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Gemini KI: Google gibt zu, dass ein Demovideo inszeniert war

In einem beeindruckenden Demovideo stellt Google die Fähigkeiten seines neuen KI-Modells Gemini vor. Wie sich jetzt aber herausstellt, sind Teile der Aufnahmen manipuliert. Geminis Release verschiebt sich weiter.

Von Christian Weindl
2 Min.
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Kann viel, aber weniger als im Demovideo: Googles Gemini. (Foto: Rafapress / Shutterstock)

Es ist wahrscheinlich das Konkurrenzprodukt, das OpenAIs ChatGPT am gefährlichsten werden könnte: Googles KI-Modell Gemini. In einer Videopräsentation hat der Tech-Konzern die Fähigkeiten seiner künstlichen Intelligenz vorgestellt und dabei für Staunen gesorgt.

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Wie Bloomberg jetzt jedoch berichtet, hat das Unternehmen zugegeben, dass eine Interaktion wie im Demovideo in der Realität nicht möglich wäre – und Gemini hat wohl noch mehr Probleme, als man bei Google zugeben möchte.

Gemini: Simulierte Kreativität, beeindruckende Assoziationsfähigkeit

Geminis Fähigkeiten im Demovideo „Hands on with Gemini“ sind wirklich verblüffend: Ein Google-Mitarbeiter führt darin eine flüssige Konversation mit der künstlichen Intelligenz, die genauso gut aus einem Science-Fiction-Film stammen könnte.

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Die Software erkennt, was der Mitarbeiter zeichnet, antwortet zügig auf alle möglichen per Spracheingabe gestellten Fragen und streut sogar hin und wieder einen Witz oder ein Wortspiel ein. Die Intelligenz des KI-Modells ist beeindruckend. So liefert sie nicht nur kreativ wirkende Vorschläge darüber, was man aus zwei verschiedenen Wollknäuel basteln könnte, sondern erkennt zum Beispiel die Handbewegungen von Schere, Stein, Papier, ohne dass das Spiel zuvor eingeleitet wurde.

Gemini zeigt sogar eine äußerst gute Assoziationsfähigkeit, unter anderem wenn es nach den Gemeinsamkeiten eines Fidget-Spinners und eines Zauberwürfels gefragt wird: Beides sind populäre Spielzeuge einer bestimmten Zeit.

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Gemini-Video: Keine echten Spracheingaben, Antworten beschleunigt

Das Problem an dem Ganzen: So eine Interkation würde in der Realität nicht funktionieren. Denn wie Google zugibt, sind Teile des Demovideos inszeniert. Der sicher beeindruckendste, weil „menschlichste“ Teil der Interaktion – die Sprache – ist nachträglich eingefügt.

In Wirklichkeit funktioniert Gemini über manuelle Texteingaben. Dass die Schnelligkeit der Antworten für das Video hochgeschraubt wurde, hat Google wenigstens von Anfang an in einem Disclaimer in der Caption offengelegt.

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Obwohl die für das Video sicher speziell trainierten Fähigkeiten von Gemini nach wie vor vielversprechend sind, ist das Demo mit diesem Wissen dann doch deutlich weniger beeindruckend.

Plustert Google sich auf, um gegen ChatGPT zu bestehen?

Google selbst ist sich keiner Schuld bewusst. Das Unternehmen verwies The Verge auf Nachfrage auf einen X‑Post des Vizechefs der Gemini-Entwickler, in dem genau dargelegt wird, wie das Video entstanden ist. Ziel der übertriebenen Darstellung sei gewesen, andere Entwickler:innen zu inspirieren.

Wie Engadget berichtet, hat Gemini Gerüchten zufolge derzeit noch mehr Probleme, vor allem wohl mit nicht englischsprachigen Eingaben. Ab dem 13. Dezember soll Gemini Pro über Gemini API für Entwickler:innen und Google-Kund:innen zugänglich sein. Der allgemeine Start wurde erst am Wochenende auf Januar 2024 verschoben.

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Der KI-Markt, den viele als die Zukunft der Tech-Branche ansehen, ist hart umkämpft. Google hinkt von Anfang an dem Konkurrenten Microsoft und seiner Tochterfirma OpenAI hinterher. Gemini steht also unter enormem Druck, gegen ChatGPT bestehen zu können. Darin dürften wahrscheinlich auch die Gründe für das nachträglich aufgeblasene Video liegen.

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