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Elektromobilität: Eon und Volkswagen arbeiten gemeinsam an schneller Ladeinfrastruktur

(Foto: Shutterstock)

Das Elektroauto unterwegs in Minutenschnelle aufladen? Schnellladestationen, die das ermöglichen, gelten als wichtiger Baustein, um der E-Mobilität in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen.

Immerhin hält gut jeder zweite Autofahrer einer Umfrage zufolge nur Ladezeiten von maximal einer halben Stunde für akzeptabel. Doch solche Schnelllader sind rar gesät. Gerade 15 Prozent der rund 24.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Deutschland sind dem Energie-Branchenverband BDEW zufolge für schnelles Laden ausgelegt.

Ein Grund für ihre relativ geringe Verbreitung: Die Ladesäulen sind teuer. Rund 300.000 Euro an Investitionen sind nach Angaben des Energiekonzerns Eon für eine Station mit fester Anbindung an das Stromnetz notwendig. Die Gefahr, das Geld für eine Ladesäule an einer Stelle mit wenig Kundschaft zu verbuddeln, ist noch groß. Mobile Schnellladesäulen, wie sie am Dienstag auf der Energiemesse E-World in Essen vorgestellt wurden, sollen helfen, solche Fehlinvestitionen zu vermeiden. Stehen sie am falschen Ort, können sie schnell umgesetzt werden.

Entwickelt hat eine solche mobile Ladesäule der Autohersteller Volkswagen. Als „erste Powerbank fürs E-Auto“ haben die Wolfsburger ihre Entwicklung beworben. Der Autobauer will noch in diesem Jahr mit der Serienproduktion starten, Eon soll für den deutschlandweiten Absatz sorgen.

Zahl der Ladepunkte soll verdoppelt werden

Die Wolfsburger denken dabei in großen Dimensionen. Die VW-Produktionskapazität reiche aus, um die Zahl der 24.000 öffentlichen Ladepunkte in Deutschland „in drei bis vier Jahren zu verdoppeln“, sagte der Chef der Konzernsparte Komponenten, Thomas Schmall, in Essen. Eon will die Schnelllader in der zweiten Jahreshälfte an sechs Autobahntankstellen testen. Was dann eine Ladung den Autofahrer kosten wird, blieb zunächst offen. Nur so viel ließ sich Eon-Vorstandsmitglied Karsten Wildberger entlocken: Das sei ähnlich wie beim Internet – schnelles Laden könne mehr kosten als langsames.

Herzstück der Ladesäule ist ein Batteriespeicher, an den zwei Fahrzeuge angeschlossen werden können. Aktuelle Elektrofahrzeuge könnten in knapp 25 Minuten aufgeladen werden, teilte Eon mit. Wenn es besonders schnell gehen soll, ist laut VW-Manager Schmall schon nach zehn Minuten wieder so viel Saft in der Autobatterie, dass er bei sparsamer Fahrweise für 150 Kilometer reichen könne. Geladen wird die Säule permanent über einen herkömmlichen Stromanschluss. Eine handelsübliche Industriesteckdose reiche dazu. Und Eon versichert: In die Säule komme nur grüner Strom.

Sind beim VW-Modell für die Ladesäulen also noch mehr Batterien erforderlich? Anfangs ja, räumt VW-Mann Schmall ein. Später einmal könnten die Ladesäulen aber den Batterien ausgemusterter Elektroautos zu einem zweiten Leben verhelfen.

Auch der Kraftwerksbetreiber Uniper will in das Geschäft mit mobilen Ladesäulen einsteigen und setzt dabei auf ein Bring- und Holsystem. Dabei sollen leere Ladesäulen von ihren Standorten abgeholt und an zentralen Stationen wieder aufgeladen und später zum nächsten Einsatzort gebracht werden. Die Uniper-Säulen sollen so ganz ohne Stromanschluss auskommen. dpa

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2 Kommentare
xordinary
xordinary

Alles schön und gut. Allerdings zeigen mir solche Artikel, dass es beim Verständnis der Elektromobilität nach wie vor gravierende Mängel gibt. Ein Elektroauto ist nun einmal nicht einfach nur ein Auto ohne Benzin. Dementsprechend muss man es auch nicht einfach nur eins zu eins übersetzen. Das bedeutet, dass man nicht primär tanken fährt, wie früher, sondern dass man zum allergrößten Teil dann lädt, wenn das Auto ohnehin nutzlos herum steht. Das ist dann, wenn man schläft, also zu Hause, oder wenn man arbeitet, also bei der Arbeit. Ausschließlich auf Langstrecken oder in ganz besonderen Fällen wird es notwendig sein, das Auto in kürzester Zeit zu laden.

Abgesehen davon, dass die Schnellladung dem Akku nicht wirklich gut tut, ist es von der Infrastruktur her sehr aufwendig, so viele Schnelllader bereitzustellen, wie in dem Artikel nahegelegt wird. Und, wie gesagt, es ist schlicht und ergreifend nicht notwendig! Auch wer keine eigene Garage hat, kann beim Arbeitgeber laden, oder beim Einkaufen, während eines Kino Besuchs, im Fitnessstudio, und und und.

was sich vor allem als allererstes ändern muss, ist nicht vorrangig die Infrastruktur, sondern die altmodische Denkweise!

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Claus Korsinsky
Claus Korsinsky

Dadurch, das man die Autobatterie im Auto nicht wechseln will, wird der Durchbruch des Elektroautos gezielt verhindert. Ein genormter Schacht macht auch platz für eine nächste Batterieoption. Bei Mercedes funktioniert der Wechsel schon, allerdings nur bei den batteriebetriebenen Ameisen!

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