Ratgeber

Warum IT-Planung und Unternehmensstrategie zusammengehören

(Foto: Monkey Business Images/Shutterstock)

Den einen Pfad zur Unternehmensdigitalisierung gibt es nicht, aber ohne effektive IT geht gar nichts. Diese steht auf drei Pfeilern: Cross-funktionale Teams, agile Prozesse und die richtige Technologie.

Es ist eine der fundamentalen Fragen für jedes Unternehmen und es gibt weit mehr als nur eine Antwort darauf: Wie schaffe ich einen funktionierenden Prozess, der die Digitalisierung möglich macht? Darüber hinaus könnte man fragen: Wie bleibe ich dabei so schnell und flexibel wie ein Startup, schaffe es aber trotzdem, meine Entwicklungsgeschwindigkeit zu steigern? Gerade Unternehmen, deren eigentlicher Kern nicht technologisch ist und bereits auf digitalen Prozessen fußt, stehen hier vor einigen Herausforderungen.

Es gibt ein übergreifendes Element, das mit allen anderen internen wie externen Bereichen auf Augenhöhe zusammenarbeiten sollte: die IT.

Nur wer sie als integralen Teil seiner Unternehmung behandelt, wird eine Chance haben, die digitale Transformation durchzuführen. Wer die IT hingegen als reinen Kostenfaktor betrachtet, wird Schwierigkeiten haben, den Sprung zu schaffen. Warum? Weil die IT Sachverhalte anders denkt und aus anderen Blickwinkeln betrachtet, als es die Fachbereiche tun. Je eher man gemeinsame Strategien entwickelt, desto weniger langwierig und schmerzhaft sind die Abstimmungsprozesse im Nachhinein. Die IT kann dem Gesamtunternehmen wesentliche Impulse durch technologische Entwicklungen und Innovationen geben.

1. Die Rolle der Führungskräfte in cross-funktionalen Teams

Der Kern einer modernen, leistungsfähigen und flexiblen IT sind selbstverantwortliche cross-funktionale Teams. Doch wie baue ich eine Organisation, die mehrere solcher Teams steuert und so wächst, dass ich bei laufendem Prozess neue Teams etablieren kann? Es ist für jedes Unternehmen, das in den Mittelstand oder darüber hinaus wachsen will, notwendig, diese Teams entsprechend zu skalieren. Sie bilden das digitale Rückgrat des Unternehmens und sind Keimzelle und ausführendes Organ aller internen Digitalisierungsprozesse.

Ein weiterer wesentlicher Baustein einer agilen Organisation ist das Aufsplitten von bzw. der größere Fokus auf Führungsrollen. Dabei gilt der Grundsatz: „Eine Führungskraft ist dafür verantwortlich, dass Dinge passieren, ohne sie notwendigerweise selbst zu machen.“

Die klassische Führungskraft hat drei verschiedene Aufgaben, die jedoch in drei Rollen aufgesplittet werden können: People Lead, Tech Lead und Product Owner. Dadurch hat man genauso viele Führungskräfte wie ein klassisches Unternehmen, die einzelnen Führungsrollen sind aber spezifischer aufgebaut. Das sorgt dafür, dass sich jede Person deutlich intensiver auf ihren Bereich konzentrieren kann.

Besonders wichtig: Die Funktion des People Lead. Hier geht es vor allem um die Verbesserung von Prozessen und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter. Die Mitarbeiter sind zwar für ihre Weiterentwicklung selbst verantwortlich, der People Lead fungiert dabei aber als Ansprechpartner und Coach. Dadurch, dass er sich nicht um Priorisierung (Aufgabe des Product Owners) und technologische Entscheidungen (Aufgabe des Tech Leads) kümmern muss, hat er genügend Zeit für die sehr wichtige aber auch zeitintensive Arbeit mit den Mitarbeitern.

In agilen und cross-funktionalen Teams erhöhen die Teams schrittweise ihre Autonomie und übernehmen immer mehr Verantwortung. Parallel dazu wird die Transparenz erhöht. Das führt zu schnellen und sichtbaren Erfolgen und Spaß am Shipment neuer Funktionen. Der Tech Lead kümmert dabei darum, dass die richtigen technologischen Entscheidungen getroffen werden – unter aktiver Einbeziehung des Teams. Je nach Reifegrad des Teams und der anderen Teammitglieder trifft der Tech Lead die Entscheidungen und informiert alle über Hintergründe und Abwägungen. Oder er gibt das Thema zur Entscheidung in das Team und übernimmt eher eine Moderationsrolle.

Außerdem gehört je ein Product Owner zu den cross-funktionalen Teams. Er definiert den Zweck des Teams und liefert die Vision für die Entwicklung des Produkts. Weiterhin ist er oder sie für die Priorisierung, die Roadmap des Produktes und das Stakeholder-Management verantwortlich. Stakeholder sind alle anderen Bereiche, Personen und Funktionen innerhalb des Unternehmens, die Anforderungen an dieses IT-Team haben. Der Product Owner muss verstehen, was deren Wünsche sind, und muss sie ihrer Wichtigkeit und Umsetzbarkeit entsprechend priorisieren.

Alle drei Führungskräfterollen geben die generelle Richtung vor, unterstützen die Teams aktiv bei deren Weiterentwicklung und delegieren soweit möglich. Arbeiten die drei Führungsrollen effektiv zusammen, greifen sie wie Zahnräder ineinander. So wird auch teamübergreifend dafür gesorgt, dass alle Mitarbeiter von dieser Struktur profitieren und besser werden.

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