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Ganz schön deep: Forscher züchten Kräuter in Unterwasserfarmen

Forscher:innen aus Italien experimentieren in ihrem Projekt „Nemo’s Garden“ damit, Kräuter und Gemüse in großen Unterwassertanks anzubauen. Die Biosphären sollen Wasser und Energie sparen – und könnten einer Studie zufolge sogar bessere Lebensmittel hervorbringen.

Von Insa Schniedermeier
1 Min.
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Wenn das Sonnenlicht die feuchte Luft im Inneren der Kuppeln erwärmt, kondensiert auf natürliche Weise frisches Wasser an den Wänden, das zur Bewässerung der Pflanzen aufgefangen werden kann. (Foto: Nemo's Garden)

Die Unterwassergärten namens „Nemo’s Garden“ liegen vor der Küste des italienischen Dorfes Noli, rund eine Autostunde von Genua im Nordwesten Italiens entfernt. In großen, durchsichtigen Tanks, die aussehen wie Ballons, wachsen dort Kräuter und Tomaten – zehn Meter unter dem Meeresspiegel.

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Die Bilder der Farm, die der Fotograf Luca Locatelli für National Geographic festgehalten hat, sind beeindruckend. Ein wenig erinnert die Unterwasserfarm an eine verwilderte Raumstation.

„Mit unseren Unterwasserfarmen wollen wir es schaffen, in den Teilen der Welt, in denen es zwar reichlich Meerwasser, aber keinen fruchtbaren Boden für die traditionelle Landwirtschaft gibt, Lebensmittel produzieren“, sagt Projektmanager Emilio Mancuso in einem Youtube-Video.

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Lebensmittel aus dem Meer

Die neun Biosphären-Blasen des italienischen Unterwassergartens fassen jeweils rund 2.000 Liter. Eine künstliche Lichtquelle an der Decke jeder Blase sorgt für zusätzliche Beleuchtung, ein kleiner Ventilator für die Luftzirkulation. Das Meerwasser, das die Tanks umgibt, sorgt für eine konstante Temperatur.

Neben Basilikum experimentieren die Forscher:innen mit dem Anbau von Tomaten, Okra, Bohnen, grünen Erbsen, Kräutern und Blumen.

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Das Projekt Nemo's Garden sieht aus wie eine verwilderte Raumstation. Dabei handelt es sich um Unterwasser-Gärten. (Bild: Nemo's Garden)

Das Projekt Nemo’s Garden sieht aus wie eine verwilderte Raumstation. Dabei handelt es sich um Unterwassergärten. (Foto: Nemo’s Garden)

„Wir brauchen mehr Menschen, die über solch verrückte Dinge nachdenken und nicht nur über gewöhnliche Erfindungen“, sagt der Fotograf Locatelli über das Projekt. Er besuchte die Wasserfarm letztes Jahr und konnte sogar das selbstgemachte Pesto aus Unterwasser-Basilikum probieren.

Ergebnisse sind vielversprechend

Die Ergebnisse der Unterwassergärten sind vielversprechend. Laut einer Studie aus dem Jahr 2020 enthielt das unter Wasser gezüchtete Basilikum mehr Chlorophyll und Antioxidantien als herkömmliches, an Land gezüchtetes Basilikum. Ursächlich dafür könne der Wasserdruck sein, der die Nemo-Pflanzen dazu zwingt, sich anders zu entwickeln als an der Oberfläche.

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Das Projekt hat noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Die Unterwasserfarmen sollen wie ein künstliches Korallenriff fungieren und Meeresbewohner:innen anlocken. Basilikum für alle!

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Kommentare (1)

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Peter-Christian Quint

Ob man das System jemals wirtschaftlich nutzen kann? Ich kann mir auch vorstellen, dass man nicht „alles haben kann“ – künstliches Riff und Pflanzenanbau. Für letzteres muss die Kuppel immer durchsichtig bleiben und entsprechend regelmäßig von Algen, Pflanzen und Tieren gereinigt werden, die sich wie auch bei Schiffen da festsetzen

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