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EU-Pläne: Fahrrad soll als vollwertiges Verkehrsmittel anerkannt werden

Fahrradfahren ist mindestens genauso wichtig wie Autos und öffentliche Verkehrsmittel? Ja, wenn es nach dem EU-Parlament geht. Eine neue Fahrradstrategie soll dem bisher vernachlässigten Verkehrsmittel nun die Anerkennung bringen, die es verdient.

Von Stefica Budimir Bekan
2 Min.
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Die EU möchte, dass das Fahrrad als vollwertiges Verkehrsmittel anerkannt wird (Foto: Shutterstock/lassedesignen)

„Fahrradfahren kann heute nicht länger als reines Hobby verstanden werden, sondern ist als Teil der Transport-Infrastruktur in Europa anzusehen.“ Dies erklärte die Vorsitzende des Verkehrs- und Tourismusausschusses im Europäischen Parlaments (TRAN), Karima Delli, am 31. Januar in Brüssel nach dem vorbereitenden Votum zum 1. EU-Fahrradplan. Um das zu erreichen, hat das EU-Parlament nun eine wichtige Entscheidung getroffen.

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„Ich bin sehr stolz auf den TRAN-Parlamentsausschuss, der mit diesem grundlegenden Beschluss einen Meilenstein für die zukünftige Entwicklung und Integration des Fahrradsektors im EU-Transportsystem geleistet hat”, so Delli.

17-Punkte-Aktionsplan beschlossen

Die Entschließung des Europäischen Parlaments, die am 16. Februar 2023 fast einstimmig in Straßburg angenommen wurde, legte einen 17-Punkte-Aktionsplan fest. Das Fahrrad soll als vollwertiges Verkehrsmittel anerkannt und bei allen Planungen berücksichtigt werden. Der Entschluss soll vor allem für einen gezielteren Ausbau der Fahrradinfrastruktur und den Aufbau einer eigenständigen europäischen Fahrradproduktion sorgen. Das Ziel: die grüne Transformation in der EU beschleunigen.

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„Die Entscheidung sendet ein wichtiges Signal für die Notwendigkeit, das Radfahren in der EU voranzutreiben“, sagte Thomas Lymes, Politikberater von Eurocities für Mobilität und Luftqualität. „Die jüngsten Fortschritte in unseren Mitgliedsstädten zeigen, dass sich die Mobilitätsgewohnheiten schnell ändern können, wenn ein starker politischer Wille durch eine angemessene Infrastruktur unterstützt wird“, fügte er hinzu.

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Die „Resolution zur Entwicklung einer EU-Fahrrad-Strategie” trage den Europaabgeordneten zufolge wesentlich zur Erreichung der Ziele des Europäischen Green Deals sowie des „Fit for 55“-Paketes für besseren Klimaschutz bei.

Radfahren in Deutschland immer noch rar

Und gerade die Deutschen haben in Sachen Radfahren mächtig Nachholbedarf. Denn laut einer Auswertung der Umweltorganisation Greenpeace investiert München jährlich nur 2,30 Euro pro Kopf in den Radverkehr, Köln 2,80 Euro, Hamburg 2,90, Berlin 4,70 Euro. In anderen europäischen Städten wie Kopenhagen dagegen sind es 35,60 Euro, in Oslo 70 Euro, in Utrecht sogar 132 Euro. Fast jede Fahrt wird dort inzwischen statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zurückgelegt.

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Und das soll sich auch EU-weit ändern. Fahrradfahren schont das Klima – die Zahl der mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer in Europa soll bis 2030 auf 312 Milliarden Kilometer pro Jahr verdoppelt werden. Die Europaabgeordnete Karima Delli sagte: „Radfahren bringt so viele Vorteile mit sich: bessere Gesundheit, weniger Staus, lebenswertere Städte und so weiter. Bisher fehlte uns jedoch von den EU-Institutionen ein starkes Signal, das die zentrale Rolle des Radfahrens in unseren Gesellschaften anerkennt.“

Es gibt aber auch Hürden

Gleichzeitig verweisen die EU-Abgeordneten auf Hindernisse, die zum Problem werden könnten. So herrsche ein Mangel an gesicherten Abstellplätzen und Radwegen, es brauche auch mehr Synergien mit anderen Verkehrsträgern wie der Bahn. Dazu gehören auch mehr Abstellplätze in Zügen oder sicherere Parkmöglichkeiten an Haltestellen des ÖPNVs.

Neben der Ausrufung eines „Europäischen Jahrs des Fahrrads 2024“ sollen mit dem EU-Fahrradplan außerdem die Mehrwertsteuersätze für den Kauf, den Verleih und die Reparatur von Fahrrädern und E-Bikes gesenkt werden.

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