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Ex-Chefentwickler von Ripple: Deutscher plant Bezahl-Flatrate für das ganze Internet

Stefan Thomas, Gründer und CEO von Coil. (Foto: © Stefan Thomas)

Stefan Thomas war jahrelang der Chefentwickler hinter der bekannten Kryptowährung Ripple. Jetzt hat er ein eigenes Startup gegründet – und plant eine Bezahl-Flatrate für Online-Inhalte.

Nur wenige Kryptowährungen haben es jenseits von Bitcoin und Ethereum zu einer großen medialen Aufmerksamkeit gebracht. Eine dieser Ausnahmen ist Ripple. Das Zahlungsnetzwerk mit angeschlossener Kryptowährung (XRP) gilt vor allem im Bankensektor als wegweisende Zukunftstechnologie, da sie schnellere und kostengünstigere Auslandsüberweisungen ermöglichen soll.

Zu verdanken hat das Unternehmen mit Sitz in San Francisco diese Entwicklung auch Stefan Thomas. Der gebürtige Deutsche heuerte vor sechs Jahren als Programmierer bei Ripple an und stieg schnell zum Chefentwickler auf. Seitdem war Thomas maßgeblich für das offene Interledger-Protokoll verantwortlich. Es ermöglicht Zahlungen zwischen verschiedenen Ledgern, also beispielsweise die Transaktion von Währungen über unterschiedliche Wertübermittlungssysteme hinweg.

Eine neue Bezahl-Flatrate für Youtube und Spotify?

Vor wenigen Wochen hat Stefan Thomas allerdings bei Ripple gekündigt – um mit Coil ein neues Projekt zu starten. In einer Ankündigung auf Medium schrieb er, das Startup arbeite auf Basis des Interledger-Protokolls an einer Plattform für Mikrotransaktionen im Internet. Jetzt hat Thomas weitere Details zu seinen Vorhaben verraten.

Coil soll demnach zu einer alternativen Bezahlmethode für Content-Plattformen wie beispielsweise Youtube werden: „Bisher gab es immer nur zwei Möglichkeiten, Geld mit Videos zu verdienen. Entweder du schaltest Anzeigen oder nimmst eine monatliche Gebühr. Wir glauben, dass es noch eine dritte Möglichkeit gibt, die effizienter und benutzerfreundlicher ist“, sagte Thomas im Gespräch mit t3n.de am Rande des Tech-Open-Airs in Berlin. „Jedes Mal, wenn jemand ein Video ansieht, überweist er dem Urheber einfach automatisch einen geringen Centbetrag.“

Thomas schwebt dazu eine webübergreifende Bezahl-Flatrate vor. Nutzer laden bei Coil eine Wallet beispielsweise mit einem Monatsguthaben von zehn Euro auf und bezahlen davon dann nur die Inhalte, die sie auch wirklich konsumieren. „Sei es Musik, Gaming oder Nachrichten“, sagte Thomas. Entsprechende Anbieter müssen die Schnittstelle von Coil dann nur in ihre Websites integrieren.

Tausende auf der Warteliste

Auch wenn das System an gescheiterte Lösungen wie Flattr erinnert – ein solches System ist laut Thomas mit bestehenden Webtechnologien nicht umsetzbar: „Es fehlt an der Benutzerfreundlichkeit und bestehende Zahlungssysteme sind nicht effizient genug. Beide Probleme können wir mit Coil lösen.“ Aufgrund der technichen Vorteile von Interledger sei es etwa problemlos möglich, geringe Centbeträge automatisiert und ohne Mehrkosten zu versenden.

Darüber hinaus will Coil die Daten von Nutzern verwenden, um vertrauenswürdigen Content im Netz zu identifizieren. Durch das Feedback der Nutzer könnte das Unternehmen beispielsweise jene Seiten von der Monetarisierung ausschließen, die Fake-News verbreiten.

Bereits in den nächsten Monaten will Thomas ein erstes Produkt an den Start bringen. Das Interesse sei groß. Innerhalb weniger Tage haben sich rund 2.700 Nutzer für die Testphase von Coil angemeldet. Die Finanzierung des Startups ist übrigens gesichert: Dank seiner Zeit bei Ripple verfügt Stefan Thomas über ausreichend liquide Mittel.

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4 Reaktionen
Thomas von Bülow

So ein Ansatz oder ein Ähnlicher - noch ist ja nicht klar, wie es genau aussieht, wird eine der grössten Herausforderungen des Internets lösen. Kleinstverträge für Kleinsttransaktionen können mit Preisen versehen werden. Sie können glatt gestellt werden, vulgo bezahlt werden und es skaliert auch. Als http://BetterSchool.de haben wir immer hohe Kosten bei internationalen Zahlungstransaktionen. Das kann so gelöst werden mit einem dezentralen, vertrauenswürdigen weil kontrollierbaren und transparenten Plattformkomponente.

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Argh

Ui ich sehs schon kommen... Im Hintergrund massig Iframes mit mehreren Videos versteckt und weg ist das Geld.

Das Ziel ist sehr ambitioniert

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Thomas von Bülow

Man darf davon ausgehen, dass der Video Anwendungsfall nur zum Zweck der Verdeutlichung des Prinzips zu verstehen ist. Wir haben vor 10 Jahren an einer Video-Plattform gearbeitet wo wir so ein Bezahlmodell gut hätten gebrauchen können. Aber auch in meiner derzeitigen Bildungsdienst-Plattform könnte es von unglaublichem Nutzen sein.

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Tom

WER ist das und WAS will er ? Sich wichtig machen mit plödsinnigen Vorschlägen ?

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