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Einen Tag lang Chef sein: Was Mitarbeiter anders machen würden

Einen Tag lang Chef sein: 11 t3n-Leser erzählen, was sie anders machen würden. (Foto: Shutterstock-Africa Studio)

Einen Tag lang Chef sein! Das wünschen sich vor allem Mitarbeiter, die einiges anders machen würden. Doch was genau wäre das? Wir haben unsere Leser gefragt.

Einen Tag lang Chef sein. Für viele ein Traum, die sich oft denken: „Ich würde das alles ganz anders machen!“ Aber was genau wäre das? Was würden Arbeitnehmer, im Chefsessel sitzend, konkret verändern? Das wollte auch die Talent- und Karriereberatung von Rundstedt von 1.035 Studienteilnehmern wissen. Das Ergebnis der Befragung: Nicht die individuellen Vorteile wie eine Beförderung oder Gehaltserhöhung stehen für die Menschen im Vordergrund, sondern grundlegende Verbesserungen der täglichen Zusammenarbeit.

Einen Tag lang Chef sein: Mehr Interesse, mehr Gehör, mehr Flexibilität

Einen Tag lang Chef sein: Die Einführung flexibler Arbeitszeiten ist ein großes Anliegen. (Foto: Shutterstock-file404)

Das Stimmungsbild zeigt: Knapp 63 Prozent würden als Chef oder Chefin ausführlich mit ihren Mitarbeitern sprechen, um zu erfahren, was sie beschäftigt und die Wünsche in ihre Entscheidungen miteinzubeziehen. Etwa 53 Prozent der Befragten würden an zweiter Stelle die Arbeit so im Unternehmen verteilen, dass jeder für die Themen zuständig ist, in denen er oder sie besonders gut ist und am meisten Spaß hat. Grundsätzlich besteht der Wunsch, sich mehr in Unternehmen einzubringen und diese mitzugestalten: Ganze 47 Prozent der Deutschen möchten, dass Mitarbeiter in zentrale Unternehmensentscheidungen einbezogen werden. Um für noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu sorgen, würden 50 Prozent flexiblere Arbeitszeiten einführen.

Wir haben in der t3n-Community gefragt, was sie tun würden, wenn sie für einen Tag im Chefsessel sitzen würden. Und auch hier zeigt sich, dass unsere Leser, deren Namen wir selbstverständlich geändert haben, gar nicht so weit von den oben aufgeführten Ergebnissen abweichen. Einen Tag Chef sein: Was Mitarbeiter anders machen würden? Lest selbst!

„Im Management werden Machtkämpfe vorgelebt!“

Die Frage, was ich anders machen würde, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich kann nur sagen, wie ich es gern machen möchte. Für mich verhält sich die Sache so: Jeder Mitarbeiter ist ein wichtiges, aktives Zahnrad im System. Das heißt natürlich, dass jeder Mitarbeiter seine Aufgaben und Grenzen kennen muss. Jedoch bedeutet das auch, dass jeder Kollege im besten Fall dort eingesetzt wird, wo er mit seinem Können und seinen Begabungen gewinnbringend sein kann. Das setzt voraus, dass die Vorgesetzten sich für den Einzelnen interessieren und herausfinden, was jeder Kollege an Ressourcen mitbringt. Wenn ich Chef wäre, würde ich meinem Team insofern öfter mal genau zuhören. Ein weiterer Punkt ist die Wertschätzung jedes Einzelnen. Das beginnt schon damit, dass es jeder verdient, seinen Urlaub zu genießen und nicht ständig befürchten muss, angerufen zu werden oder er oder sie sogar aufgefordert wird, den Laptop einzupacken. Außerdem sollten Mitarbeiter auch Vertrauen in die Führung haben, dass nicht jede Neuerung oder Umstellung gleichsam Kürzungen von Arbeitsplätzen bedeuten muss. Oft sitzt das Vertrauensproblem allerdings im Management, weil da Machtkämpfe vorgelebt werden. Warum sollen sich Mitarbeiter anders verhalten? In Krisenzeiten achtet dann jeder auf sich. Dabei gilt doch: Nur zusammen sind wir stark. Keiner kann alleine auf dieser Welt bestehen!

Lisa Noll hat sieben Jahre in einem IT-Unternehmen gearbeitet. Zum Schluss leitete sie als Prokuristin die Finanzabteilung. Aktuell ist sie Controllerin bei einem Messebauer. 

„Jahresgespräche finde ich richtig nutzlos!“

Ich habe lange überlegt, was ich machen würde, wenn ich einen Tag lang Chef wäre. Und wisst ihr was? Es ist gar nicht so einfach, da etwas zu finden, das keinen langen Rattenschwanz an Änderungen nach sich zieht und das Unternehmen im Zweifel ins Chaos zu stürzen würde. Mittleres Management komplett abschaffen? Fände ich persönlich gut, würde aber sicher nur in einigen, nicht aber in allen Abteilungen der Firma funktionieren. Freie Wahl der IT-Ausstattung? Das dürfte ad hoc auch schwierig werden, schon allein hinsichtlich der IT-Sicherungssysteme. Es gibt aber eine Sache, die ich wirklich richtig nutzlos finde – und zwar Jahresgespräche mit den Mitarbeitern. Die würde ich sofort mitsamt von Ziel- und Bonusvereinbarungen sofort abschaffen. Sich einmal im Jahr zu treffen und Ziele zu vereinbaren, ist heutzutage totaler Schwachsinn, da sich Projekte ständig verändern. Im Zweifel arbeitet man also auf Ziele hin, die nach einem halben Jahr gar nicht mehr relevant sind. Und das nur, um an einen Bonus zu kommen. Und darüber, dass Feedback nur einmal im Jahr gegeben wird, brauchen wir gar nicht erst reden. Das motiviert doch niemanden!

Jan Müller arbeitet in einem Unternehmen im Bereich der Elektroindustrie und Automatisierungstechnik, das weltweit über 8.000 Mitarbeiter beschäftigt.

„Sport ist bei klassischen Bürojobs sehr wichtig!“

Eine der ersten Veränderungen, die ich als Chefin etablieren würde, sind regelmäßige Reflexionen mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Retrospektivgesprächen. Oftmals entstehen Fehler, Missverständnisse oder verpasste Deadlines durch fehlerhafte oder mangelnde Kommunikation im Unternehmen selbst. Eine Evaluation der internen Kommunikationsstrukturen zusammen mit dem Team soll zu einer Verbesserung eben dieser Strukturen führen. Diese verbesserte Kommunikation kann durch Gespräche, einen Jour fixe, Kommunikationstools oder auch einfach durch Erreichbarkeit bei Nachfragen stattfinden. Eine gelingende Kommunikation führt dann zu einer positiven Entwicklung der Arbeitsergebnisse und des Arbeitsklimas. Die zweite Änderung ist ebenso einfach wie schweißtreibend: Sport! Gerade bei klassischen Bürojobs ist Sport nicht nur für die Gesundheit der Mitarbeiter wichtig, sondern auch für die Leistungsfähigkeit, besonders am Nachmittag! Nebenbei kann gemeinsamer Sport auch das Betriebsklima verbessern und die Beziehungen unter den Kollegen stärken. Das Sportangebot kann beispielsweise durch Pausenkurse, Läufertreffs oder auch vergünstigte Mitgliedschaften in Sportstudios angeboten werden. Davon profitiert wirklich jeder!

Nina Voß ist 25 Jahre und studiert Public History im Master in Köln. Dort arbeitet sie auch als wissenschaftliche Hilfskraft im universitätseigenen Gründungsservice. 

„Es fehlt an Vertrauen!“

Aufgrund meines Wechsels in eine Führungsposition habe ich mich kürzlich sehr intensiv mit dem Thema „Leadership“ befasst. Meine Interpretation, was einerseits in meinem Team bislang und in vielen anderen Teams noch bis heute fehlt, ist der Nährboden für effektive Zusammenarbeit. Es fehlt an Vertrauen! Davon gibt leider oft sehr wenig zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Insofern würde ich in dem kurzen Zeitraum, der mir zur Verfügung steht, dafür sorgen, dass zumindest ein minimaler Bruchteil an Vertrauen wieder aufgebaut wird. Dass das nicht über Nacht funktioniert ist mir klar. Dennoch würde ich folgende Prinzipien versuchen zu kultivieren. Erstens: eine persönliche Beziehung aufbauen. Als Vorgesetzter muss ich wissen wie es meinen Kollegen und Kolleginnen, für die ich zuständig bin, geht. 
Das funktioniert am besten, indem ich versuche Gemeinsamkeiten zu finden, über die man reden kann. Ich würde, zweitens, aber auch sehr offen darüber reden, wer ich bin, welche Werte und welche Erwartungshaltungen ich habe und natürlich auch welche Schwächen als Person. Alle diese Eigenschaften fehlen bei den meisten Führungskräften, die ich kenne und das macht es für die Zusammenarbeit natürlich sehr schwer, da alle immer nur im Dunklen tappen.

Axel Lewandowski ist 29 Jahre alt und arbeitet als ITler im öffentlichen Dienst. Der gelernte IT-Systemelektroniker ist seit kurzer Zeit „inoffizieller“ Teamleiter.

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