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Kommentar

Keine Antwort auf Bewerbung? Eine bodenlose Frechheit!

Viele Bewerber erhalten auf ihre Unterlagen nicht mal eine Antwort. (Foto: Shutterstock)

Viele Menschen erhalten auf ihre Bewerbung keine Antwort – oft nicht mal eine Eingangsbestätigung. Eine bodenlose Frechheit.

Warum erhalten viele Bewerber von Unternehmen keine Antwort auf ihre verschickten Unterlagen? Oft sogar nicht mal eine Eingangsbestätigung? Bis vor kurzem hätte ich mir das noch lapidar so beantwortet: Personaler haben schlichtweg keine Zeit dafür.

Überrascht hat mich dann aber die Lektüre über die wahren Beweggründe: Denn oft stecken dahinter perfide Taktiken der Arbeitgeber. Die Rede ist von Optimierungswahn und Täuschungsmanövern. Aus Kostengründen werde auf Rückmeldungen verzichtet, das gesamte Bewerbermanagement auf Agenturen ausgelagert, die auf Absageschreiben pfeifen. Und noch schlimmer: Teilweise würden Stellen sogar nur zum Schein ausgeschrieben, um Wettbewerber zu verunsichern oder den eigenen Mitarbeiterstab unter Druck zu setzen. Das ist eine bodenlose Frechheit.

Viele Bewerber geben sich große Mühe, um ein glaubwürdiges und passgenau auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnittenes Anschreiben zu verfassen. Es werden Ratgeber bei Amazon bestellt, Freunde zum Korrekturlesen eingespannt oder teure Seminare gebucht. Nicht selten gehen ganze Wochenenden für Bewerbungen drauf. Ist doch alles selbstverständlich? Für viele Arbeitgeber vielleicht.

Von hochqualifizierten Arbeitssuchenden aus dem Freundeskreis aber weiß ich, dass dieser Vorgang keineswegs selbstverständlich ist. Er kostet unglaublich viel Energie, Disziplin – ja, auch Selbstbewusstsein. Vor allem dann, wenn man schon zum 50. Mal ein neues Bewerbungsdokument in Word erstellen muss und den Computer vor lauter Frust am liebsten durch den Gartenhäcksler jagen würde. Aber es hilft ja nichts. Die Hoffnung auf den Traumjob muss trotzdem aufrechterhalten werden.

Angesichts dieser Leistung ist ein höflich formuliertes Absageschreiben das Mindeste, was Bewerber erwarten können. Natürlich verhilft es ihnen auch nicht mehr zur gewünschten Stelle. Aber es nimmt die Bewerber wenigstens ernst und erlöst von der plagenden Ungewissheit, die oft nur zu panischen Nachfass-Anrufen in der Personalabteilung führen. Eine Zeitverschwendung für beide Seiten.

Also liebe Arbeitgeber: Bitte antwortet euren Bewerbern! Andernfalls braucht ihr euch über negative Mundpropaganda nicht wundern!

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4 Reaktionen
Carsten Jekel

Im ersten Halbjahr hatte ich erzwungenermaßen einen Bewerbungsmarathon zu bestreiten, an dessen Ende ich 100 Bewerbungen auf der Uhr hatte. Die Null-Reaktion-Quote lag bei 25 Prozent! Und es geht noch schlimmer: Ich hatte auch Null-Reaktionen bzw. ausbleibende Antworten nach persönlichen Vorstellungsgesprächen! Auf eine Bewerbung nicht zu antworten, ist das eine. Sich nach einem Vorstellungsgespräch nicht mehr zu melden ist einfach nur stillos, arrogant und arm. Aber ich bin sicher, das wird sich schon bald für diese Unternehmen rächen!
Inzwischen bin ich übrigens selbstständig...

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Franz Watzl

Das Thema so global zu behandeln halte ich für eine unseriöse Recherche.

Wenn Sie zu gewissen Saisonzeiten 10 Mail- Bewerbungen täglich bekommen die von Bewerbungsportalen als Sammelmail versandt werden, werden Sie schnell aufhören Bewerbungen zu beantworten. Wenn man dann noch mehrere Mailadressen hat bekommt man diese Bewerbungen auch noch mehrfach!

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Anneliese Schmidt

Dem muss ich widersprechen.

Wenn ein Unternehmen mit seinem eigenen Bewerbungsmanagement überfordert ist, ist genau dies die Stelle, an der neu strukturiert werden muss. Nicht zu reagieren ist einfach äußerst unhöflich.
Wenn der Beerber so agierte, bekäme er die Stelle nicht. Warum also darf das Unternehmen als solches sich so daneben benehmen?

Micha

"Und noch schlimmer: Teilweise würden Stellen sogar nur zum Schein ausgeschrieben, um Wettbewerber zu verunsichern oder den eigenen Mitarbeiterstab unter Druck zu setzen. "
Das ist nicht neu. Schaut in Unternehmen mit Konzernstrukturen - da wird nach außen ausgeschrieben und von innen besetzt. Da hat man als externer Bewerber null Chancen.
O-Ton: "Da kommst'e nur rein, wenn Deine halbe Familie schon drin ist."

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