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Ratgeber

Greenwashing oder Impact: So findest du einen wirklich grünen Job

Einen Job mit Sinn zu suchen, führt viele Bewerber:innen in die Richtung „grüner“ Startups. Aber wie viel Impact haben diese Unternehmen wirklich? Unsere Gastautorin teilt Tipps für die Suche nach einem Arbeitgeber, der kein Greenwashing betreibt.

Von Hellen Hohoff
4 Min.
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Immer mehr Angestellte wünschen sich einen „grünen“ Arbeitgeber. (Foto: Shutterstock/Chinnapong)

Jobs mit Impact-Bereich sind beliebt – und das nicht erst seit gestern. Schon die Millennials waren und sind vermehrt auf der Suche nach Arbeit mit Sinn. Und nun steht die Generation Z kurz davor, den Arbeitsmarkt zu fluten, mit noch höheren Ansprüchen an Unternehmen: Sie fordert großes Engagement für ein breiteres Spektrum an gesellschaftlichen Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel und Hunger.

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Nicht nur auf eigens dafür errichteten Online-Plattformen lassen sich Impact-Jobs finden, auch das eigene Netzwerk (vor allem in sozialen Medien) ist ein Outreach wert. Dass es weiterhin einen Anstieg an Jobs mit Impact geben wird, lässt der Startupdetector Report 2021 durchblicken, der beispielsweise einen starken Zuwachs an Startups im Bereich Umwelttechnologien verzeichnet.

Haben Arbeitssuchende eine Stellenausschreibung gefunden, bei der ihnen sowohl die Tätigkeit als auch die Mission zusagt, gilt es, genauer hinzuschauen. Ob „Job mit Impact“ oder „Arbeit mit Sinn“ – was junge Arbeitnehmer:innen meiden, sind Stellen in Unternehmen, die Greenwashing betreiben. Greenwashing ist der Versuch, mithilfe von Marketing- und PR-Maßnahmen ein grünes Image zu erlangen sowie Unternehmensverantwortung zu suggerieren.

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In den Augen der Öffentlichkeit möchte das Unternehmen in einem verantwortungsbewussten und umweltbewussten Licht dastehen. Die Methoden – zumeist aus dem Bereich der Rhetorik und Öffentlichkeitsarbeit –, die dabei angewendet werden, dienen größtenteils der Manipulation von Stakeholder:innen.

So findest du heraus, ob Unternehmen Greenwashing betreiben

Um zu prüfen, ob der zukünftige Wunsch-Arbeitgeber Greenwashing betreibt, kannst du auf folgende Punkte achten:

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1) Kritische Bewertung der Kommunikation und Wortwahl

Eine offene, transparente und genaue Kommunikation von Nachhaltigkeit ist erst einmal ein besseres Zeichen als ein Nachhaltigkeits-Slogan, für den es keinen Nachweis gibt. Diese offene Kommunikation muss weder im Marketing noch in der PR im Vordergrund stehen, aber wenn sie proaktiv erfolgt, ist das authentischer, als wenn man Schwierigkeiten hat, Informationen zum wahren Impact eines Unternehmens zu finden.

Zudem sind Ehrlichkeit und Transparenz Indiz dafür, dass Ansprüche und Bedürfnisse von Stakeholdern ernst genommen werden.

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Besonders können Bewerber:innen auch Beschönigungen, Buzzwords (wie etwa „umweltfreundlich“) und gesetzlich geschützte Begriffe (wie das Bio-Siegel) hinterfragen. Mit ein bisschen Recherche kann geprüft werden, ob die Begriffe belegt werden können.

Eine Beschönigung kann auch sein, von „recycelten Produkten“ zu sprechen, obwohl der Anteil an recyceltem Material im Produkt tatsächlich verschwindend gering ist.

2) Zertifikate, Auszeichnungen und Labels

Begriffe wie „bio“ oder „öko“ unterstehen entsprechenden Zertifizierungen oder kontrollierten Gütesiegeln. Das gilt für vielerlei Branchen – im Lebensmittelbereich gibt es beispielsweise das Siegel „Fair Trade“, im Textil-Bereich „GOTS“ – es handelt sich dabei um geschützte Begriffe, an denen man sich orientieren kann.

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Besonders im B2B-Bereich der Startup-Szene kann man aber auch nach Awards oder Auszeichnungen Ausschau halten und nachlesen, auf welche Kriterien das Unternehmen bereits geprüft wurde.

3) Was sagen Aktivist:innen und die Presse dazu?

Beleuchtet man sie kritisch, sind auch Beiträge in den sozialen Medien, Foren oder sonstigen Communitys wertvolle Informationsquellen. Das gilt beispielsweise für Beiträge von Nachhaltigkeits- und Umweltaktivist:innen.

Auch gut recherchierte Presseartikel zum Thema Greenwashing lassen sich vermehrt finden. Es lohnt sich ebenfalls, das Stimmungsbild auf den Social-Media-Kanälen der Unternehmen zu prüfen. Kritisches Hinterfragen sollte jedoch Pflicht sein.

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4) Geschäftsmodell und Ziele ansehen

Unternehmen, die einen echten Impact erwirken möchten, stecken sich oft Ziele und kommunizieren sie auch offen. Messbare Ziele lassen sich häufig auf der unternehmenseigenen Website nachlesen und sollten auch beinhalten, was die Marke zur gesellschaftlichen Herausforderung beitragen möchte.

Hinsichtlich des Geschäftsmodells sollte das Gesamtbild des Unternehmens stimmen. Im optimalen Fall sollten Nachhaltigkeitsaktivitäten einen klaren Bezug zur Geschäftstätigkeit vorweisen können. Zu vermeiden ist beispielsweise, dass Produkte aus nachhaltigen Materialien verkauft werden, die jedoch während der Produktion so viele Ressourcen verbrauchen, dass von der Nachhaltigkeit nicht mehr viel übrig bleibt.

Abgesehen davon können Unternehmen auch Greenwashing betreiben, indem sie mit Partnern zusammenarbeiten, die in der Öffentlichkeit bereits ein grünes Image haben.

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5) Zahlen recherchieren, die Worte untermauern

Selbst ist die Frau oder der Mann – ein einfacher Weg, um herauszufinden, ob ein Unternehmen korrekte Zahlen angibt, ist die eigene Recherche nach Fakten, die die Aussagen des Unternehmens stützen.

Dabei lässt sich auch recherchieren, ob es bereits Studien zu dem Thema gibt oder die Herangehensweise der Unternehmung sonderlich hilfreich für das Gesamtproblem ist.

Skeptisch sein, aber fair bleiben

Greenwashing kann auch unbeabsichtigt vorkommen, zum Beispiel durch das Vergessen eines Beweises bei einer Nachhaltigkeits-Aktion. Ein Unternehmen kann auch gerade erst Besserung gelobt haben.

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Darum gilt es, bei aller Kritik human zu bewerten. Ist man im Bewerbungsprozess bezüglich des Impacts oder eines bestimmten Nachhaltigkeitsversprechens unsicher oder fallen Unstimmigkeiten auf, dann können Bewerber:innen ganz einfach nachfragen.

Sicherlich ist es gerne gesehen, wenn Bewerber:innen sich mit dem Unternehmen und der Mission auseinandersetzen. Ist das Unternehmen bemüht und meint seine Versprechen ernst, wird es eine eloquente Antwort auf kritische Fragen hinsichtlich des eigenen Impacts finden und/oder gegebenenfalls Verbesserungsmaßnahmen einleiten.

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Kommentare (2)

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Me

Bio ist einen Scheiss wert in der EU und Nachhaltigkeit hat absolut nichts mit Umweltverträglichkeit zu tun. Einen Artikel zum Thema zu schreiben und dann auf dieses Wording reinzufallen ist einfach nur traurig. Aber was reg ich mich auf. Ich lebe schließlich von Ihrer Naivität. Danke. Nevermind. Weitermachen!

Peter

99,9% der Nachhaltigkeitsfloskeln sind Greenwashing. Wer diese Nachhaltigkeitsphrasen in unserem völlig aus dem Ruder gelaufenen Konsumniveau wirklich abkauft, hat die Kontrolle über sein Leben vollständig verloren oder will sein eigenes Gewissen mit Greenwashing freikaufen. Möglicherweise ist es auch eine Kombination aus beidem. In jedem Fall tun mir diese Menschen wirklich leid.

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