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Jpeg XL: Das macht das neue Bildformat zum Schweizer Taschenmesser des Web

Mit Jpeg XL steht ein Bildformat vor der Standardisierung, das die sonst gängigen Standardformate ersetzen will. Statt PNG, Gif und Jpeg hieße es nur noch: Jpeg XL. Das könnte klappen.

3 Min. Lesezeit
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Jpeg XL will das universelle Bildformat werden. (Screenshot: Jon Sneyers/t3n)

Jpeg XL ist das neueste Format der Joint Photographic Experts Group (JPEG). Es soll nicht nur das bislang gängige Jpeg-Format beerben, sondern PNG und Gif gleich mit. Denn es unterstützt auch Transparenz und Bewegung, soll dabei aber viel effizienter arbeiten. Der Vorteil ergibt sich mithin nicht aus weniger Bilddaten und mehr Artefakten, sondern aus der gleichen Menge an Bilddaten wie zuvor mit einer besseren Organisation der Datei.

Effizientere Dateiorganisation holt um die 20 Prozent Dateigewicht raus

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Jpeg XL (JXL) verspricht aus einem gut komprimierten Jpeg-File weitere 16 bis 22 Prozent an Dateigröße rausquetschen zu können, ohne dabei an Bildqualität einzubüßen. Außerdem soll das zu JXL transkodierte Bild ohne Weiteres zurück zu Jpeg rücktranskodiert werden können. Damit spräche nichts gegen einen Ersatz von Jpeg durch Jpeg XL.

Auch PNG und Gif sollen durch simple Transkodierung ohne Verluste in Jpeg XL umgewandelt werden können. Auf diese Weise müssten Seitenbetreiber ihre Bilder nicht in einem Kraftakt neu erstellen, sondern könnten die Umstellung im laufenden Betrieb vom Codec machen lassen.

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Google hat bereits eine kleine Web-App veröffentlicht, auf der jedermann mit eigenen Bildern die XL-Kompression ausprobieren kann. Die Bearbeitung findet unter Verwendung von Webassembly komplett lokal statt. Dabei ist der Brunsli-Codec das Herzstück der Demo. Der holt das letzte Quäntchen Gewicht aus dem Jpeg, einfach, indem er den Dateicontainer effektiver packt – also ohne neuerliches Entfernen von Bilddaten. Die Demo unterstützt indes nur das Transkodieren von Jpeg zu JXL und umgekehrt.

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Das spricht für Jpeg XL

Jpeg XL steht kurz vor der Standardisierung und befindet sich im Zustand des Format-Freeze, des fertigen Formatmodells. Anders als Bildformate, die auf Videoformaten basieren, allen voran Heic und Avif, beherrscht Jpeg XL die progressive Anzeige.

Das Bild zeigt sich also zunächst in schlechter Auflösung, die sich mit dem Fortschritt des Downloads immer weiter verbessert. Bei Bildformaten auf Videobasis hingegen muss stets das gesamte Bild geladen sein, um überhaupt eine Anzeige zu erreichen. Damit ist Jpeg XL sehr viel besser als Webp, Avif oder Heic für hochauflösende Bilder auf mobilen Geräten mit ungeduldigen Nutzern geeignet.

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Statt vieler Formate: ein Jpeg XL. (Quelle: Jon Sneyers)

Neben der Transkodierung von Jpeg beherrscht Jpeg XL auch jene von PNG8/24 und Gif. Die Dateigröße soll dabei ebenfalls sinken. Im Gegensatz zu Googles Webp-Format ist Jpeg XL nicht auf acht Bit pro Farbkanal beschränkt. Der Einsatz des neuen Formats kann daher als wahrhaft universell möglich bezeichnet werden.

Die Joint Photographic Experts Group ist nicht unbedingt für ihre großen Erfolge bei der Einführung neuer Formate bekannt. So konnte sich etwa Jpeg2000 trotz technologischer Vorteile nie durchsetzen. Das lag an schlechter Vorbereitung und ungeschickter Patentnutzung.

Besonderer Fokus: Lizenz- und Patentfreiheit

Mit Jpeg XL hat die Gruppe daher von vornherein auf Open Source gesetzt und keine Patente Dritter tangiert. Auch eine Bibliothek zum Erzeugen und Anzeigen des Jpeg-XL-Formats steht von Beginn an unter Apache-2.0-Lizenz zur Verfügung. Damit soll eine rechtssichere und risikolose Implementation für jedermann gewährleistet sein. Bei Jpeg2000 waren Lizenzstreitigkeiten befürchtet worden. Ähnlich sieht es beim Bildformat Heic aus, das auf Heif und Hevc basiert und laut Jpeg-XL-Advokat Jon Sneyers von Cloudinary eine „patentrechtliche Katastrophe“ ist. Auch das Wettbewerbsformat Avif basiert unter anderem auf Heif und könnte daher einem Nokia-Patent unterliegen. Jpeg XL ist frei von solchen Risiken.

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Jpeg XL eignet sich entsprechend perfekt für das Web, will sich aber auch in allen anderen Bereichen etablieren, in dem bisher schon das Jpeg-Format regiert – etwa in der Fotografie. Dafür haben die Entwickler sämtliche Features implementiert, die auch der Vorgänger bietet. So unterstützt Jpeg XL etwa High-Dynamic Range (HDR), Bilder mit hoher Bittiefe und 360-Grad-Aufnahmen.

Die Referenz-Implementation zu Jpeg XL ist auf Gitlab verfügbar.

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Insomnia88

Ist klar. Webp ist auch in allen Punkten jpeg überlegen und trotzdem ist es kein Standard. Ebenso wird JpegXL kein Standard werden, solang es nicht von allen Geräten und Browsern unterstützt wird. Das ist das einzige Kriterium was zählt.

Antworten
Dieter Petereit

WebP basiert auf einem Video-Codec und hat ein potenzielles Lizenzproblem. Das dürfte die Vorsicht erklären.

Antworten
Alex

In allen Punkten? Der Artikel hat sich anders gelesen.
Und an Browsern muss heutzutage nur noch einer unterstützt werden. Etabliert er sich in chromium, ist der Rest Geschichte.

Antworten
Dieter Petereit

In allen Punkten ist übertrieben. Aus Websicht wäre aber wegen des fehlenden Progressivmodus WebP nur da eine Alternative, wo die Dateien vom Start weg extrem klein sind.

Insomnia88

Ich meine in allen Punkten, ja. Das ist einer der Gründe warum webp inoffizieller moderner Standard für Bildformate im Web geworden ist. Es ist kleiner, schneller und sieht besser aus als jpeg (nicht JpegXL). Im Artikel wird JpegXL mit webp verglichen – das ist was anderes. Ihr könnt mir ja gerne zeigen wo genau das klassische jpeg „besser“ sein soll. Ich arbeite quasi jeden Tag mit den Formaten und nach einer kurzen google suche, finde ich meine Aussage auch bestätigt …

Dieter Petereit

Ein Punkt wäre schon mal das Fehlen der Progressivanzeige. Gerade bei größeren Bildern ein Faktor.

Insomnia88

Das stimmt. Okay, in allen Punkten außer diesen. Das ist wirklich der einzige Kritikpunkt.
Allerdings ist es eine moderne Herangehensweise (große) Bilder durch Platzhalter zu ersetzen und diese nachträglich zu laden, was zu einem vergleichbaren Effekt würde. Immerhin ein workaround, wenn man es braucht.

Dieter Petereit

Ein weiterer Punkt ist, dass Jpeg XL den gesamten Bildzyklus abdecken kann, also schon in der Kamera entstehen soll, während WebP stets aus irgendeinem Ausgangsmaterial konvertiert werden muss.

Insomnia88

Ich habe ja auch von WebP im Vergleich zur aktuellen Konkurrenz (jpeg/png etc.) geredet und nicht zu JpegXL. Mein Argument war, dass WebP in allen Dingen besser ist (außer progressives laden) als der übliche standard (jpeg/png) und trotzdem kein Standard ist. Da es nicht viel damit zu tun hat, wie „gut“ ein Format ist sondern wie weit es unterstützt wird. Was für JpegXL alles kommen soll, ist nur Theorie und die Erfahrung aus der Praxis zeigt ein anderes Bild. Kann sein, dass sich JpegXL für Fotografie durchsetzen wird, es ging aber (auch in der Überschrift) ums Web und da sieht das ganz anders aus.
Wir werden sehen was kommt, ich bin höchst skeptisch ;)

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