontinuierliche Sprache entschlüsseln könne. Zudem hat man die Missbrauchsrisiken aus der Vorstudie überprüft.

„Gedanken lesen“ funktioniert nicht mit Zwang

Die Verfasser:innen gingen in der Preprint-Studie erwähnten Missbrauchsszenarien nach. Nun, in der finalen Studie, können sie Entwarnung geben. Der Doktorand Jerry Tang erklärt: „Wir wollen sicherstellen, dass die Menschen diese Art von Technologien nur dann nutzen, wenn sie es wollen und wenn es ihnen hilft.“

Anzeige
Anzeige

Glücklicherweise funktioniere die Decodierung nur bei kooperativen Teilnehmer:innen. Ergebnisse von untrainierten Personen waren unverständlich. Leisteten sie gedanklichen Widerstand, waren die Resultate ebenfalls unbrauchbar.

Neues Verfahren funktioniert auch mobil

Die Versuchsanordnung des Preprints haben die Forscher:innen noch erweitert. In der ursprünglichen Variante lagen die Probanden 16 Stunden lang in einem Kernspintomografen (FMRI) und hörten Podcasts und Hörbücher an, um das System anzulernen. Nun fanden die Wissenschaftler:innen heraus, dass man die Gehirnaktivität auch über Nahinfrarotspektroskopie (FNIRS) messen kann.

Anzeige
Anzeige

Dieses Bildgebungsverfahren kann auch mit mobilen Scannern eingesetzt werden. Der Aufwand wäre geringer und kostengünstiger. FNIRS-Systeme messen, wo mehr und wo weniger Blut im Gehirn fließt. Autor Alex Huth erklärte, das sei „genau die gleiche Art von Signal“, die FMRI messe. Huth fasst zusammen: „Unser Ansatz sollte sich also genau auf FNIRS übertragen lassen“, obwohl die Auflösung bei FNIRS geringer sei.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare

Community-Richtlinien

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige