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Bewerbung in 15 Sekunden – so klappt das Mobile Recruiting

Unterwegs den Traumjob entdeckt? 76 Prozent der Fachkräfte nutzen bereits heute ihr Smartphone für den Erstkontakt zum Unternehmen. (Foto: Maria Savenko/Shutterstock)

Dass der Dino unter den Bewerbungsverfahren, die klassische Papiermappe, ausstirbt, bezweifelt niemand mehr. Eine aktuelle Studie zeigt, dass auch Online-Bewerbungsformulare oder die gängige E-Mail-Bewerbung bereits Schnee von gestern sind.

Alle sieben Minuten greifen wir zum Smartphone. Wir kommunizieren, shoppen und erledigen Bankgeschäfte mobil. Da scheint es nur logisch, auch den neuen Arbeitsplatz via Smartphone zu finden. Das bestätigt eine aktuelle Mobile-Recruiting-Studie vom Stellenmarkt Meinestadt.de. Sie zeigt, dass bereits 76 Prozent der befragten Fachkräfte das Smartphone schon heute als bevorzugtes Endgerät für die Jobsuche nutzen. Auch der Wunsch, sich direkt mit dem Handy zu bewerben, nimmt deutlich zu. So recht angekommen ist das bei den Unternehmen jedoch noch nicht. Nicht einmal bei einem Drittel von ihnen ist der Bewerbungsprozess mobilfähig. Diese zögerliche Haltung könnte Arbeitgeber langfristig Wettbewerbsvorteile kosten: Aktuell springt jeder zweite Kandidat ab, wenn Stellenanzeigen und Karriereseiten nicht mobil angepasst sind. Doch wie kann es besser gehen?

Die Studie fragt 1.520 Fachkräfte mit Berufsausbildung unter anderem, wie so ein mobiler Bewerbungsprozess aussehen sollte. Dabei kristallisieren sich vier Punkte heraus:

1. Sich vom Anschreiben verabschieden

Das mobile Zeitalter läutet in den Bewerbungsprozessen das Ende des klassischen Anschreibens ein. Der Abschied dürfte nicht schwerfallen: Sein Wert für die Kandidatenauswahl gilt als gering – insbesondere bei Fachkräften. Bei vielen Jobs stellt sich tatsächlich die Frage, ob ein Anschreiben überhaupt erforderlich ist – beispielsweise bei Handwerkern oder Logistikern. Jede zweite Fachkraft gibt an, dass das Anschreiben eine „große Hürde“ darstellt. Auffällig viele Teilnehmer vergleichen das Erstellen eines Anschreibens sogar mit einer „Schulprüfung“ oder einem „Besuch beim Zahnarzt“.

2. Die 15-Sekunden-Bewerbung

Mit einem Fingertipp die Daten aus dem eigenen Karriereprofil in einem Business-Netzwerk direkt in das Bewerberformular des Unternehmens übertragen – so stellen sich Kandidaten den Erstkontakt im Bewerbungsverfahren vor. Lebenslauf hochladen, Interesse bekunden, fertig. Große Unternehmen springen langsam auf diesen Zug auf. Bei der Daimler-Tochter Daimler TSS beispielsweise sind die sogenannten One-Click-Bewerbungen beziehungsweise die 15-Sekunden-Bewerbung ausdrücklich erwünscht. Für die mobile Bewerbung braucht es auf Arbeitgeberseite neue, abgespeckte Lösungen, die die Hürden im Erstkontakt minimieren. So hilft ein Filter, beispielsweise ein vorgeschalteter kurzer Fragenkatalog, dabei, die Auswahl sowohl für den Kandidaten als auch für den Arbeitgeber leichter und effizienter zu gestalten.

3. Mobile Bewerbungen in der Kommunikation aufwerten

Bewerber brauchen das Gefühl, dass ihre mobile Bewerbung willkommen ist. Sonst werden sie das Angebot nicht nutzen. Arbeitgeber müssen glaubhaft machen, dass die mobile Kurzbewerbung eine „seriöse Bewerbung“ ist, indem Unternehmen die neuen Bewerbungsformate konsequent unterstützen und in ihrer Außenkommunikation bewerben. So steigt die Akzeptanz der mobilen Formate und es entwickelt sich das nötige Vertrauen der potenziellen Kandidaten.

4. Schneller werden

Schnelligkeit ist ein Grundpfeiler der mobilen Kommunikation. Same-Day-Delivery und sofortige Verfügbarkeit sind nicht nur im privaten Alltag Normalität, sondern greifen – wenn auch noch nicht ganz so krass – auch auf den Bewerbungsprozess über. Eingangsbestätigung nach zwei, erstes Gespräch nach sechs Wochen sind jedenfalls keine Option mehr. Darauf müssen Arbeitgeber reagieren, wenn sie hochqualifizierte Kandidaten nicht verprellen wollen. Schon heute erwarten zwei Drittel der Bewerber innerhalb einer Woche eine konkrete Rückmeldung, wie es weitergeht.

Mehr zum Thema: Anonymes Recruiting: Diese Job-App kämpft gegen Diskriminierung von Bewerbern

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5 Reaktionen
LD

Im übrigen schafft hier auch http://www.truffls.de Abhilfe. Hier geht bewerben per swipe in unter 15 Sekunden und die Jobs sind zum Profil passend :)

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Nikolai Schulz

Da ich gerade selbst auf der Suche in München bin, entweder wieder im IT-Vertrieb oder gerne auch im Non-Profit-Sektor (viel Erfahrung in beiden Bereichen vorhanden), gerne wieder im Home-Office, frage ich mich ob 15 Sekunden im Verhältnis stehen zu der Tätigkeit, der Aufgabe, vielleicht gar der Berufung, in der man dann täglich 8 lange Stunden verbringt, meist über lange Jahre hinweg. Muss alles "Fast" sein heutzutage? Slow Food ist oft besser als Fast Food :)..

Auch aus Arbeitgebersicht würde mir durch eine Begründung erläutert, warum ich diesen Kanditaten überhaupt zu einem einladen soll.

Natürlich ist es sinnvoll, ein wenig disruptiv die Branche aufzumischen, alte Zöpfe abzuschneiden, aber ein kurzes Anschreiben sollte schon machbar sein, oder verdummen wir alle ein wenig durch die Digitalisierung?

Ein interessanter Ansatz ist der von Talentcube https://talentcube.de/, auch hier aus München, Bewerber beantworten drei Fragen per Smartphone und filmen sich dabei, so kann sich der Arbeitgeber gleichzeitig ein recht gutes Bild machen.

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Till Tauber

Bisher war es vor allem die Deutsche Bahn AG, die aufgrund des Verzichts auf das Anschreiben in den Medien stand. Natürlich ist gerade das Anschreiben für viele Bewerber mit Kopfschmerzen verbunden und in manchen Berufen mit Sicherheit obsolet.

Dennoch wird der Kommunikation in vielen Branchen ein hoher Stellenwert beigemessen - und genau dort wird man vermutlich nicht auf das Anschreiben verzichten wollen. Informationen wollen dort klar kommuniziert und auf den Punkt gebracht werden. Man stelle sich nur einen Bankberater vor, der mit dem Schreiben von E-Mails an die zu betreuuenden Kunden überfordert ist. Oder einen BWLer, der nicht in der Lage ist, einen Business Plan schriftlich zusammenzufassen...

Das Anschreiben ist gewissermaßen eine Art kleine Arbeitsprobe und soll zeigen, dass man über bestimmte Kommunikationsfertigkeiten in der schriftlichen Korrespondenz verfügt. Als Bewerbungsschreiber habe ich bisher noch nie erlebt, dass sich ein WhatsApp-Schreibstil im Bewerbungskontext ausgezahlt hätte. Selbst in Handwerkerberufen kann ein gut formuliertes Anschreiben den schnellen Weg ins Vorstellungsgespräch ebnen!

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Katleen Dank

Und wenn es ein anderes Unternehmen sein soll und man kein Anschreiben mehr verfassen möchte, gibt es auch Abhilfe ;)

http://www.jobufo.com/to-store

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UC

Die Daimler Tochter heißt "Daimler TSS" und nicht "Daimler TTS" und hier gehts zur 15-Sekunden Seite https://www.daimler-tss.com/de/karriere/bewerben-in-15-sekunden/

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