Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

KI soll Lizenzgebühren zahlen: Verleger mit deutlichen Forderungen

Chatbots können so ziemlich jede Frage beantworten. Dazu bedienen sich bei den Texten anderer. Für die Verlagsbranche ist das ein Problem – sie fordert daher einen finanziellen Ausgleich.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Die Verlagsbranche stört sich an der Nutzung ihrer Inhalte durch KI wie Googles Bard. (Foto: picture alliance / NurPhoto | Jaap Arriens)

Mit der Integration eines KI-Chatbots in Microsofts Suchmaschine Bing und dem geplanten Konkurrenzangebot von Google kommt die Technologie demnächst im Alltag von Millionen von Menschen an. Für Nutzer:innen ist es natürlich praktisch, wenn ihre Fragen direkt vom Chatbot beantwortet werden und das Klicken auf weiterführende Links unnötig wird.

Anzeige
Anzeige

Allerdings stammen die Informationen, an denen sich die KI bedient, nicht von deren Erstellern, sondern von Online-Publikationen, Bloggern und Foren-Nutzer:innen. Langfristig, so die Sorge, könnten Chatbots dafür sorgen, dass deren Angebote nicht mehr besucht werden, da die KI die Inhalte für die Nutzer:innen bereits zusammengefasst hat. Das Problem beschäftigt jetzt auch die hiesige Verlagsbranche.

Verlagsbranche: KI-Chatbots sollen nicht ungefragt Inhalte verwenden können

„Wenn die Google-Suche eigene KI-Inhalte gegenüber konkurrierenden Verlagsinhalten in Ranking, Ausführlichkeit und Sichtbarkeit bevorzugt, ist das eine Selbstbegünstigung und Diskriminierung der Wettbewerber durch einen Monopolisten“, warnt der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in einem Statement an den Tagesspiegel, das auch t3n vorliegt.

Anzeige
Anzeige

„Zusätzlich und unabhängig von einer solchen Selbstbevorzugung muss aber auch sichergestellt werden, dass die KI nicht die Leistung der Verlage und ihrer Redaktionen ausbeuten kann“, so das Statement. Gemeint ist, dass die KI auf redaktionelle Inhalte angewiesen ist, um bestimmte Fragen zu beantworten.

Die Anbieter, also beispielsweise Microsoft oder Google, müssten nach Ansicht des BDZV dann aber auch dafür bezahlen. „Wenn das geltende Recht dafür keine hinreichende Handhabe enthalten sollte, muss es angepasst werden“, fordert der BDZV.

Anzeige
Anzeige

Ähnlich äußert sich auch Markus Runde, Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft Corint Media. Wann immer urheberrechtlich geschützte Inhalte genutzt werden, müsse dafür eine Erlaubnis eingeholt werden. Außerdem müsse für die kommerzielle Nutzung der Inhalte bezahlt werden.

„Der Umstand, dass sogenannte KI bei der Erstellung ‚ihrer‘ Antworten das geistige Eigentum Dritter bis zur Unkenntlichkeit algorithmenbasiert ‚verrührt‘ und etwas anderes entsteht, ändert nichts an der vorangehenden Nutzung der Inhalte Dritter“, so Runde.

Anzeige
Anzeige

Bildergalerie: 15 lustige von KI generierte Bilder

15 lustige von KI generierte Bilder Quelle: Google

Seiner Ansicht nach müssten KI-Chatbots immer klar erkennbar zeigen, woher sie die dargestellten Informationen haben. Außerdem müsse es eine Zustimmungspflicht und eine finanzielle Entschädigung für die Urheber geben. „Das sind die legislatorisch zwingenden Mindeststandards, die der Gesetzgeber sehr zügig klarstellen sollte“, fordert Runde.

Der Streit um KI und Copyright hat längst begonnen

Kritiker:innen monieren immer wieder, dass kommerzielle KI-Anwendungen anhand von urheberrechtlich geschütztem Material trainiert werden, deren Ersteller:innen weder gefragt noch finanziell entschädigt wurden.

In den USA ist bereits eine Sammelklage wegen der Nutzung von Open-Source-Code zum Training von GitHubs KI-gestützter Programmierhilfe Copilot anhängig. In einer weiteren Sammelklage werden von Künstler:innen ähnliche Vorwürfe gegen die Bild-KI-Startups Stability AI und Midjourney erhoben.

Anzeige
Anzeige

In England wiederum klagt die Bilddatenbank Getty Images ebenfalls gegen Stability AI für die Nutzung ihrer Bilder und Meta-Daten beim Training der Bild-KI Stable Diffusion.

Langfristig wird es eine gesetzliche Lösung geben müssen

Wie die Klagen in den USA und England ausgehen, bleibt ungewiss. Langfristig wird das Thema den Gesetzgeber beschäftigen müssen. Denn die Rechtsstreitigkeiten machen deutlich, dass es dringend eines Kompromisses bedarf, mit dem beide Seiten leben können.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige