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Analyse

HR 2.0: Talentsuche in der neuen Arbeitswelt

Neue Technologien, eine veränderte Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehung und der Fachkräftemangel verlangen gerade viel ab von HR-Verantwortlichen. Was sind die Trends im Bereich HR-Robotics?

Von Sonja Pierer
3 Min.
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(Foto: Shutterstock / Rawpixel.com)

Der Arbeitsmarkt ist so stark im Wandel wie nie zuvor: Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist laut dem neuesten IAB-Arbeitsmarktbericht so hoch wie zuletzt seit der Wiedervereinigung und 49 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben nach eigenen Aussagen Schwierigkeiten, neue Stellen zu besetzen.

Zudem hat sich auch die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer stark verändert: Die Karrieresicherheit – also die Fähigkeit, sich unabhängig vom Arbeitgeber beruflich weiterzuentwickeln – wird das Konzept der Arbeitsplatzsicherheit nach und nach ablösen. Kein Wunder, denn technologische Entwicklungen verlangen nach konstanter Weiterbildung.

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Gut ausgebildete Arbeitnehmer fordern dementsprechend mehr ein als früher: Sie sind zu Konsumenten der Arbeit geworden. Gleichzeitig befürchten Arbeitgeber, dass Fachkräfte ihr Unternehmen verlassen, nachdem sie in deren Fortbildung investiert haben. Diese Entwicklungen zeigen, dass bewährte HR-Strategien überdacht werden müssen.

Im Zuge dessen wird von HR-Entscheidern viel verlangt. Schneller Kurswechsel und Anpassung, um mit neuen Entwicklungen Schritt halten zu können – und zwar auf Knopfdruck. Als logische Konsequenz hielten in den letzten Jahren Kennzahlen und Technologien Einzug in das Recruiting. Sie sollen Personaler unterstützen und deren Arbeit erfolgreicher machen. Das verordnete Ziel: effizienteres Recruiting, Passgenauigkeit von Bewerber und Unternehmen und dadurch weniger Abwanderung.

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Mensch und/oder Maschine?

Robot-Recruiting, Personalmanagement-Apps und Talententwicklungs-Plattformen sind somit hoch im Kurs. Wir sprechen aber nicht von reinem Matching zwischen Bewerber und Unternehmen, das wäre zu einfach. Vielmehr geht es um die Frage, ob Recruiting und andere Aufgaben der HR-Abteilung von smarten Maschinen nicht viel besser (und billiger) zu machen seien.

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Vieles spricht dafür. Für jeden Schritt gibt es mittlerweile Technologien, die heute schon zumindest ausreichend gut funktionieren und mit der Zeit besser werden. Experimentiert wird viel im Hinblick auf Engpässe im Recruiting.

Smarte Technologien

Precire

Precire analysiert die Persönlichkeit von Bewerbern, bevor es überhaupt zum persönlichen Gespräch kommt – und zwar am Telefon. Dafür wird nur die Stimme herangezogen, keine Qualifikationen, Körpersprache oder sonstige Hinweise. Am Ende erstellt das System einen detaillierten Bericht für den (menschlichen) Recruiter, der anhand dessen entscheidet, ob der Kandidat zu einem persönlichen Gespräch von Mensch zu Mensch eingeladen wird.

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IBM Watson

IBM Watson ist bekannt aus der Werbung mit Tennisprofi Serena Williams. Dieses Computerprogramm beantwortet Fragen und führt scheinbar selbstverständlich eine Unterhaltung wie von Mensch zu Mensch. Gerade für die Personalauswahl gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Da IBM Watson Sprache erkennt, kann es Bewerbungen, Profile in sozialen Netzwerken und Texte in jeder Form auswerten und ein weitestgehend aussagekräftiges Persönlichkeitsprofil erstellen. Und das objektiv, ohne Vorurteile.

Textio

Textio fokussiert sich hingegen nur auf den Text. Schreiben Recruiter eine Stellenanzeige, wird diese von Textio analysiert und mit den Werken der Konkurrenz verglichen. Das bietet wichtige Einblicke, um zu verstehen, ob die Stellenanzeigen auch die gewünschten Bewerber ansprechen: Ist die Satzlänge angemessen? Welche Art von Bewerbern fühlt sich angesprochen durch den Text und wie kann man den Text optimieren?

Matilda

Matilda gilt als der erste Roboter für Bewerbungsinterviews. Neben der Stimmanalyse wie bei Precire, fließen noch Gesichtsausdruck, Inhalt des Gesprochenen und alle zur Verfügung stehenden Informationen in die Bewertung des Kandidaten mit ein. Beim Interview spielt Matilda die Lieblingsmusik des Bewerbers ab (die sie selbst recherchiert hat) und ihr ansprechendes Äußeres sorgt für mehr Akzeptanz beim Gegenüber.

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Können smarte Maschinen den Personalauswahlprozess komplett übernehmen?

Und sollten sie das? Mit den bisherigen Technologien lautet die Antwort nein. In einem Bereich wie HR, der die wichtigste Ressource der Arbeitswelt – den Menschen – auswählt, unterstützt und entwickelt, können Maschinen noch nicht mithalten und werden ihn somit in absehbarer Zeit nicht ersetzen. Sie können aber schon heute Fehler verhindern und routinierte Aufgaben abnehmen.

Die größere Herausforderung ist heute allerdings nicht mehr die Auswahl passender Kandidaten, sondern die Ausbildung von Talenten für Jobs, die es bisher noch gar nicht gibt. Zumindest heute können Maschinen diese Aufgabe noch nicht übernehmen.

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Kommentare (2)

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Sven Eisenberg

Also für mich völliger Schwachsinn!
Menschen haben extreme Entwicklungsschübe.
Ich selbst war zu meiner Jugendzeit extrem zurückhaltend und vorsichtig gegenüber anderen Menschen. Heute sagen, die Personen meines engeren Kreises, dass ich stets extrem selbstbewusst vor fremden Leute auftrete und das ich Menschen anziehen würde. Wie möchte eine HR-Intelligenz denn menschliche Rückschläge einkalkulieren. Jeder Mensch reagiert auf seine Umwelt anders und ist dementsprechend individuell in seinem Verhalten. Was wäre beispielsweise ein Einstein geworden nach seinem Schulabschluss, wenn die Zahlen nicht gestimmt hätten.
Um einen Menschen richtig einzuschätzen gehört Gefühl und keine Kalkulation meiner Meinung nach, was auch so manchen Personaler fehlt. Wenn man gewissen Personen den richtigen Stoß in eine Richtung gibt können sich Genies entwickeln, ob das wirklich eine künstliche Intelligenz einschätzen kann, mag ich zu bezweifeln, da heutzutage schon Softwareprogramme potenzielle Bewerber ausschließen. Es sind so viele Arbeitsstellen frei? .. , wie zu der Zeit der Wiedervereinigung? Entschuldigt bitte, davon habe ich auch wenig mitbekommen. Wo sollen denn die offenen Stellen sein, mitten auf dem Land? Was für Stellen sind das? Bei den ganzen Studierenden heutzutage sind das bestimmt offene Stellen im Handwerk und für was benötigt eine Handwerker eine HR-Manager. Oder wird hier schon wieder einkalkuliert, das große Firmen wie Wisag die kleinen Dienstleister zerstört?
Was ist aus den guten alten Gepflogenheiten eines Gentleman geschehen . Stilsicher und ohne sich zur Schau stellen zu müssen, selbstsicher.
Diese ganze Entwicklung in Richtung Youtubestar, Instagram-Werbetreibende geht mir regelrecht auf den S**k. Die meisten haben ein großes Mundwerk mit nichts dahinter und verdienen wie junge Götter. Selbst die utopischen Bezahlungen eines Sportlers, sind nicht gerechtfertigt zum Rest der Menschheit, aber wenigstens leisten diesen Menschen etwas, als unsere heutigen Teeniestars mit „Unterhaltung“. Keine Frage nicht alle Youtube-Stars sind verkehrt, aber ich möchte behaupten, dass die breite Maße zum verblöden unserer Kinder beiträgt und unsere Kinder stark beeinflussen.
Um auf das Thema zurückzuführen, dieses in Schau stellen „ich bin der Beste“ und hier habe ich ein Sternchen und dies und jenes führt nicht zu Qualität, sondern zu Punktesammlern.
Wir dürfen nicht darauf abzielen, das Individuen nur noch durch den Gesellschaftsdruck auf 10 von 10 Punkten abzielen. Sondern das wir auch die Phantasievollen fördern, die nicht so stark in der Norm sind. Es ist wie immer die Harmonie, Ying Yang , die ein gutes Ergebnis erzielt und bis so eine Intelligenz erschaffen wurde, bin ich wahrscheinlich nicht mehr auf der Welt.

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
– Albert Einstein –

Klotz

Diese abartigen Stockfotos ..

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