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Wirbel um KI-generierte Kunst: Deutscher Künstler lehnt renommierte Auszeichnung ab

Der deutsche Künstler Boris Edagsen hat einen renommierten Fotografie-Preis abgelehnt. Der Grund: Das von ihm eingereichte Bild wurde nicht von ihm mit einer Kamera geschossen, sondern von einer KI erstellt.

Von Jennifer Caprarella
2 Min. Lesezeit
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Was ist Kunst und was KI? Ein Fotograf hat diese Grenzen nun ausgetestet (faithie/Shutterstock)

Die Debatte um Künstliche Intelligenz ist nun sogar in die Kunstwelt vorgedrungen. Der deutsche Künstler Boris Eldagsen hat ein KI-generiertes Bild bei dem renommierten Sony World Photography Award eingereicht – und gewonnen.

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Den Preis will Eldagsen aber gar nicht. Stattdessen wollte er mit der Einreichung des KI-Bildes ein Zeichen setzen.

In Feinarbeit kreiert – von einer KI

„The Eletrician“ heißt das Bild, mit dem Eldagsen einen der Preise bei dem internationalen Fotowettbewerb gewonnen hat. Es ist Teil einer Serie namens „Pseudomnesia: Fake Memories“, die an den Fotografie-Stil der 1940er Jahre erinnern soll.

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Der Name ist Programm, wie Eldagsen die Serie auf seiner Website erklärt, denn es handelt sich bei den Bildern um „falsche Erinnerungen aus der Vergangenheit, die nie existiert haben, die niemand fotografiert hat“. Sie seien 20 bis 40 mal mit verschiedenen Techniken wie „Inpainting“, „Outpainting“ oder „Prompt Whispering“ von KI-Bildgeneratoren überarbeitet worden.

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Ein Experiment, das eine Debatte auslösen soll

Wie die Veranstalter:innen des Fotowettbewerbs der BBC sagten, habe Eldagsen sie in die Irre geführt, was den KI-Anteil seines Projekts anbelangt. Dies dürfte jedoch Absicht gewesen sein.

In einem Statement auf seiner Website outete sich Eldagsen als „Frechdachs“, der aus einem bestimmten Grund teilgenommen hat. „Ich wollte herausfinden, ob Wettbewerbe dieser Art bereit für AI-Bilder sind. Das sind sie nicht“, schreibt Eldagsen.

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Eldagsen spricht von einem historischen Moment

„Danke, dass Sie mein Bild ausgewählt haben und dies in einen historischen Moment verwandelt haben“, schreibt Eldagsen in dem Beitrag. Denn zum ersten Mal sei ein KI-generiertes Bild bei einem internationalen Fotografie-Wettbewerb ausgezeichnet worden.

Dies dürfe jedoch nicht sein, wie er weiter schreibt, denn „es handelt sich um andere Gebilde. Es sind keine Fotografien. Deswegen werde ich den Preis nicht akzeptieren.“ Mit dieser Ablehnung hoffe er, die Debatte um KI in der Fotografie-Welt „zu beschleunigen“ und freue sich darauf, an dieser Debatte teilzunehmen.

Eldagsen hat ein waches Auge auf KI in der Kunst

Teil der Debatte ist Eldagsen ohnehin bereits. In einem Vortrag vor wenigen Wochen hat er von seinem Bestreben gesprochen, KI-Bildgeneratoren einem „künstlerisch-experimentellen Stresstest“ zu unterziehen.

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Dabei wolle er nicht nur überprüfen, welche Bilder sich mit Künstlicher Intelligenz erzeugen lassen, sondern auch die Konsequenzen für Fotograf:innen sowie die Gesellschaft untersuchen.

KI in der Fotografie: Die Debatte ist eröffnet

Eldagsen ist zwar zur Preisverleihung nach London gereist und gab seine „Dankesrede“ auch auf der Bühne – allerdings ohne Einladung. Dennoch scheint die andere Seite ebenfalls offen dafür zu sein, das Gespräch weiter zu vertiefen.

Zwar wurde Eldagsens Beitrag von der Website des Sony-Wettbewerbs entfernt, dies sei jedoch in Einklang mit dessen Wünschen, nicht mehr Teil davon zu sein, wie die Veranstalter:innen der BBC sagten. „Außerdem freuen wir uns auf eine tiefgreifende Diskussion zu diesem Thema und sind auf Boris‘ Wunsch nach einem Dialog eingegangen, indem wir eine besondere Fragerunde mit ihm für unsere Website vorbereiten.“ Der KI-Dialog in der Welt der Fotografie scheint endgültig eröffnet.

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