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Google und Meta müssten Verlagen mehrere Milliarden pro Jahr zahlen – laut Studie

Einer Studie nach müssten Google und Meta für die Anzeige von News-Titeln und Snippets allein Verlagen in den USA mehrere Milliarden US-Dollar pro Jahr zahlen. Google sieht das Ganze naturgemäß ganz anders.

3 Min.
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Google-Suche: Schuldet der Suchmaschinenkonzern Verlagen Milliarden? (Foto: Shutterstock/Castleski)

Insbesondere in Nordamerika und Australien stehen Onlineplattformen wie Google und Meta derzeit unter Druck, Publishern einen Teil ihrer Werbeeinnahmen abgeben zu müssen. In Deutschland hatte sich Google zuletzt auf eine Zahlung von 3,2 Millionen Euro pro Jahr für die Nutzung von Presseerzeugnissen geeinigt – die Verlage wollten aber deutlich mehr als das Hundertfache dieser Summe.

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Google-Umsatz: Welcher Anteil steht Verlagen zu?

Den Verlagen in die Hände spielt jetzt eine Studie der Initiative Policy Dialogue an der Columbia University. Darin haben US-Forscher:innen berechnet, wie viel Google und Meta allein US-Verlagen schulden würden, wenn Letztere den ihnen zustehenden Anteil an den Werbeeinnahmen der Tech-Konzerne erhielten.

Demnach müsste Google jährlich zwischen zehn und zwölf Milliarden Dollar abgeben. Das entspricht 17,5 Prozent der Erlöse, die Google über seine Suchmaschine einnimmt. Bei Meta beliefe sich der abzugebenden Anteil am Konzernumsatz auf 6,6 Prozent – was rund 1,9 Milliarden Dollar entspräche, wie die New York Post schreibt.

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Studie: Google und Meta zahlen nicht genug

Sie hätten „überwältigende Beweise“ dafür gefunden, dass sich Google und Meta den Wert der Nachrichten in einer Weise angeeignet hätten, der weit über die bestehenden Normen hinausgehe, nach denen gemeinsam geschaffener Mehrweit geteilt werden sollte, so die Forscher:innen in ihrem Whitepaper.

Die Ergebnisse basieren auf Schätzungen des Umsatzes, den die Plattformen mit der Suche nach von Publishern gelieferten News-Inhalten machen. Dabei wurden Nutzungsverträge, die Google und Meta mit Publishern getroffen haben, mit ähnlichen Verträgen der vergangenen Jahrzehnte vergleichen, bei denen es um Content-basierte Produkte ging.

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Google widerspricht Berechnungen, Meta schweigt

Demnach wäre eine Vereinbarung fair, nach der die Tech-Konzerne den Publishern die Hälfte der auf entsprechenden Inhalten basierenden Umsätze zahlen müssten. Während Meta die Ergebnisse der Studie nicht kommentieren wollte, widersprach Google in aller Heftigkeit.

Die Studie basiere „auf falschen Annahmen, widerlegten Daten und grundlegenden Fehlern“, wodurch die Schlussfolgerung voreingenommen sei, so Google-Sprecherin Jenn Crider. Tatsächlich hätten weniger als zwei Prozent der Suchanfragen mit News zu tun und Google verdiene mit der Mehrzahl dieser Anfragen kein Geld.

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Google: Großer Wert für Verlage

Vielmehr, so Google, biete der Konzern seinerseits den Zeitungsverlagen einen „enormen Wert“. Nämlich, indem die Suchenden auf die Onlineangebote der Verlage weitergeleitet würden und dort monetarisiert werden könnten.

Das wiederum sehen die Studienmacher:innen ganz anders. Ihnen zufolge hätten die Nachrichteninhalte einen riesigen Wert für die Plattformen, der in etwa dem des Livesportangebots für US-Kabelsender entspräche. Heißt: Ohne News deutlich weniger Nutzer:innen und damit weniger Umsatz für Google und Meta.

Schweizer Google-Nutzerstudie als Basis

Die Berechnung stützt sich dabei auf eine Studie aus der Schweiz, wie Ben Smith von Semafor berichtet. Demnach würden rund die Hälfte der Suchanfragen getätigt, um Informationen zu bekommen – im Gegensatz zu jenen Suchanfragen, bei denen es um eine spezielle Website oder ein Produkt geht, das man kaufen will.

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Mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer:innen (rund 70 Prozent) würden dabei eine Google-Version mit journalistischen Inhalten einer solchen ohne vorziehen. Die US-Forscher:innen kommen daher zu der Annahme, dass 35 Prozent aller Suchanfragen auf Newsinhalten von Publishern abzielten.

Die lustigsten Google-Rezensionen Quelle: BlueberryPie/Shutterstock

Bei einem Anteil von 50 Prozent an den Einnahmen kommt die Studie entsprechend auf die oben genannten 17,5 Prozent, die den Publishern zustünden. Inwiefern diese Berechnungen im Ernstfall vor einem Gericht standhalten oder ob die Studie als Basis für mögliche Gesetzentwürfe herangezogen wird, muss sich noch zeigen.

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