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Huawei-Sanktionen: Google beantragt Ende der US-Blockade für seine Apps

Huawei muss bei seinen neuen Smartphones ohne Google-Apps auskommen – was das Geschäft vor allem in Europa erschwert. Der Internet-Konzern versucht, die US-Blockade für seine Apps zu beenden. Die Aussichten sind ungewiss.

Lesezeit: 2 Min.
Das Huawei Mate 30 Pro mit App-Gallery und HMS. (Foto: Huawei)


Google hat bei der US-Regierung die Erlaubnis beantragt, den chinesischen Smartphone-Anbieter Huawei weiterhin mit seinen Diensten versorgen zu dürfen. Google-Manager Sameer Samat machte am Montag allerdings keine Angaben dazu, wann eine Entscheidung über den Antrag fallen könnte.

Huawei baut sich eigenes Ökosystem ohne Google auf

Nachdem Huawei Mitte Mai 2019 von der US-Regierung auf eine schwarze Liste gesetzt wurde, muss der chinesische Konzern bei seinen neuen Smartphone-Modellen auf Google-Apps wie zum Beispiel Karten oder Gmail verzichten. Huawei verlor damit bei neuen Geräten auch den Zugang zu Googles App-Plattform Play Store und muss eine eigene Infrastruktur dafür aufbauen. Bisher weist der hauseigene Plattform App Gallery aber zumindest für Nutzer in Europa erhebliche Lücken auf.

Huawei Mate Xs. (Foto: t3n)

Das neue Foldable Huawei Mate Xs. (Foto: t3n)

Huawei stellte zuvor am Montag eine runderneuerte Version seines ersten Auffalt-Smartphones vor. Es kommt jetzt nach Europa und wird ohne Google-Apps verkauft. Bei dem neuen Modell Mate XS sei unter anderem der Scharniermechanismus komplett überarbeitet worden, sagte Richard Yu, Chef der Huawei-Konsumentensparte. Ursprünglich sollte die Präsentation im Rahmen der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona stattfinden, die wegen der Gefahr durch das neue Coronavirus abgesagt wurde.

Das neue Gerät wurde auch mit dem stärkeren Prozessor Kirin 990 5G ausgestattet. Es kostet knapp 2.500 Euro – 200 Euro mehr als das erste Falt-Smartphone Mate X vor einem Jahr. Das Gerät soll ab Mitte März auch in Deutschland verfügbar sein.

Google darf noch Updates für ältere Huawei-Geräte liefern

Für die Smartphone-Modelle von Huawei, die vor Mai 2019 auf den Markt kamen, läuft derzeit noch eine Art Schonfrist, in der der Google zumindest teilweise kooperieren kann. Bei dem Internet-Konzern wird auch das Betriebssystem Android entwickelt, mit dem die meisten Smartphones weltweit laufen. Auf die Open-Source-Version von Android und entsprechende Sicherheits-Updates kann Huawei ungeachtet des US-Boykotts zugreifen – arbeitet aber bereits an einem eigenen Betriebssystem.

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Google warnte vergangene Woche Nutzer von Huawei-Geräten, dass aus anderen Quellen geladene Versionen von Apps des Internet-Konzerns „nicht zuverlässig“ funktionierten. Samat äußerte sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Anwendungen auf nicht offiziell dafür zugelassenen Geräten serverseitig komplett blockiert werden sollen.

Das Weiße Haus hatte zuletzt den harten Kurs gegenüber Huawei betont, vor allem wenn es um die Beteiligung des Konzerns als Netzausrüster beim Aufbau des superschnellen 5G-Datenfunks geht. Zugleich gibt es in der US-Technologiebranche aber auch die Sorge, mit dem Embargo könnte die Entwicklung chinesischer Alternativen zu amerikanischer Software und Plattformen befeuert werden. dpa

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