Tool-Tipp

Diese App hilft euch, Hatespeech anzuzeigen

Hassmelden übernimmt das Erstatten von Anzeige bei Hass und Hetze im Netz. (Bild: Hassmelden.de)

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Hassmelden erleichtert das Anzeigen strafrechtlich relevanter Inhalte aus dem Web. Seit einigen Tagen ist die App auch für Android verfügbar.

Wer im Internet Opfer von Hatespeech wird oder entsprechende Beiträge beobachtet, weiß oft nicht, wie er darauf reagiert kann oder wie etwaige rechtliche Schritte eingeleitet werden können. Die Initiative Hassmelden.de will User und Userinnen dabei unterstützen, strafrechtlich relevante Inhalte zur Anzeige zu bringen. Das geht entweder über das Online-Portal, über Telegram, per iOS-App oder über die kürzlich erschienene Android-App.

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Hassrede, Hetze und Rassismus im Netz melden

Die gemeinnützige Initiative Hassmelden arbeitet mit dem Hessischen Justizministerium und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität zusammen.

Wer im Internet mit Hassbeiträgen konfrontiert wird, kann sie über das Online-Portal, über einen Telegram-Bot oder per App melden. Dazu muss lediglich die URL zum betreffenden Beitrag eingereicht werden. Hassmelden.de überprüft diese dann auf mögliche strafrechtliche Relevanz und zeigt sie dann bei der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main an.

Die einreichende Person kann dadurch Dritten gegenüber anonym und sicher bleiben, da ihre Daten beispielsweise bei einem Strafverfahren nicht in die Hände der Täter fallen. Das Erstatten der Anzeige übernimmt Hassmelden nämlich stellvertretend für die Userinnen und User.

Was kann gemeldet werden?

Nach eigenen Angaben gingen auf Hassmelden.de bisher über 90.000 Meldungen ein, von denen mehr als 26.000 zu einer Anzeige führten. In die Bearbeitung einer einzigen Meldung fließen etwa 65 (unbezahlte) Stunden Bearbeitungszeit. Um den Aufwand etwas einzugrenzen, gibt Hassmelden einige Tipps zum Melden von Inhalten:

  • Es sollten nur Inhalte gemeldet werden, die wirklich für strafrechtlich relevant erachtet werden, die also so schlimm sind, dass jemand durch Geld- oder Freiheitsstrafen dafür belangt werden könnte. Gemeine, aber ansonsten harmlose Äußerungen gehören beispielsweise nicht dazu.
  • Einige Delikte, wie Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung, können nur von der betroffenen Person selbst angezeigt werden. Zusätzlich zur Meldung muss also ein Strafantrag gestellt werden, wodurch die geschädigte Person im Verlauf des Verfahrens ihre Anonymität verliert. Hassmelden stellt aber alle wichtigen Informationen für den Strafantrag bereit.
  • Es sollen nur einzelne Beiträge und keine ganzen Profile gemeldet werden. Da Hassmelden.de ehrenamtlich betrieben wird, fehlt schlichtweg die Zeit, ganze Profile nach strafrechtlich relevanten Inhalten zur durchsuchen. Zudem sollte der Person hinter dem Beitrag aus Deutschland kommen.
  • Screenshots des gemeldeten Beitrages, bestenfalls mit URL-Zeile des Browsers, können zusätzlich eingereicht werden und bei der Beweissichtung helfen, falls der fragliche Beitrag gelöscht wurde.

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Preis: Kostenlos

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3 Kommentare
Webling
Webling

Nicht das ich jetzt Hatespeech gut finden würde, aber das schmeckt schon ein wenig nach Stasi 2.0, oder?

Antworten
xordinary
xordinary

„Gemeine, aber ansonsten harmlose Äußerungen gehören beispielsweise nicht dazu.“

Das sollten sich die ganzen Schneeflocken im Netz mal dick auf den Spiegel schreiben! Klar, ECHTE Hate Speech ist strafwürdig, aber wofür man heutzutage alles geblockt wird, ist schmerzlich klar Cancle Culture statt Selbstverteidigung. Keiner kann mehr abweichende Meinungen akzeptieren bzw. empfindet bereits Widerspruch als persönliche Beleidigung. Gar nicht zu sprechen von der massiven Moralkeule, die die junge Generation standardmäßig so mit sich führt.

Ein bisschen echte Toleranz (nicht nur die, die immer eingefordert wird!) und ein dickeres Fell würde vieles einfacher machen. Und solche Apps unnötig.

Antworten
Jacob
Jacob

Alleine der suggerierte Bedarf nach so einer App ist einer gebildeten Zivilisation unwürdig. Wenn ich mir für 2021 eines wünsche, dann dass die Menschen wieder lernen besser miteinander umzugehen. Nicht, weil sie jemand zwingt, vielmehr weil sie sich hoffentlich nicht mehr so von Dogmen bedroht fühlen, dass sie Social Media als eine Art Notwehr nutzen.

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