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Mit diesen Management-Tricks arbeitet Elon Musk

Um das Maximum aus seinen Mitarbeitern bei Tesla und SpaceX herauszukitzeln, greift Milliardär Elon Musk tief in die Management-Trickkiste. Schon mal was von der A.S.S.-Regel gehört?

1. Schaffst du das!?

Elon Musk ist ebenso bekannt wie gefürchtet dafür, eine äußerst optimistische Zeitplanung für seine Projekte zu haben. Manchmal gibt er Deadlines vor, die auf dem Papier unmöglich zu schaffen sind. Vor allem von der Presse wird er dafür regelmäßig kritisiert. Trotzdem bringt er seine Mitarbeiter bei Tesla und SpaceX dazu, ihre Termine einzuhalten. Wie funktioniert das?

Elon Musk: Der Chef von Tesla und Spacex treibt seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen an – mit allen Mitteln. (Foto: Heisenberg Media / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Elon Musk: Der Chef von Tesla und Spacex treibt seine Mitarbeiter zu Höchstleistungen an – mit allen Mitteln. (Foto: Heisenberg Media / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Ganz einfach: Statt Termine bloß vorzugeben, bringt Musk seine Ingenieure dazu, sie sich zu eigen zu machen. In der Biographie des Milliardärs erklärt ein Mitarbeiter dazu wörtlich: „Er sagt nicht, du musst damit bis Freitag 14 Uhr fertig werden sein. Stattdessen sagt er: Ich brauche das Unmögliche bis Freitag 14 Uhr. Schaffst Du das!?“ Ein psychologischer Trick.

Beantwortet der Mitarbeiter die Frage nämlich mit Ja, arbeitet er dadurch vor allem für sich selbst. „Diesen Unterschied kann man fühlen“, wird der Mitarbeiter zitiert. Man habe sich so praktisch selbst verpflichtet, die eigene Arbeit rechtzeitig zu erledigen.

2. Die A.S.S.-Regel

Legendär in den Mitarbeiterkreisen von SpaceX ist auch eine E-Mail von Musk aus dem Jahr 2010, die er mit der Betreffzeile „Acronyms Seriously Suck“ (Abkürzungen nerven gewaltig) versah. Unter den Ingenieuren seines Raumfahrtunternehmens hatte sich über die Jahre eine Kultur aus unzähligen Abkürzungen eingeschlichen. Selbst für einfachste Gerätschaften, wie beispielsweise einen Prüfstand, verwendeten die Mitarbeiter komplizierte Abkürzungen wie HTS oder VTS-3.

Musk störte sich daran gewaltig, was er seine Belegschaft auch wissen ließ: „Diese Praxis muss sofort aufhören oder ich werde drastische Maßnahmen ergreifen“, schrieb er in der Mail. Seine Erklärung: „Exzessive Nutzung von Abkürzungen behindert die Kommunikation und es ist unglaublich wichtig, dass wir im Zuge des Wachstums eine gute Kommunikation behalten.“ An sich seien Abkürzungen „hier oder da“ nicht schlimm. „Aber wenn sich 1.000 Leute immer neue Abkürzungen einfallen lassen, bekommen wir mit der Zeit ein riesiges Glossar, das wir neuen Mitarbeitern geben müssen. Niemand kann sich wirklich an alle Abkürzungen erinnern und möchte in Meetings unwissend erscheinen“, schrieb Musk.

Unnötige Abkürzungen duldet Elon Musk gar nicht. Sie erschweren die Kommunikationen im Mitarbeiterkreis. (Foto: OnInnovation/Flickr.com)

Unnötige Abkürzungen duldet Elon Musk gar nicht. Sie erschweren die Kommunikationen im Mitarbeiterkreis. (Foto: OnInnovation/Flickr.com)

Daraufhin ergriff Musk eine Maßnahme, die man getrost auch als CEO-Dekret bezeichnen könnte: Nur wenn eine Abkürzung von ihm genehmigt werde, dürfe sie in den SpaceX-Wortschatz aufgenommen werden. Lässt sich eine Abkürzung nicht vernünftig rechtfertigen, werde sie komplett gestrichen. Die Standpauke hat offenbar gesessen. Seitdem sprechen Mitarbeiter häufig von der A.S.S.-Regel.

3. Elon Musk heuert Leute an, die schlauer sind als er

Elon Musk gilt als ausgewiesener Experte auf Gebieten wie der Raketentechnologie und Elektromobilität. Zwar bezog er den Großteil seines Wissen aus Lehrbüchern, allerdings profitierte Musk auch enorm davon, stetig neue Mitarbeiter einzustellen, die in den meisten Fällen viel schlauer sind als er selbst.

Wie ein früher Mitarbeiter von SpaceX in der Biographie berichtet, habe sich Musk manchmal einen der Ingenieure geschnappt und diesen ausgiebig mit Fragen zu einem bestimmten Bauteil oder speziellem Material gelöchert. „Erst dachte ich, er wolle herausfinden, ob ich mich wirklich auskenne“, wird der Mitarbeiter zitiert, „dann bemerkte ich, dass er etwas lernen wollte. Er fragte so lange weiter, bis er 90 Prozent von dem wusste, was ich selbst wusste.“

Auch andere Personen aus dem Umfeld von Musk bestätigen das. Musk soll demnach über die Fähigkeit verfügen, „unglaubliche Mengen“ an Informationen aufzunehmen und sich an sie zu erinnern.

Lies auch unseren Artikel: „Storytelling: Wie Steve Jobs, Elon Musk & Co. ihre Reden vorbereiten

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3 Kommentare
Peter wulf
Peter wulf

Das wetten gegen Firmen an den Börsen mit geliehen Aktien etc. oder gegen Währungen ist die fieseste Art des Kapitalismus hohe Gewinne einzusacken.
Diese Art der Spekulation muss verboten werden ,sie bringt unendliches Leid fuer die Betroffenen und fuer die Gesellschaft und den sozialen Frieden.
Superreiche zerstören unsre Demokratien auf der Welt es wird mit Mord und Totschlag enden ,wenn die Armen sich wehren siehe französische Revolution

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Philipp
Philipp

Das wichtige an Punkt 1 ist nicht, dass man es für sich selbst macht. Das wichtige ist, dass es entsprechend beim bonus, Gehalt, Aktienpaket usw honoriert wird. In Deutschland gibt es dann nur ein müdes gut-gemacht sonst nichts.

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David

Punkt 3 ist der Grund warum er so erfolgreich ist. Mitarbeiter anzustellen die mehr wissen als man selbst, dazu braucht es Größe, Weiterentwicklungswillen und Mut. Oft genug gilt der Chef als allwissend, auch wenn sein Wissenstand auf Basis von 1980 festhängt. „Dieses Internet wird sich nie durchsetzen“ habe ich mir noch 2009 anhören dürfen.

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