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Google stellt Chrome OS vor, Chrome Web Store und Chrome Notebook im Gepäck

Lesezeit: 4 Min.
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Google hat das langersehnte Chrome OS offiziell vorgestellt. Gestern Abend unserer Zeit präsentierte Google nicht nur das neue Betriebssystem für Notebooks, sondern auch gleich den Chrome Web Store als dazu passende Vertriebsplattform für Web Apps und mit dem Cr-48 Chrome Notebook auch noch eine Referenz-Hardware. Leider wird das Cr-48 Chrome Notebook erst einmal das einzige Chrome OS Notebook bleiben, denn für weitere Hersteller wird es das neue System erst Mitte 2011 geben. Nach der kurzen News von gestern, hier nun weitere Informationen zum Chrome-Event.

Chrome 8 als starke Basis für Chrome OS

Für etwas Verwunderung sorgte erst kürzlich die Veröffentlichung von Chrome 8. Google hatte die neue Version seines Browsers ohne großen Rummel bereitgestellt und sich sehr bedeckt gehalten. Seit gestern Abend ist klar warum: Chrome 8 ist die aktuelle Basis für Chrome OS, dem neuen Betriebssystem von Google. Chrome OS ist für Anwender gedacht, die die meiste Zeit an ihrem Computer damit verbringen, sich im Web zu bewegen. Nach der Logik von Google folgt daraus, dass ein modernes Betriebssystem einen Browser als Basis haben sollte, damit es den Grundbedürfnissen der Anwender nachkommen kann. Genau das hat Google mit Chrome OS auf der Grundlage von Chrome 8 umgesetzt.

Chrome OS lässt sich auch ohne Internet nutzen

Google will Chrome OS zunächst nur auf Notebooks zum Einsatz bringen. Für Smartphones und Tablets gäbe es schließlich Android, das sehr viel besser für die Bedienung über Touch-Technologien geeignet sei, wie Google bereits mehrfach betonte. Die Frage die sich dabei schnell stellt: Was macht man mit seinem Chromebook, wenn kein WLAN verfügbar ist? Google Antwort darauf ist zweigeteilt. Zum einen werden die für Chrome OS entwickelten Notebooks mit einem UMTS-Chip ausgestattet sein und zum anderen sollen spezielle Technologien dafür sorgen, dass viele Anwendungen auch ohne Internetverbindung genutzt werden können.

Google-CEO Eric Schmidt ließ es sich nicht nehmen an der Vorstellung von Chrome OS teilzunehmen.

Die Web Apps werden dafür lokal auf dem Notebook installiert und können Daten solange zwischenspeichern, bis wieder eine Internetverbindung verfügbar ist. Natürlich macht das nicht bei jeder Anwendung Sinn und die von Drittanbietern entwickelten Web Apps müssen dieses Feature auch unterstützen. Eric Schmidt sieht in den neuen Chrome OS Geräten die Umsetzung einer fast 30 Jahre alten Idee. Mit den „Thin Clients“ gab es schon damals den Versuch die Benutzerschnittstelle von der eigentlich Datenverarbeitung abzukoppeln, um möglichst einfache und kostengünstige Client-PCs entwickeln zu können. So recht durchsetzen konnte sich das Modell aber nicht, weil „niemand in der Lage war coole und leistungsfähige Anwendungen dafür zu entwickeln“, erklärt Schmidt.

Die wichtigsten Eckdaten von Chrome OS

  • Schnelligkeit: Der Bootvorgang reduziert sich auf das Starten des Browsers und die Überprüfung der Firmware, auch das Umschalten in den Standby-Modus geht sehr schnell
  • Sicherheit: alle Anwenderdaten werden verschlüsselt und der Browser arbeitet in einer abgeriegelten Sandbox
  • Wartungsfrei: Alle Updates werden automatisch aufgespielt und der Anwender muss sich um nichts selbst kümmern
  • Synchronisation: Alle Daten aus dem Google-Account werden zur Personalisierung übernommen und immer auf dem aktuellen Stand gehalten

Der Chrome Web Store als Vertriebsplattform für Web Apps

Nach dem Vorbild des Apps Store für iOS von Apple, bietet auch Google eine passende Vertriebsplattform für die Web Apps für Chrome OS an. Neben zahlreichen kostenlosen Anwendungen können Entwickler den Chrome Web Store auch zum Vertrieb von kostenpflichtigen Apps nutzen.

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Im Chrome Web Store finden Anwender bereits jetzt 500 verschiedene Apps.

Zum Start sollen bereits 500 verschiedene Anwendungen zur Auswahl stehen, die meisten davon sind kostenlos. Eine dieser Apps kommt von der New York Times. Sie zeigt schon mal einen Ausblick auf die Zeitung der Zukunft und wurde mit HTML5 und CSS3 umgesetzt. Wer der Browser-Anwendung gestattet eine kleine Datenbank mit 10 MByte Speicher auf dem lokalen Rechner abzulegen, kann die App auch auf anderen Plattformen nutzen.

Die New York Times zeigt mit einer eigenen Chrome App, wie die Zukunft der Zeitungen aussehen könnte.

Das Chromebook heißt tatsächlich „Cr-48 Chrome Notebook“

Wie bereits erwartet präsentierte Google auch gleich eine Referenz-Hardware für Chrome OS. Das Cr-48 Chrome Notebook soll nicht nur zeigen, was mit Chrome OS alles möglich ist, sondern wird für die nächsten sechs Monate auch das einzige Notebook mit dem neuen Betriebssystem bleiben. Andere Hersteller wie Acer und Samsung werden im Sommer 2011 folgen, versprachen die verantwortlichen Produkt-Manager Sudar Pichaei und Linus Upson. Das Cr-48 Chrome Notebook werde bis dahin nur als Referenzmodell dienen und nicht in den freien Verkauf gehen. Google will das erste Chromebook kostenlos an Interessierte und vor allem an Entwickler abgeben und hat dazu ein Pilotprogramm gestartet. Leider wird dieses Testprogramm nur innerhalb der USA angeboten, so dass wir erst einmal leer ausgehen.

Google hat nicht nur Chrome OS vorgestellt, sondern mit dem Cr-48  Chrome Notebook auch gleich ein Referenzmodell.

Die wichtigsten Eckdaten zum Cr-48 Chrome Notebook

  • 12,1 Zoll Display
  • großes Touchpad und eine Tastatur ohne Caps Lock und F-Tasten
  • UMTS, 802.11n-WLAN
  • Webcam
  • Akku mit 8-Stunden Laufzeit, eine Woche im Standby
  • eingebauter Jailbreak-Modus zum Installieren beliebiger Betriebssysteme
  • optische Laufwerke fehlen komplett

Und so sieht Chrome OS auf dem Cr-48 Chrome Notebook aus:

Fazit zu Chrome OS

Als Google mit Android und Chrome OS gleich die Entwicklung von zwei neuen Betriebssystemen für den mobilen Bereich ankündigte, sorgte das für einige Verwirrung. Warum gleich zwei, wo sind die Unterschiede, was kann das eine was das andere nicht kann? Diese Fragen sind nun mit der Vorstellung von Chrome OS zumindest für den Moment beantwortet. Android ist für Touch, Chrome OS für alles andere. So sieht es Google. Doch ob das auch alle Hersteller so sehen?

Bei Android haben die Hardware-Hersteller die Möglichkeit das Betriebssystem auf ihre speziellen Bedürfnisse anzupassen. Die liegen zwar nicht immer im Interesse der Anwender, aber das stört die Hersteller erstmal nicht. Das Problem dabei: Updates können nicht sofort auf die Android-Phones aufgespielt werden, weil die Hersteller zunächst ihre Anpassungen updaten müssen. Das macht viel Arbeit, dauert lange und verärgert die Nutzer. Gemacht wird es trotzdem.

Chrome OS will nun Updates automatisch aufspielen. Das bedeutet also für die Hersteller, dass es nicht möglich sein wird, allzu tief in Chrome OS einzugreifen. Für die Anwender ein Segen, für die durch Android verwöhnten Hersteller ein Horror. Es wird daher sehr interessant sein zu sehen, ob die Hersteller nicht doch versuchen werden, Android fit für Notebooks zu machen.

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7 Kommentare
Peer Keil
Peer Keil

Hallo und guten Tag,
wird man Chrome OS mittels CD auch auf jedem Notebook (z.B. Dell) installieren können um
Microsoft Windows den Rücken zu kehren? Das wäre super!!!
Welche Leistung sollte ein Rechner haben, damit Chrome OS problemlos funktioniert und für
welche Bildschirmgröße ist die Grafik geeignet? Netbooks haben baubedingt meist einen sehr
kleinen Bildschirm.
WICHTIG! Wird eine Firewall und ein Virenschutz noch zwingend benötigt?

Mit freundlichen Grüßen!
Peer Keil

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