Fokus und Entspannung: 10 Produktivitäts-Helfer für Webworker
Produktivitäts-Apps. (Bild: Headspace)
Produktivitäts-Apps: Von Website-Blockern bis Meditationshilfen
Jeder Webworker kennt es: Statt in die eigentliche Aufgabe ist wieder einmal zu viel Zeit in sinnloses Surfen, unfokussiertes Multitasking und diverse weitere Ablenkungen geflossen. Dabei gibt es diverse Arten von Produktivitäts-Apps, die uns bei der Arbeit helfen können. Zum Beispiel die Blocker-Apps, die bestimmte Dienste oder Webseiten sperren und so unerwünschte Ablenkungen von uns fernhalten. Andere Apps haben zum Ziel, dass wir durchatmen, unsere Akkus aufladen und uns dann mit neuem Elan der vorliegenden Aufgabe widmen können.
Wir stellen euch eine Auswahl bekannter und bewährter Produktivitäts-Apps vor. Alle Apps sind kostenlos, es sei denn, wir haben einen Preis in der Beschreibung angegeben.
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1. SelfControl
Bei SelfControl handelt es sich um ein Open-Source-Tool, mit dem sich beliebige Domains für bis zu einen Tag blockieren lassen. Einfach den Domain-Namen auf die Blacklist setzen und den Timer aktivieren. Ist der Timer einmal aktiv, helfen selbst Computer-Neustart oder Löschen des Tools nichts: Die Seite ist erst wieder verfügbar, wenn die Zeit abgelaufen ist. SelfControl ist kostenlos, allerdings nur für den Mac verfügbar.
2. Calm

Calm soll euch dabei helfen, abzuschalten und ruhig zu werden. (Screenshot: Calm)
Mit Calm kommen wir zur ersten Meditations-App in unserer Sammlung. Die App will beim Entspannen helfen und bietet dazu ausgewählte Musik-Tracks, Natur-Bilder und angeleitete Meditations-Sessions von zwei bis dreißig Minuten Dauer. Wer noch nie meditiert hat, findet in der App einen Wegweiser in sieben Schritten vor. Premium-Nutzer, die ein Abonnement abschließen (10 US-Dollar/Jahr), erhalten zusätzliche Meditationen mit speziellem Fokus auf Energie, Kreativität, Selbstvertrauen und mehr. Zudem soll sich die App gut zum abendlichen Relaxen und als Einschlafhilfe nutzen lassen.
3. Productivity Owl

Die Produktivitäts-Eule schließt Webseiten, auf denen ihr zu lange verweilt, ohne vorher zu fragen. (Screenshot: Productivity Owl)
Die Produktivitäts-Eule zwingt dich dazu, produktiv zu sein – so zumindest das Versprechen, das die Macher der App geben. Ein gewisser erzieherischer Ansatz lässt sich dabei nicht leugnen: Verbringt man zu viel Zeit auf einer bestimmten Seite, tritt die Eule in Aktion und schließt den entsprechenden Reiter. So soll man lernen, direkt zur benötigten Information zu surfen und sich nicht ablenken zu lassen. Nutzer können Ausnahmen für wichtige, arbeitsbezogene Seiten einrichten. Wer die Chrome-Extension zeitweise deaktiviert, zieht den Zorn der Eule auf sich, was negative Auswirkungen auf den Respect-Score hat.
4. Antisocial
Mit Antisocial sperrt ihr alle Webseiten oder sonstige Dienste aus, die euch von der eigentlichen Arbeit ablenken – mindestens für 15 Minuten, höchstens für acht Stunden. Antisocial erstreckt sich auch auf Clients: Wer beispielsweise twitter.com sperrt, kann auch Tweetdeck für den gesetzten Zeitraum nicht nutzen. Ein Umgehen der Sperre ist nur durch Reboot möglich. Die Funktionalitäten von AntiSocial haben aber ihren Preis: 15 US-Dollar kostet die Software für Windows oder Mac, ein kostenloses Trial-Angebot ist auf der Website der Produktivitäts-App verfügbar.
5. Freedom
Freedom ist das Ergänzungs-Angebot zu Antisocial und ist für alle geeignet, die wirklich ein paar Stunden komplett Offline arbeiten möchten. Denn mit Freedom sperrt ihr nicht nur einzelne Seiten, sondern das komplette Internet für eine bestimmte Zeit lang aus: nicht nur ein technischer, sondern ein ebenso wirksamer psychologischer Blocker, wie die Macher versprechen. Ein Umgehen der Sperre ist nur durch Reboot möglich. Auch Freedom ist kostenpflichtig: 10 US-Dollar müsst ihr für das Tool zahlen, Freedom und AntiSocial im Paket sind für 20 US-Dollar zu haben.
6. RescueTime

RescueTime zeigt euch, wie viel Zeit ihr mit welchen Seiten und Apps verbringt. (Screenshot: RescueTime)
Unter den hier vorgestellten Produktivitäts-Apps untersucht RescueTime als einzige genauer, welches Verhalten uns im Einzelnen unproduktiv macht. Die App läuft im Hintergrund auf unserem PC oder mobilen Endgeräten, misst die Zeit, die wir auf bestimmten Seiten oder mit bestimmten Anwendungen verbringen und liefert detaillierte Reports, anhand derer wir die Zeitfresser in unserem Tagesablauf identifizieren können. In der kostenpflichtigen Premium-Variante stehen neben weiteren Features auch die bekannten Blocking-Funktionen zur Verfügung.
7. Offtime

Mehr Fokus dank gezielter Auszeiten. (Screenshot: Offtime)
Das Startup Offtime hat sich zum Ziel gesetzt, uns von der digitalen Abhängigkeit zu befreien. Und da wir vor allem an unseren Smartphones kleben, konzentrieren sich die Berliner auf mobile Lösungen zum Abschalten und Auftanken. Mit der Offtime-App könnt ihr in selbst definierten Zeiträumen Anrufe, SMS und Benachrichtigungen blockieren und automatische Antworten versenden. Darüber hinaus lassen sich bestimmte Apps oder die Internetverbindung blockieren. Die App liefert eine Übersicht über die verpassten Ereignisse und liefert Details zur Smartphone- und App-Nutzung. Derzeit ist die kostenlose App nur für Android verfügbar.
8. StayFocusd

Mit der „Nuclear Option“ können Nutzer bei StayFocusd weitreichende Blocker setzen. (Screenshot: StayFocusd)
Bei StayFocusd handelt es sich um eine Chrome-Extension, die – ähnlich wie die Productivity Owl – die Zeit begrenzt, die ihr auf bestimmten Websites zubringen könnt. Dabei lässt StayFocusd sehr granulare Einstellungen zu, was Wochentag, Zeit(fenster) und die maximale Verweildauer auf den angegebenen Seiten angeht. Natürlich lassen sich auch hier Ausnahmen für bestimmte Websites hinzufügen. Im Rahmen der „Nuclear Option“ können Nutzer einen sofortigen Blocker aktivieren, der entweder das gesamte Web, nur die Seiten von der Blacklist oder alle Seiten außer der Whitelist umfasst. „Einmal aktiviert, gibt es kein Zurück,“ warnen die Macher.
9. Time Out

Der Pausen-Timer unter den Produktivitäts-Apps: Time Out zwingt euch, zumindest kurz vom Bildschirm aufzublicken. (Screenshot: Time Out)
Manchmal ist man so in die Arbeit am PC vertieft, dass man gar nicht bemerkt, wie die Zeit verfliegt. Ideal für die Produktivität ist das aber nicht unbedingt – denn Körper und Finger verkrampfen und das Gehirn ermüdet. Die Produktivitäts-App Time Out behält die notwendigen Pausen für euch im Blick und legt einen Schleier über den Bildschirm, damit ihr auch wirklich kurz vom selbigen aufblickt. Voreingestellt sind folgende Intervalle: Alle zehn Minuten zehn Sekunden Pause sowie eine zehnminütige Pause nach 50 Minuten Bildschirmarbeit. Abstände und Dauer der Pausen lassen sich aber auch individualisieren. Time Out ist für iPhone und Mac verfügbar.
10. Headspace

Via Meditation will die App Headspace zu mehr Konzentration und Kreativität verhelfen. (Screenshot: Headspace)
Auch Headspace will seine Nutzer zur Meditation anregen. In zehnminütigen Sessions lernen sie, ihre Atmung zu kontrollieren und dadurch zur inneren Ruhe zu finden. Dahinter steht das Konzept der Achtsamkeit, ein besonderes, zielgerichtetes Bewusstsein für Körper und Geist, das allen buddhistischen Meditations-Traditionen zugrunde liegt. Headspace-Gründer Andy Puddicombe spricht mit seiner App speziell Digitalarbeiter an und ist damit in den USA bereits sehr erfolgreich. Wir haben Headspace vor einiger Zeit einen eigenen Artikel gewidmet.
Noch nicht genug von Produktivitäts-Apps? Dann schaut euch auch Forest an – eine App, die euch per Gamification vom Smartphone fernhalten will.
Time Out ist ein nützliches Tool! Da dies aber leider unter Windows nicht gibt, habe ich nach einer Alternative gesucht und bin dabei auf Workrave gestoßen. Dieses Tool ist Open Source und kann unter Windows verwendet werden. Es erfüllt den gleichen Zweck wie Time Out. Dies kann man unter: http://www.workrave.org/ herunterladen.
AntiSocial ist mal ein tolles Tool!
Habe noch keines der hier vorgestellten Tools jemals getestet, aber die meisten klingen ganz spannend.
LG
StayFocusd hat bei mir sehr gut funktioniert bis ich herausgefunden habe, dass es im Inkognito-Modus nicht funktioniert! Nun gut, es gab ja noch weitere Tools …
Faulheit! Damit schafft man Fokus … und durch eine App: http://www.der-pfeifer.com/fokus-durch-faulheit/
Na ja … sogar ich als technischer Nixblick habe innerhalb kürzester Zeit herausgefunden, wie man diese Tools jeweils „hacken“, sprich umgehen kann – und zwar supereinfach. :-(
Kennt jemand ein tool (für Mac), das WIRKLICH nicht außer Gefecht gesetzt werden kann, wenn es einmal gestartet ist?