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Kolumne
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Facebook versus Zenimax: Was wirklich hinter der Schlammschlacht um die Zukunft von Oculus steckt

Im Gerichtssaal streiten sich aktuell Zenimax und Facebook um die Zukunft von Oculus. Hinter dem Gerichtsstreit steckt jedoch viel mehr. Die VR-Kolumne „Views on VR“ von Luca Caracciolo.

Von Luca Caracciolo
2 Min. Lesezeit
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Marc Zuckerberg auf dem Mobile World Congress 2016 (Foto: Mark Zuckerberg)

Es ist schon ein Treppenwitz der Geschichte, dass gerade Entwicklerlegende und Doom-Erfinder John Carmack im Mittelpunkt der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Zenimax und Facebook steht. Der Mann, der in den 90ern die dritte Dimension auf unsere zweidimensionalen Monitore zauberte, und vermutlich maßgeblich, vor allem auf der Software-Seite, an der Entwicklung des ersten Prototypen der Oculus Rift beteiligt war – diesem Mann wird von seinem ehemaligen Arbeitgeber Zenimax vorgeworfen, wichtige technische Unterlagen bei seinem Wechsel zu Oculus mitgenommen zu haben. Ohne dieses Wissen  – so die Anklage – wären Palmer Luckey und Oculus nicht in der Lage gewesen, die Oculus Rift zu entwickeln.

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Es steht viel auf dem Spiel. Zenimax fordert zwei Milliarden US-Dollar – ungefähr den Betrag, den Mark Zuckerberg 2014 für Oculus auf den Tisch gelegt hat. Sollte Zenimax den Gerichtsstreit für sich entscheiden, droht der Rift und selbst der Gear VR von Samsung ein Verkaufsstop.

Zuckerberg: „Es gibt noch keine gute VR“

Während Zenimax John Carmack beschuldigt, Betriebsgeheimnisse entwendet zu haben, kontert indes Oculus mit der Behauptung, Zenimax hätte nicht die Vision gehabt, ein VR-Headset wie die Oculus Rift zur Marktreife zu führen. Interessant ist die Aussage von Mark Zuckerberg in diesem Zusammenhang, der kürzlich in den Zeugenstand trat und behauptete, dass es in seinen Augen noch keine gut funktionierende Virtual Reality gebe. Zuckerberg plane deshalb in den kommenden zehn Jahren circa drei Milliarden US-Dollar zu investieren, um eine VR zu entwicklen, die erlaube, „Momente so festzuhalten, wie sie geschehen“.

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Dass es heute keine gute VR gebe, würde ein schlechtes Licht auf die eigene Hardware werfen. Vermutlich werden Zuckerberg und seine Anwälte ganz bewusst das bisher Erreichte kleinreden, um dem ganzen Fall die Tragweite zu nehmen.

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Das Wettrennen um die Zukunft

Der Streit wird so erbittert geführt, weil hinter den hohen Geldsummen ein anderes Ziel steckt: Es geht um die Vorherrschaft in einer Schlüsseltechnologie der Zukunft. Ganz egal ob Virtual, Augmented oder Mixed Reality – wer frühzeitig an realitätserweiternden Technologien entwickelt und ihr Potenzial auslotet, kann sich entsprechend stark auf dem Plattform-Markt positionieren. Und die Konkurrenz im Bereich Social-VR schläft nicht. Second-Life-Erfinder Philip Rosedale arbeitet bereits mit „High Fidelity“ an einem Nachfolge-Projekt in VR. Auch wenn das Projekt nicht in einer Liga mit Facebook spielt – die Internetwirtschaft hat schon viele Shooting-Stars gesehen und ebenso viele Riesen, die heute keine Rolle mehr spielen.

Zuckerberg selbst hat im Zeugenstand ausgesagt, dass er Oculus gekauft habe, weil er nicht wie bei den Smartphones damals den Anschluss bei einer Schlüsseltechnologie verlieren wolle. Der Vergleich hinkt natürlich, weil Facebook in den Jahren 2007 und 2008 vermutlich nicht die finanziellen Kapazitäten gehabt hätte, eine maßgebliche Rolle im Smartphone-Markt zu spielen. Jetzt aber will Zuckerberg gerüstet sein – für die Zukunft des sozialen Netzes in der virtuellen Realität. Ganz egal, was es kostet. Was Gerichtsverhandlungen angeht, hat Zuckerberg jedenfalls so einige Erfahrungen gesammelt.

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Noch mehr Virtual-Reality-Kolumnen von Luca Caracciolo gibt es hier. Folgt ihm auf Twitter unter papierjunge

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Dein t3n-Team

Jan

„Ganz egal ob Virtual, Augmented oder Mixed Reality“ – etwas doppelt gemoppelt oder?

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