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Endgültiges Aus für Blackberry-Smartphones ab August 2020

BlackBerry Classic (Bild: BlackBerry)

Eine Ära geht im August endgültig zu Ende: Nach Einstellung der eigenen Produktion 2016 wird nun auch die Fertigung von Blackberry-Smartphones vom Lizenznehmer TCL beendet.

In den 2000er Jahren waren Blackberrys heißbegehrte Kommunikationsgeräte, die nicht nur bei Businessleuten beliebt waren. Einer der Hauptgründe für ihren Erfolg war die Blackberry-Hardware-Tastatur, auf der sich Texte leichter als auf den damaligen T9-Tasten tippen ließen. Mit Einführung des 2007 anfänglich noch belächelten iPhones und stehenden Fußes folgenden Android-Geräten mit Touchscreen verlor der kanadische Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM), der sich später in Blackberry umbenannte, an Bedeutung. In diesem Jahr wird im August das letzte Blackberry-Smartphone verkauft.

Der etappenweise Tod von Blackberry-Smartphones

BlackBerry Classic (Foto: Shutterstock)

Blackberry Classic (Foto: Shutterstock)

Die mit der Zeit massiv rückläufigen Absätze versuchte Blackberry anfänglich mit dem neuen Betriebssystem BB10, später in Blackberry OS umgetauft, einzudämmen. Die Plattform war wegen fehlender Apps, Funktionen, Unausgereiftheit und den besseren Plattformen iOS und Android zum Scheitern verurteilt. Dass Blackberrys Plattform nicht ankam, zeigte sich an den 2016 praktisch nicht mehr vorhandenen Marktanteilen: Mit 0,1 Prozent war das OS praktisch für tot erklärt worden. Mangels Erfolgs stieg der Hersteller schließlich doch auf Android um. Das erste Modell Priv stammte noch komplett von Blackberry. Nach den Dtek-Geräten stellte der Hersteller die Smartphone-Eigenentwicklung komplett ein und überließ sie mitsamt dem Dtek dem chinesischen Konzern TCL Communication. Seither besaß TCL die Lizenz für die Produktion von Smartphones unter der Marke Blackberry.

Zwischen 2017 und 2019 kündigte TCL eine Reihe an Blackberry-Smartphones mit Android an, die sich zumindest zum Teil am Erfolgskonzept der Blackberry-Geräte mit QWERTZ-Hardwaretastatur orientierten. Die Blackberry-Geräte des Herstellers waren trotz ihrer Mittelklasse-Ausstattung recht teuer – und wurden hinsichtlich aktueller Softwareupdates sträflich vernachlässigt. Sie dürften in erster Linie ohnehin Blackberry-Nostalgiker mit Freude an Hardwaretastaturen angesprochen haben.

Das Blackberry Key 2. (Foto: t3n.de)

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Mit Blackberry-Smartphones von TCL ist ab Ende August Schluss: Per Twitter hat TCL angekündigt, dass ab dem 31. August keine Mobilgeräte der Marke mehr verkauft werden. Die bis dahin verkauften Geräte will TCL softwareseitig bis zum 31. August 2022 unterstützen – je nach marktspezifischen Regularien auch länger. Als Grund gibt TCL in einem Ankündigungs-Tweet an, keine weiteren Rechte mehr zu haben, Smartphones unter dem Namen Blackberry zu entwickeln, herzustellen und zu verkaufen. Das bedeutet, dass die Lizenz, die TCL von Blackberry erhalten hatte, abgelaufen ist. Damit endet nach die Ära von Blackberry-Smartphones endgültig, deren Ende mangels Innovations-Offenheit im Grunde schon 2007 besiegelt worden war.

Statt Blackberry: TCL konzentriert sich auf eigene Marke

Statt Blackberry: TCL baut jetzt Smartphones unter eigener Flagge. (Bild: TCL)

Statt Blackberry: TCL baut jetzt Smartphones unter eigener Flagge. (Bild: TCL)

TCL kann es ganz recht sein, seine Ressourcen nicht mehr in Blackberry-Geräte zu stecken, denn der Hersteller strebt an, Smartphones unter eigener Marke zu verkaufen. Schon 2019 begann TCL mit dem Mittelklasse-Modell Plex sein erstes Smartphone auf dem europäischen Markt zu lancieren. Auf dem MWC 2020 in Barcelona will der Hersteller drei Smartphones der Serie TCL 10 vorstellen, die unter anderem mit 5G-Modem bestückt sind. Zudem sei mit einem Foldable zu rechnen, das der Hersteller schon als Dummy ausgestellt hatte.

Im Januar erklärte TCL-CEO Kevin Wang die Relevanz ihrer Smartphone-Ambitionen für das Unternehmen: „Unsere Smartphones und Mobilgeräte der Marke TCL werden der Dreh- und Angelpunkt für das TCL-Ökosystem sein“. Wang ist überzeugt, dass der Konzern gut gerüstet sei, um auf jedem Markt der Welt zu konkurrieren.

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