Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Fiktive Preisvorteile und Greenwashing: Abmahnung für Refurbished-Marktplätze

Auf Refurbished-Marktplätzen stehen generalüberholte Smartphones und Notebooks zum Verkauf – den Anbietern zufolge besonders günstig und umweltfreundlich. Das stimmt so nicht, meint die Verbraucherschutzzentrale, und mahnt drei von ihnen ab.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

Geräte generalüberholen und wiederverwenden: Manchmal mangelt es an der Umsetzung. (Bild: Fevziie/Shutterstock)

Sie sind insbesondere bei jüngeren, umweltbewussten Verbraucher:innen beliebt: sogenannte Refurbished-Marktplätze, auf denen gebrauchte, generalüberholte Elektronikgeräte wie Smartphones oder Notebooks verkauft werden. Die Anbieter werben dabei mit günstigen Preisen und der Umweltfreundlichkeit. Manch ein Anbieter schießt dabei aber offenbar über das Ziel hinaus. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat jetzt drei Marktplätze wegen „fiktiven Preisvorteilen und Greenwashing mit fragwürdigen Umweltaussagen“ abgemahnt. Auch mit dem Datenschutz nahmen es die Firmen nicht so genau.

Unrealistisch hohe Preisvorteile

Anzeige
Anzeige

„Der Kauf von Gebrauchtgeräten ist eigentlich eine gute Sache. Oft werben die Anbieter aber damit, dass bereits durch den Kauf eines erneuerten Handys oder Laptops CO2 eingespart und Elektroschrott vermieden wird. Das stimmt so nicht“, erklärt Susanne Einsiedler, Rechtsreferentin beim VZBV, in einer entsprechenden Mitteilung des Verbands. Zudem sei es ärgerlich, wenn mit „unrealistisch hohen Preisvorteilen“ geworben werde. Behauptungen wie „CO2-Emissionen um 70 Prozent reduziert“, „100 Prozent klimaneutral“ oder „100 Prozent nachhaltig“ seien zumindest fragwürdig.

Verbraucher:innen sollten sich aber im Klaren darüber sein, dass auch bei der Aufarbeitung gebrauchter Geräte CO2-Emissionen und Elektroschrott entstünden – etwa beim Austausch von Akkus. Weil darüber hinaus auf den Websites der kritisierten Online-Marktplätze Angaben dazu fehlten, welche Maßnahmen die Unternehmen ergreifen, um schädliche Umwelteinwirkungen gering zu halten, stuften die Verbraucherschützer:innen das als irreführend ein.

Anzeige
Anzeige

Im Fokus standen auch die Angaben zu den Preisen. Hierbei wurde oft mit großen Preisvorteilen der erneuerten Geräte im Vergleich zum Neugerät geworben. Oft war beim angegebenen höheren, gestrichenen Preis aber unklar, ob dieser sich dabei auf den zuvor vom Händler verlangten, den für ein gebrauchtes oder ein neues Gerät oder einen anderen Preis bezog.

Anzeige
Anzeige

Ein Beispiel: In einem Onlineshop etwa wurden für ein refurbished Smartphone 275 Euro verlangt. Die Preisersparnis betrug laut Anbieter angeblich 69 Prozent (durchgestrichener Preis: 909 Euro). Der Check der Verbraucherschutzzentrale ergab aber, dass das Gerät mittlerweile als Neuware ab 424,50 Euro und gebraucht ab 242 Euro zu haben war. Der Preis von 909 Euro war zum Start des Geräts im Jahr 2019 aufgerufen worden.

Werbecookies trotz Ablehnung

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer:innen beim Vorgehen gegen die Refurbished-Marktplätze war mangelnder Datenschutz. So sollen die drei letztlich abgemahnten Unternehmen Cookies für Werbe- und Analysezwecke ohne die erforderliche Einwilligung auf den Geräten der Kund:innen gespeichert haben. Bei einem Unternehmen stellten die Verbraucherschützer:innen sogar fest, dass dieses Werbecookies auch bei ausdrücklicher Ablehnung des Einsatzes setzte.

Anzeige
Anzeige

Von den drei abgemahnten Unternehmen haben laut VZBV zwei eine Unterlassungserklärung abgegeben und ihre Website geändert. Ein in den Niederlanden ansässiges Unternehmen, das nicht entsprechend reagierte, wurde von den Verbraucherschützer:innen verklagt. In Frankreich hat die französische Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir Mitte Juni 2022 aus einem ähnlichen Grund Klage gegen den Refurbished-Marktplatz Back Market eingereicht.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige