Ratgeber

Warum IT-Planung und Unternehmensstrategie zusammengehören

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2. Etablierung von Feedbackschleifen um (agile) Prozesse stetig zu verbessern

Parallel zur Personalentwicklung müssen neue Prozesse eingeführt werden. Es gilt die einzelnen Teams effektiv einzusetzen, übergreifende Abhängigkeiten zu reduzieren, die Entwicklungsgeschwindigkeit des gesamten Unternehmens zu beschleunigen und die Prozesse stetig zu verbessern. Je nach Umfeld kann Agilität oder auch Lean das richtige Werkzeug sein. Insbesondere in einem Umfeld, in dem sowohl die Anforderungen als auch die technische Umsetzung unklar ist (wie es insbesondere häufig im B2C-Umfeld der Fall ist), kann Agilität eine gute Lösung sein.

Beispiele für agile Arbeitsprozesse sind Scrum und Kanban. Diese ermöglichen leichtgewichtigen Prozesse, die auf der einen Seite für mehr Transparenz sorgen, gleichzeitig aber auch eine flexible Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen erlauben. Außerdem werden so schnelle Lernzyklen in der gesamten Organisation verankert.

Ein wesentlicher, jedoch häufig nicht genügend berücksichtigter Aspekt an dieser Stelle sind Feedbackschleifen. Agile Prozesse etablieren regelmäßige und kurzfristige Feedbackschleifen auf verschiedenen Ebenen. Dadurch sorgt der Prozess inhärent dafür, dass regelmäßig darüber nachgedacht wird, an welcher Stelle Optimierungen möglich sind – und diese dann auch kurzfristig umgesetzt werden.

Feedback-Zyklen sollten häufig und so direkt wie möglich stattfinden, sodass die Organisation jeden Tag ein bisschen besser werden kann. Diese Verbesserung betrifft alle Aspekte der Organisation: die Optimierung des Produktes in Richtung Kunde, die Zusammenarbeit mit den Stakeholdern und auch innerhalb der Teams.

3. Make-or-Buy-Entscheidungen: Fokus der IT-Teams auf den größten Mehrwert

Es gibt kein allgemeingültiges Technologie-Rezept, das sich einfach von einem Unternehmen auf ein anderes übertragen ließe. Basierend auf der Firmenstrategie muss jedes Unternehmen überlegen, was seine Kernkompetenzen und wesentlichen Anforderungen an die IT sind. Basierend darauf sollte dann entschieden werden, an welcher Stelle Standardlösungen eingesetzt werde können – und für welche Themengebiete individuelle Entwicklungen notwendig sind. Diese Entscheidung ist insbesondere vor dem Hintergrund extrem wesentlich, dass die Entwicklerressource häufig ein knappes Gut ist. Daher gilt es, diese Ressource so einzusetzen, dass sie einen maximalen Wertbeitrag leisten kann.

Für die Entscheidung Make-or-Buy muss ich mir überlegen: Was ist spezifisch für meine Organisation? Was macht mich einzigartig? Was unterscheidet mich vom Wettbewerb? An welcher Stelle generiere ich Wert für meinen Kunden? Welche Prozesse sind kritisch für mein Unternehmen? An welcher Stelle ist höhere Flexibilität ein Wettbewerbsvorteil?

Bei dieser Diskussion ist es auch wichtig, dass die IT nicht als reiner Kostenfaktor angesehen wird, sondern als Werttreiber für das gesamte Unternehmen. Daher sollte die Frage lauten: „Wie kann ich meine Entwicklerressourcen so einsetzen, dass sie den maximalen Wert schaffen?“

Auf dieser Basis sollte man sich dann ganz genau überlegen, welche IT-Dienstleistungen ich einkaufen kann. Insbesondere durch den technologischen Fortschritt der letzten Jahre (Software-as-a-Service, Infrastructure-as-a-Service etc.) besteht inzwischen die Möglichkeit, immer mehr Basisdienste als Standardservice einzukaufen. Das sorgt zum einen für schnellere Bereitstellungszeiten (man vergleiche z. B. die Vorlaufzeit für neue Hardware im eigenen Rechenzentrum mit einer Cloud-Lösung), zum anderen entlaste ich meine internen IT-Kapazitäten von Basisthemen wie der Beschaffung und dem Betrieb von physischen Servern. Diese freien Kapazitäten kann ich dann dafür einsetzen, meine Prozesse zu verbessern und den Automatisierungsgrad zu erhöhen.

Der richtige Fokus ist hier von extrem hoher Bedeutung: Betrifft eine technologische Fragestellung den Kern meines Unternehmens und der Firmenstrategie, sollte ich sie unbedingt selbst lösen. Alles andere sollte man vermutlich als Standardservice einkaufen. Somit kann sich die IT immer mehr auf Fachprozesse und deren Implementierung fokussieren – und muss immer weniger Zeit auf Infrastrukturthemen verwenden.

Wer also bei der Digitalisierung des Kerngeschäfts Konflikte vermeiden will, muss dieses unbedingt von der eigenen IT entwickeln lassen, weil nur sie alle spezifischen Details kennen kann. In gewisser Weise muss also jedes Unternehmen zum Tech-Unternehmen werden. Andernfalls kann die digitale Transformation nicht gemeistert werden.

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