Analyse

Warum die E-Mobilität jetzt erst richtig ins Rollen kommt

(Foto: Shutterstock)

Lesezeit: 3 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Die Elektromobilität steht in den Startlöchern. Dank einer Mischung aus Förderung und Zwängen für die Industrie könnte dieses Jahr der Durchbruch kommen. Doch es gibt noch Schwachpunkte.

2020 muss das Jahr der Elektromobilität werden. Seit diesem Jahr zündet die Verschärfung der CO2-Grenzwerte der EU. Ohne einen signifikanten Anteil von Elektroautos und Hybriden in der verkauften Flotte sind die kaum zu schaffen, auch wenn es dieses Jahr noch Erleichterungen gibt. Trotz Anstiegen in den vergangenen Jahren führen die elektrifizierten Antriebe noch ein Schattendasein in den Zulassungszahlen. Doch es sieht so aus, als könnten sie gerade rechtzeitig kräftig vorankommen.

Einer der wichtigsten Gründe ist die eben erhöhte Kaufprämie für Elektroautos. „Das hat Euphorie entfacht, wir haben die Werbung sofort umgestellt“, sagt Thomas Peckruhn, Skoda-Händler und Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). „Das frühere Argument, dass Elektromobilität deutlich teurer ist, greift jetzt nicht mehr.“ Gerade bei kleineren, günstigeren Elektroautos werde die Prämie „Druck auf den Kessel bringen“.

Dabei hat die seit längerem diskutierte Prämienerhöhung offenbar schon vor ihrer Einführung Wirkung entfaltet. Seit Sommer 2019 verzeichnet der Online-Neuwagenvermittler Meinauto.de einen starken Anstieg bei den Anfragen zu Elektroautos und Hybriden. Der Anteil dieser Antriebe hat sich fast verdreifacht, der bisherige Höhepunkt wurde mit knapp 18 Prozent aller Anfragen im Dezember erreicht.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Starker Anstieg in den letzten Monaten

Beim Konkurrenten Carwow liegt der Anteil von Stromern und Hybriden in den Anfragen mit zuletzt mehr als 29 Prozent sogar noch höher und drei Mal so hoch wie im vergangenen Sommer. Bei den Verkäufen über die Plattform war er mit 34 Prozent sogar noch deutlicher. „Wir sehen seit Oktober einen massiven Anstieg des Interesses“, sagt Mitgründer Philipp Sayler von Amende.

Zwar ist nicht zu erwarten, dass sich diese Werte eins zu eins in den Neuzulassungen wiederfinden, schließlich sprechen die beiden Anbieter vor allem internetaffine Privatkäufer an. Doch der starke Anstieg der vergangenen Monate zeigt, wohin die Reise gehen könnte. Denn was heute bestellt wird, taucht erst eine monatelange Lieferzeit später in der Zulassungsstatistik auf. ZDK-Vizepräsident Peckruhn erwartet ebenfalls einen deutlichen Anstieg und sieht die elektrifizierten Antriebe künftig „stabil im zweistelligen Prozentbereich“. In den Bestellungen sehe man das schon jetzt, bis zum Sommer könne es auch in den Zulassungen ankommen. 2019 wurden in Deutschland insgesamt 63 281 reine Elektroautos zugelassen, was einem Marktanteil von 1,8 Prozent entsprach. 1,3 Prozent der Neuzulassungen waren Plug-in-Hybride, weitere 5,4 Prozent klassische Hybride.

Die erhöhte Förderung, die bis zu 3.000 Euro vom Staat plus einen Rabatt in mindestens gleicher Höhe durch die Hersteller umfasst, ist aber bei weitem nicht der einzige Treiber für die Elektromobilität: Denn auch die Hersteller hätten zuletzt angefangen, die Modelle stark zu pushen, sagt Sayler von Amende. Teilweise bekomme man die Elektrovarianten von Modellen derzeit billiger als die Verbrenner. Dabei nehmen die Hersteller auch ihren Handel in die Pflicht. „Insbesondere die Marken, bei denen es schwierig werden könnte, die CO2-Ziele zu erreichen, machen riesigen Druck auf ihre Händler“, sagt Peckruhn.

Portfolio wächst

Und auch die Geschäftskunden, die in Deutschland für einen großen Teil der Neuzulassungen verantwortlich sind, zeigen verstärktes Interesse an elektrifizierten Autos. „Anders als die Privatkunden bevorzugen sie aber Plug-in-Hybride gegenüber reinen Stromern“, sagt Rudolf Rizzolli. Er ist Chef der Mobility Holding, zu der Meinauto.de gehört, aber auch der Fuhrparkdienstleister Mobility Concept. Entscheidender Treiber ist hier, dass die Mitarbeiter bei solchen Firmenwagen deutlich weniger Steuern für die Privatnutzung bezahlen. Auch der Flottendienstleister Arval bestätigt ein „kontinuierliches Ansteigen“ bei Plug-in-Hybriden. Bei reinen Elektroautos seien die Firmen dagegen noch zögerlich – auch weil das Angebot noch gering sei.

Doch das Portfolio wächst – und das kommt laut Peckruhn auch bei den Kunden an. „Und ich kann als Händler auch nur das gut verkaufen, was ich habe. Die Leute wollen die Autos ausprobieren und anfassen. Wenn die neuen Autos in den Verkaufsräumen stehen, gibt das dem Geschäft einen weiteren Schub.“

Die nächste Frage wird dann allerdings sein, wie lange Kunden auf ihre Autos warten müssen. Carwow ermittelte zuletzt durchschnittliche Wartezeiten von einem knappen halben Jahr für Elektroautos – deutlich mehr als bei Verbrennern. „Ich glaube, dass das nochmal ein Thema wird“, sagt Peckruhn. Bisher seien die Kunden aber geduldig und sprängen kaum ab, wenn sie länger warten müssten. dpa

Zum Weiterlesen:

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
navy
navy

Reine Geschäftemacherei, denn ohne Subventionen, wird sich der Umwelt Murks, der Rot-Grünen Mafia nicht durchsetzen. Fallen die Subventionen weg, sind dann alle Firmen Pleite und Milliarden spurlos in dem Umwelt Sumpf der alten Al-Gore Mafia spurlos verschwunden. Dazu braucht man korrupte Medien, wo die twitter, smartphone verblödete mitmachen. Altes Betrugs Modell, eines Deutschen Millionäres mit Al-Gore, Georg Soros, wo der Sohn „Felix“ der Vorgänger vom Modell „Greta“ ist und war und korrupte Dumm Politiker wie Angela Merkel macht da auch noch mit „Das Geschäftsmodell von „Fritjof Finkbeiner“, Al-Gore von Georg Soros, den Betrugs Firmen Banden rund um den Klima Betrug“ Eine Abzock Mafia im „Camorra“ Stile, inklusive dem Tesla Schrott, ein Betrugs Finanzmodell

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung