Ratgeber

Was ist intuitives Webdesign und warum sollte dich das interessieren?

(Grafik: Shutterstock)

Intuitives Webdesign bedeutet nicht, dass eine Website spontan hübsch wirken sollte. Intuitives Webdesign bedeutet vor allem, dass Nutzer nicht nachdenken müssen, um sie zu verwenden und letztlich zum Ziel zu gelangen.

Intuitives Webdesign: Schon wieder ein Buzzword?

Keine Sorge, der Begriff intuitives Webdesign umfasst nichts, was du nicht so oder in anderer Form schon mal gehört hast. Im Wesentlichen geht es hierbei um das Wegräumen oder Verhindern von Stolpersteinen auf dem Weg zum Website-Erfolg.

Du kennst es doch auch: Du googlest dich aus irgendeinem Grund auf Website XYZ und kannst schon direkt nicht erkennen, wofür diese Seite überhaupt steht. Wenn du nicht ein ausgesprochen hartnäckiges Kerlchen bist, dann verlässt du die Seite direkt wieder.

Schon der gute alte Nielsen stellte 2011 fest, dass Besucher dir nur 10 bis maximal 20 Sekunden Zeit geben, sie davon zu überzeugen, dass sie auf deiner Website richtig sind. Gelingt dir das, bleiben die überzeugten Besucher teils sehr viel länger. Wir sprechen dann nicht mehr über Sekunden, sondern über Minuten bis in den zweistelligen Bereich hinein. Gelingt es dir nicht, sind die Besucher weg und kommen mit größter Wahrscheinlichkeit auch nicht zurück.

Logischerweise wird dir ausschließlich an ersterer Alternative gelegen sein. Du musst deine Besucher davon überzeugen, dass es sich lohnt, deiner Website mehr als 20 Sekunden ihrer Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Methoden, die du dafür nutzen wirst, fassen wir unter dem Begriff „intuitives Webdesign” zusammen.

Bevor wir etwas tiefer einsteigen, solltest du dir die Erwartungshaltung deiner potenziellen Besucher klar machen. Das Web verfügt in der Mitte der Bevölkerung nicht überall über einen guten Ruf. Wer hätte nicht mit Verwandten schon mal einen Dialog wie diesen gehabt?

„Woher weißt du das?” „Habe ich im Internet gelesen.” „Jaaa, im Internet, na ja.”

Der Durchschnittssurfer geht kritisch an seine Tastatur. Aufdringliche Werbung und die vielen Gefahren, wie Phishing oder auch die Verteilung von Malware, haben das Netz zu einem gefühlt gefährlichen Ort werden lassen. Die Grundeinstellung ist negativ. Der Surfer rechnet damit, an jeder Ecke potenziell über den Tisch gezogen oder anderweitig geschädigt zu werden.

Wer weiß, was so alles im Netz lauert. (Foto: Pixabay)

Das ist eine Grundhaltung, die sich deutlich von jener Grundhaltung unterscheidet, mit der ein potenzieller Kunde ein Ladenlokal in der Fußgängerzone betritt. Für Seitenbetreiber ist das ein negatives Vorurteil, das es zunächst zu überwinden gilt.

Leider kannst du diese Grundhaltung nicht auf den ersten Metern schon beseitigen. Deshalb muss deine Website quasi wie ein offenes Tor gestaltet sein.

Maßnahmen, die dein Webdesign intuitiv werden lassen

Die Basis unserer Überlegungen zum intuitiven Webdesign ist die, dass wir unsere Seiten so gestalten wollen, dass wir unseren Besuchern die geringstmögliche Zahl von Steinen in den Weg legen – am besten gar keine. Dieses Ziel kannst du mit einem kleinen Bündel recht einfacher Maßnahmen erreichen.

Liefere, was du versprichst

Dein Besucher kommt mit einer kritischen Grundhaltung, aber auch mit einer bestimmten Erwartungshaltung auf deine Seite. Mutmaßlich hast du diese Erwartungshaltung durch die Wahl deiner Keywords selbst getriggert. Es mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen, zu versuchen, erstmal so viele Menschen wie möglich auf deine Seite zu locken, um sie dann dort nachzusortieren.

Das Problem ist, dass das nicht funktioniert. Denn, wie Nielsen so schön nachwies, haben die Menschen weder die Geduld noch den Willen, sich auf einer auf den ersten Blick nicht passenden Website mühsam vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

Das erste Element bei der Herstellung einer intuitiven Website ist also, SEO so zu betreiben, dass deine Website wirklich liefert, was die Suchergebnisseiten versprechen.

Zeige eindeutig und klar, worum es bei dir geht

Die Marketing-Leute haben schon Recht, wenn sie von der Wichtigkeit des Call-to-Action, der eindeutigen Handlungsaufforderung sprechen. Du willst, dass deine Besucher bestimmte Dinge tun. Dann lasse sie nicht raten, welche das sind, sondern stelle das Ziel deiner Website unmissverständlich in den Vordergrund.

Verstehe, da gehts lang. Aber wohin? (Foto: Pixabay)

Der Erotikshop ums Eck hat schließlich auch keine Kaffeemaschinen im Schaufenster und überrascht dich dann beim Betreten mit dem tatsächlichen Angebot.

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4 Kommentare
Moritz Dunkel Grafikdesign

Der Bericht trifft es auf den Punkt…. fast, denn intuitives Webdesign muss nicht zwingend einfach oder minimal sein. Außerdem muss eine Website in erster Linie verkaufen – egal ob Produkt oder Dienstleistung. Dabei ist natürlich ein intuitives UI-Design recht hilfreich, aber nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend ist das „Komplett-Paket“, und da macht eine Collabo mit Emotional-Design mehr als Sinn.

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ati
ati

Könnt Ihr bitte diese dämliche Weiterleitung zur Startseite beim Herunterscrollen endlich abstellen!? Wenn man den Quatsch unbedingt haben möchte, gibt es auch intelligentere Lösungen, z.B. hier: http://www.autobild.de/artikel/suvs-im-dauertest-4516343.html

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Antonius

Interessanter Artikel – aber ich finde sowas immer sehr schwierig praktisch umzusetzen. Habt ihr konrete Tipps für diese Seite: https://travelradar.io/ ?

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Martin
Martin

Dank automatischer Weiterleitung zur Startseite ist jetzt mein Kommentar weg. Dann hat die Weiterleitung gebuggt und ich konnte den Artikel überhaupt nicht mehr aufrufen. Und mit dem neuen Browser scheint die Weiterleitung kaputt zu sein.

Guter Artikel. Hat nur nix mit „Intuitives“ Design zu tun.

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