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Tool-Tipp

Wie gut sind eigentlich KI-Bewerbungsbilder? Wir haben den Test gemacht

Die Remini-App wirbt mit KI-generierten Bewerbungsfotos auf Basis alter Smartphone-Bilder. Aber was kann das Tool wirklich und wofür gibt es Kritik? Ein Selbsttest.

4 Min.
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braucht bald niemand mehr klassische bewerbungsbilder? Das versprechen zumindest KI-Apps wie Remini. (Shutterstock / DC Studio)

Nicht selten startet ein Jobtrend auf Tiktok und sorgt für Wirbel auf Linkedin – so war das auch bei Remini. Die KI-App wirbt damit, aus alten Fotos auf dem Smartphone neue Bewerbungsfotos für den Lebenslauf zu generieren. Die Tiktokerin Gracesplace machte es 2023 in einem Clip für ihre Follower vor und generierte binnen weniger Tage über 50 Millionen Aufrufe. Der Hashtag #Remini brachte es sogar auf 1,4 Milliarden Aufrufe, zwischenzeitlich schaffte es die Remini-App auf Platz 1 in Apples App-Store.

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Natürlich lassen sich KI-generierte Bilder nicht nur für den Lebenslauf verwenden, auch in dem Karrierenetzwerk Linkedin nutzen Anwenderinnen und Anwender diese Bilder für Postings aller Art. Doch wie funktioniert die Anwendung? Was passiert mit den Bildern? Und können Berufstätige künftig wirklich teures Geld für einen professionellen Fotografen sparen? In einem Selbsttest ist t3n.de diesen Fragen nachgegangen.

Remini-App: Bewerbungsfotos per KI

Remini-App: Bild-KI generiert Bewerbungsbilder in Handumdrehen. (Foto: privat/Remini)

Hinter Remini steckt Bending Spoons. Das Unternehmen stammt aus Italien und hat eine Vielzahl an Bild- und Video-Apps im Portfolio, die mit generativer KI arbeiten. Die Entwicklerschmiede verspricht viel: „The only photo and video enhancer you’ll ever need“ prangt auf der dazugehörigen Website. Übersetzt bedeutet das, dass Nutzerinnen und Nutzer keine andere Bild-KI mehr benötigen werden. Möglich sei das „durch transformative Technologie, die qualitativ minderwertigen Inhalten ein atemberaubendes HD-Upgrade“ gibt.

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Remini generiert nicht nur Bilder, sondern wirbt auch damit, bestehende Fotos und sogar Videos zu verbessern – für unseren Test haben wir uns aber auf die KI-generierten Businessbilder beschränkt.

Wer die App herunterlädt, wählt zunächst im „AI-Fotos“-Bereich ein Modellthema aus – dazu zählen Kategorien wie Trendy, Asthetic sowie Curriculum, die sich in der ein oder anderen Ausfertigung allesamt für Bewerbungsfotos eignen sollen. Die KI-Personen stehen vor Bücherregalen oder in Bürogebäuden. Wer ruhigere Szenerien möchte, kann auch simple Farbhintergründe wählen. Die wirken wenig dramatisch. Als Nächstes fordert die App acht Fotos mit klar erkennbarem Gesicht aus der Handygalerie, um daraus passende KI-Schnappschüsse zu erstellen.

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Nutzerinnen und Nutzer können zunächst auf eine kostenlose Testversion zurückgreifen, die jedoch nach sieben Tagen endet und dann automatisch Geld kostet. Der Standardtarif beläuft sich auf zehn Euro pro Woche. Wer ein Jahresabo abschließt, kann sparen. In dem Fall sind es 3,50 Euro pro Woche. Wer nach der Testversion von dem Bezahlabo zurücktreten möchte, kann in den Einstellungen der App oder des Smartphones kündigen. Beim iPhone befindet sich die Funktion in den Einstellungen hinter der Apple-ID im Menüpunkt Abonnements.

Die Ergebnisse können sich indes sehen lassen, jedoch ist für das bloße Auge sofort sichtbar, dass es sich nicht um fotorealistisches, sondern eindeutig um KI-generiertes Material handelt.

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Remini-App: KI-Bilder offenbaren Fehler bei Ganzkörperaufnahmen. (Foto: Remini)

Was sofort auffällt: Die KI-Anwendung erstellt problemlos Porträtbilder, jedoch hat sie große Schwierigkeiten, fehlerfreie Ganzkörperaufnahmen zu generieren. Vor allem die Proportionen von Händen und Armen ist oft verzerrt. Hin und wieder fehlt ein Finger komplett. Das fällt beim oberflächlichen Betrachten nicht gleich auf, wer die Bilder jedoch genauer studiert, findet derartige Makel sofort. Auch das ist ein Grund, warum sich zumindest aktuell doch noch eher ein Fotoshooting bei einer Fotografin beziehungsweise einem Fotografen lohnt.

KI-App Remini: Es gibt Anlass zur Kritik

Und auch sonst muss sich Remini ein paar Kritikpunkten stellen: Datenschutztechnisch hält sich Bending Spoons als europäische Firma an die Datenschutz-Grundverordnung, allerdings speichert sie die Bilder auf den eigenen Servern. Die lokale Bearbeitung auf dem Smartphone ist nicht möglich. Zudem war die App 2023 in einen Shitstorm geraten, weil sie Nutzerinnen übersexualisiert. So kritisierte etwa die Anwenderin Lana Denina auf Tiktok, dass ihre KI-Bilder mit unnötig weitem Ausschnitt generiert wurden.

Derartige Vorwürfe gegenüber künstlicher Intelligenz sind keine Seltenheit. Die KI sei abhängig von den Daten, die in das System eingespeist werden, erklärt die Geschäftsführerin des KI-Bundesverbands, Vanessa Cann. „Sind die Daten bereits mit Vorurteilen behaftet und stellen sie ein bestimmtes Bild von Frauen dar, wird dieses dem System beigebracht und neu generierte Bilder werden entsprechend dargestellt.“ Auch andere gehypte Foto-Apps wie Lensa AI mussten sich in der Vergangenheit mit entsprechenden Anschuldigungen auseinandersetzen.

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Bewerbungsfotos keine Pflicht

In den vergangenen Jahren ist eine rege Diskussion um das Foto in den Bewerbungsunterlagen entstanden. Vor allem wird sie nicht nur im Zuge von Sexismus-, sondern auch von Rassismusdebatten geführt. Diversity-Manager kritisieren, dass es aufgrund des Aussehens und damit verbundenen Assoziationen zu Diskriminierungen kommt. Deshalb hat der Bundestag 2006 auch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) verabschiedet, wonach Arbeitgeber keine Fotos im Rahmen von Bewerbungen verlangen dürfen.

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Erfolgreicher im Job: Diese Apps helfen bei der Karriere Quelle: Mockuphone
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