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Free to Play, Lootboxen, DLC: Wichtige Games-Begriffe erklärt

Es gibt in der Videospiel-Industrie viele Begriffe, die nicht sofort verständlich sind – und das ist kein Zufall. So kann besser verschleiert werden, dass dahinter Konzepte stecken, mit denen Geld gemacht werden soll. Wir erklären die üblichsten dieser Begriffe.

7 Min. Lesezeit
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Videospiele haben oft versteckte Kosten. (Foto: Shutterstock)

Wie funktionieren Abo-Services?

Immer mehr etabliert es sich in der Games-Branche, dass große Anbieter Abo-Services anbieten. Die Bekanntesten sind Xbox Game Pass, Playstation Now oder EA Access. Üblich ist es, dass Spieler und Spielerinnen einen bestimmten monatlichen oder jährlichen Betrag zahlen, um dann Zugang zu einem großen Pool an Spielen zu haben. Oftmals sind in diesen Services nicht die neuesten Spiele verfügbar, vielmehr konzentriert man sich auf Klassiker, Indie-Spiele oder Games, die vor einigen Jahren erschienen sind. Besonders Microsoft steckt jedoch viel Geld in den Game Pass und veröffentlicht auch neue Blockbuster-Spiele direkt am ersten Tag in dem Abo-Service. Wenn ihr mehr zur Strategie hinter den Abo-Services und digitalen Spielen wissen wollt, können wir euch unseren Artikel Xbox und Playstation 5: Was die Abkehr von physischen Medien für Spieler bedeutet empfehlen.

Alpha/Beta

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Bevor Videospiele zum Vollpreis verkauft werden, gehen sie durch verschiedene Stadien der Entwicklung. Gerade in Online-Spielen kommt es dabei zu einem Punkt, an dem Spieler und Spielerinnen gebraucht werden, um das Game zu testen. Halten die Server stand? Gibt es Bugs? Wie werden die Spielsysteme angenommen? All das sind wichtige Fragen, die Studios durch Alphas und Betas beantworten können. Dabei handelt es sich um Versionen eines Spiels, die noch nicht fertiggestellt sind, aber Spielern zugänglich gemacht werden. Gerade in einer Alpha können daher noch viele Fehler sein, die Spielmechaniken noch rudimentär und die Spielwelt nur in Ausschnitten betretbar.

Wofür steht DLC?

DLC steht für Downloadable Content. Der etwas weit gefasste Begriff bezieht sich dabei vor allem auf spielerweiternde Inhalte, die oftmals gegen Geld erworben werden können. Das reicht von Kostümen oder Waffen, die für geringe Mengen Geld gekauft werden können (siehe Microtransactions), bis hin zu ganz neuen Spielabschnitten, die das Game um neue Geschichten, Charaktere und Level erweitern. Oftmals erscheinen von erfolgreichen Spielen schließlich sogenannte „Game of the Year“- oder „Ultimate“-Editionen, in denen die DLC inbegriffen sind.

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Early Access

Auf der digitalen Spiele-Plattform Steam können Entwickler ihr Spiel schon zum Verkauf anbieten, bevor es komplett fertiggestellt ist – indem sie es im Early Access veröffentlichen. Im besten Fall hat das Vorteile für beide Parteien: Spieler und Spielerinnen können für weniger Geld testen, ob das Spiel etwas taugt. Für geringe Preise können so erstklassige Spiele gespielt werden, die stetig erweitert werden. Die Indie-Studios, die den Early Access vor allem nutzen, können derweil bereits Geld machen, während sie noch am Spiel arbeiten. Für viele ist das die einzige Möglichkeit, eine Spielproduktion am Laufen zu halten. Dorfromantik ist etwa so ein Spiel. Wie es erfolgreich wurde, könnt ihr hier nachlesen.

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Fortnite ist ein sehr beliebtes „Free to Play“-Spiel. (Screenshot: Epic Games)

Ist Free to Play wirklich kostenlos?

Besonders im Mobile-Bereich, aber nicht nur da, sind „Free to Play“-Spiele stark verbreitet. Der Begriff suggeriert, dass ein Spiel kostenlos zu spielen ist – das stimmt oftmals aber nur sehr bedingt. Free to Play bedeutet in den meisten Fällen, dass ein Spiel kostenlos heruntergeladen werden kann, der Zugang zum Spiel also kostenlos ist. Auch die ersten Stunden, Level oder Fortschritte bleiben dabei meist kostenlos, bis sich eine Bezahlschranke vor dem Spielenden auftut. Diese kann etwa bedeuten, dass das Spiel gar nicht mehr weitergespielt werden kann, wenn nicht bezahlt wird. Öfter ist es jedoch der Fall, dass bestimmte, sehr begehrte Gegenstände nur gegen Geld zu erhalten sind, oder spielerischer Fortschritt durch Geld erworben werden kann (siehe Pay to Win). Free to Play kann eine durchaus veritable Art sein, dein Spiel zu vertreiben. Viele Spiele bieten erstaunlich viel Umfang, ohne dass Geld ausgegeben werden müsste. Doch besonders Eltern sollten darauf achten, welche Mechaniken ein „Free to Play“-Spiel hat, das ihre Kinder spielen. Denn nicht selten sind darin Kostenfallen versteckt.

Was heißt Gacha?

Gacha ist eine Bezahl-Spielmechanik, die besonders in „Free to Play“-Spielen Anwendung findet. Sie ist verwandt mit Lootboxen und basiert auf den Automaten, mit denen gegen Geld Stofftiere mit einem Greifarm ergattert werden können. Wer diese Automaten kennt, weiß jedoch, dass man in den meisten Fällen leer ausgeht. Gegen Ingame-Währung, die oft mit Echtgeld erstanden wird, wird es den Spielern ermöglicht, Ingame-Gegenstände wie Rüstungen, Waffen oder Zauber zu gewinnen. Je seltener die Gegenstände, desto unwahrscheinlicher, dass sie gezogen werden. Diese Mechaniken haben durchaus das Potential, suchtanfällige Menschen dazu zu bringen, mehr Geld auszugeben, als sie eigentlich wollen. Oft wird dabei verschleiert, mit welcher Wahrscheinlichkeit einzelne Gegenstände gezogen werden können. Diese Intransparenz ist es, die Gacha-Mechaniken oftmals windig machen.

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Wie funktionieren Games as a Service?

Von allen Begriffen, dürfte dieser sowohl der aktuell meistbenutzte als auch der am wenigsten einleuchtende sein. Grundsätzlich steht Games as a Service oder Live-Service-Games für ein Spiel, das zum Vollpreis erstanden werden kann und über mehrere Jahre konstant mit neuen Inhalten versorgt wird. Es ist also nicht nur ein Spiel, sondern ein Service, ähnlich einer Social Plattform, die ständig erweitert wird. Wird dieses Konzept ordentlich umgesetzt, können Spiele dadurch langlebiger sein. Anstatt immer wieder neue Spiele zu entwickeln, werden die alten ständig erweitert und so am Leben gehalten. In der Praxis sieht das jedoch oft so aus, dass Vollpreis-Spiele mit geringem Umfang und vielen Bugs auf den Markt gepumpt werden, mit dem Versprechen, dass sie konstant geupdated werden – der Inhalt also nachgeliefert wird. Oft stehen in diesen Spielen dann dennoch Inhalte hinter Bezahlschranken, sodass zu dem Vollpreis noch weitere Ausgaben hinzukommen. The Division oder Destiny sind Beispiele für erfolgreiche Spiele dieser Art. Anthem oder Marvel’s Avengers stehen für Games, die gefloppt sind.

Ingame-Währung wird in vielen Spielen eingesetzt. Hier ein Beispiel aus Genshin Impact. (Screenshot: miHoYo)

Ingame-Währung

Sehr viele Videospiele integrieren eine eigene Währung in ihrer Spielwelt. Mit ihr können Güter wie Waffen, Heilmittel oder Rüstungen erstanden werden. In den meisten Fällen stellt das Spiel diese Währung zur Verfügung, wenn etwa Kämpfe gewonnen oder Aufgaben gelöst werden. Besonders in „Free to Play“-Spielen ist diese Ingame-Währung jedoch oft mit echtem Geld verknüpft. Zwar bieten die Spiele dann Möglichkeiten, ohne echtes Geld an die Währung zu kommen, machen den Zugang jedoch sehr viel einfacher und schneller, wenn Geld gezahlt wird. Generell gilt: Wenn ein Game eine Ingame-Währung zwischen einen Ingame-Kauf und real ausgegebenes Geld stellt, ist Vorsicht geboten. Noch mehr Vorsicht ist geboten, wenn ein Spiel gleich mehrere Ingame-Währungen etabliert und es so noch schwieriger macht, nachzuvollziehen, wie der Wechselkurs wirklich aussieht. Genshin Impact ist ein Beispiel für ein Game, das mehrere solcher Währungen hat.

Wo ist das Problem mit Lootboxen?

Das Thema Lootboxen geistert immer wieder durch die Medien, da das Thema inzwischen sogar Gerichte beschäftigt. Die Frage steht im Raum, ob Lootboxen zu Glücksspielen zu zählen sind. Ähnlich wie Gacha-Mechaniken können Spieler und Spielerinnen nicht vorher einsehen, was in einer solchen Box steckt, für die in vielen Fällen echtes Geld ausgegeben wurde. Loot ist in Videospielen der Begriff für Gegenstände, die die Spieler voranbringen. Oft können sie diese ergattern, wenn sie Gegner besiegen oder Aufgaben lösen. Loot besteht aus Waffen, Rüstungen oder nützlichen Upgrades. Um mehr Geld zu verdienen, wird sie in Spielen wie Star Wars: Battlefront 2 oder Fifa 21 jedoch in Boxen gepackt, die die Spieler erstehen können. Per Zufallsprinzip erhalten diese dann hochwertige Gegenstände – oder, sehr viel öfter, Loot, die sie bereits besitzen oder die wertlos ist.

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Sind Microtransactions gefährlich?

Anders als beim DLC können Spieler durch Microtransactions nicht bedeutende Teile eines Spiels erstehen – es sind nicht neue Abschnitte oder Charaktere, sondern kleinere Gegenstände oder kosmetische Änderungen. Diese können in den Shops gekauft werden, die in vielen Spielen integriert sind. Oftmals handelt es sich um Centbeträge, die sich jedoch summieren können. Um in einem Match besonders herauszustechen, werden diese Microtransactions vor allem in Online-Spielen integriert und sind dort eine wichtige Einnahmequelle für die Studios. Ärgerlich wird diese Mechanik in Vollpreis-Spielen, die zusätzliches Geld von den Spielern fordern (siehe Games as a Service).

Online-Services

Sowohl auf der Playstation 4 oder 5, der Xbox Series oder Nintendo Switch: Auf Konsolen kostet es Geld, die meisten Online-Spiele zu spielen. Deshalb müssen Spieler und Spielerinnen Services wie Playstation Plus, Xbox Live oder Nintendo Online nutzen – die freilich Geld kosten. Neben der Möglichkeit, Online-Modi zu nutzen, bieten diese Services jedoch auch monatliche kostenlose Spiele oder erweiterte Cloud-Speicher für Spielstände. Einen großen Teil ihres Gewinns machen die Konsolenhersteller inzwischen durch die Einnahmen dieser Online-Services. Hier könnt ihr mehr zu Playstation Plus erfahren.

Harry Potter: Hogwarts Mystery ist ein Beispiel für ein Game mit „Pay to Win“-Mechaniken. (Screenshot: Jam City)

Pay to Win

Mit Pay to Win sind Mechaniken gemeint, durch die Spieler und Spielerinnen gegen Geld Fortschritte in Spielen machen können. Dann läuft etwa die Zeit schneller ab, Abschnitte werden freigeschaltet oder bessere Waffen zugänglich. Unter Gamern sind diese Optionen besonders umstritten, da sie dem Cheaten ähneln. Aus Sicht vieler Studios sind „Pay to Win“-Mechaniken jedoch eine Möglichkeit, Spieler so zu manipulieren, dass sie gewillt sind, mehr Geld auszugeben. „Für wenig Geld kannst du besser sein als die anderen“ ist ein psychologischer Trick, der anfälligen Gamern als Rechtfertigung dienen kann, echtes Geld auszugeben. Spiele mit diesen Mechaniken sollten am besten gemieden werden.

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Was bringt ein Season-Pass?

Viele Online-Spiele finden in Seasons statt. Fortnite etwa bringt mit jeder Season neue Inhalte ins Spiel, die freigeschaltet werden wollen. Spezielle Kostüme oder Waffen, die für die bestimmte Season stehen. Ein Season-Pass kann gegen Geld erworben werden und beinhaltet all diese Inhalte (in Fortnite heißt der Season-Pass jedoch Battle-Pass). Ebenso kann ein Season-Pass aber auch aus einem Paket mit allen Zusatzinhalten wie DLC bestehen, die für ein bestimmtes Spiel erschienen sind oder erscheinen werden. Wenn etwa ein neues Assassin’s Creed veröffentlich wird, haben Spieler die Möglichkeit, mit einem Season-Pass schon vor dem Kauf des Spiels alle zukünftigen Zusatzinhalte zu erwerben – zu einem Zeitpunkt, an dem noch gar nicht erkenntlich ist, welche Inhalte das sein werden. Ein Season-Pass kann sich für Spieler lohnen, die beispielsweise sowieso alle DLC für ein Spiel kaufen würden. Denn durch den Pass werden diese Inhalte als Paket etwas günstiger angeboten.

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