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Der Glas-Akku des Li-Ion-Akku-Erfinders soll 2022 marktreif sein

Der Glas-Akku des Nobelpreisträgers und Lithium-Ionen-Akku-Miterfinders John Goodenough könnte schon bald Realität werden. Ein kanadischer Stromversorger verspricht die Marktreife bis 2022.

2 Min. Lesezeit

Akku laden soll bald schneller gehen. (Foto: Shutterstock)

Schon vor rund drei Jahren hatte John Goodenough, Miterfinder des Lithium-Ionen-Akkus und dafür 2019 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet, eine neue Akku-Technologie vorgestellt. Der Schnelllade-Akku, den der damals 94-Jährige an der Universität Texas zusammen mit der Wissenschaftlerin Maria Helena Braga von der Uni Porto entwickelt hat, soll in Minuten statt in Stunden geladen werden können. Das Geheimnis: Glas oder Keramik statt Lithium-Polymere. Jetzt könnte die neue Akku-Technologie bald Realität werden.

Glas-Akku: Hydro-Québec rechnet mit baldiger Marktreife

Denn der kanadische Stromversorger Hydro-Québec hat sich Ende Januar die Lizenz an der Technologie gesichert. Die Glas-Akkus sollen in den kommenden beiden Jahren weiterentwickelt werden, um schon 2022 zur Marktreife gelangen, wie das Fachmagazin IEEE Spectrum berichtet. Dann sollen ein oder zwei Industriepartner die Akkus fertigen. Hydro-Québec forscht eigenen Angaben zufolge schon seit 40 Jahren an Lithium-Batterien. Aktuell arbeiten in den Laboren des Konzerns 120 Personen an Technologien wie jene von Goodenough. Mit dem mittlerweile 97-jährigen Entwickler ist Hydro-Québec schon seit rund 25 Jahren eng verbunden.

Die von Goodenough und Braga entwickelten Feststoff-Batterien verwenden mit Alkalimetallen versetztes Glas oder Keramik als Elektrolyte. In herkömmlichen Akkus bestehen die Elektrolyte, das Material zwischen Katode und Anode oft aus Flüssigkeiten. Das macht sie anfälliger für Brände. Die Feststoff-Akkus sollen nicht entzündbar sein und sowohl bei heißem als auch bei kaltem Wetter funktionieren. Außerdem sollen sie über eine angeblich mehr als dreimal so hohe Energiedichte wie aktuelle Lithium-Ionen-Akkus verfügen und auch länger haltbar sein.

Dritte Generation der Feststoff-Akkus

Hydro-Québec arbeitet übrigens seit kurzem auch mit Daimler/Mercedes-Benz an Lithium-Feststoff-Akkus. Bei diesen bestehen Elektrode und Elektrolyte aus festen Materialien. Auch hier sind die Vorteile, dass die Akkus schneller geladen werden können und nicht brennbar sein sollen. Anders als bei Goodenoughs Entwicklung spricht Hydro-Québec hierbei von der zweiten Generation der Feststoff-Akkus. Eine erste Generation, die der Konzern in den 1990er-Jahren entwickelt hat, wird in Elektrobussen und als Energiespeicher eingesetzt.

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