Anzeige
Anzeige
News

Klimawandel gefährdet Satelliten im Erdorbit stärker als befürchtet

Der vor allem vom Menschen verursachte Klimawandel hat auch Auswirkungen auf die Atmosphäre unseres Planeten. Den im Orbit kreisenden Satelliten droht eine erhöhte Kollisionsgefahr – und zwar schneller als bisher befürchtet.

2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige
Satelliten: Kollisionsgefahr nimmt zu – dank Klimawandel. (Foto: Shutterstock/3Dsculptor)

Es klingt erst beim genaueren Überlegen logisch. Aber der durch Treibhausgasemissionen menschengemachte Klimawandel heizt die Erde auf und sorgt zugleich dafür, dass sich die unseren Planeten umgebende Atmosphäre abkühlt. Das wiederum hat zur Folge, dass die Atmosphäre dünner wird.

Anzeige
Anzeige

Steigende CO2-Konzentration kühlt Atmosphäre

Den Effekt der abkühlenden Wirkung der steigenden CO2-Konzentration in der Atmosphäre sowie die dadurch sinkende Dichte hatten die Forscher Raymond Roble und Robert Dickinson schon 1989 vorhergesagt. Eine 2006 erschienene Studie prophezeite ein Abnehmen der Dichte der äußeren Atmosphärenschicht bis 2017 um drei Prozent.

Schon damals wurde auch festgehalten, dass die sinkende Dichte auch Auswirkungen auf die Raumfahrt, etwa Satelliten hat. Denn in einer dünneren Atmosphäre herrscht weniger Reibung und damit ein geringerer Widerstand. Das wiederum sorgt dafür, dass der Weltraummüll sich länger in der Erdlaufbahn aufhält und damit Satelliten länger gefährdet.

Anzeige
Anzeige

Atmosphäre wird doppelt so schnell dünner

Eine neue, im Fachmagazin Geophysical Research Letters veröffentlichte Studie dürfte jetzt noch einmal die Sorge der Satellitenbetreiber und Raumfahrtbehörden verstärken. Die Wissenschaftler:innen haben damit eigenen Angaben zufolge die erste realistische Vorhersage der Auswirkungen des Klimawandels auf die obere Atmosphäre (90 bis 500 Kilometer) für die kommenden 50 Jahre erstellt.

Demnach werde die obere Atmosphäre in den kommenden 50 Jahren doppelt so schnell an Wärme und Dichte verlieren wie in den vergangenen 50 Jahren. Für die Berechnungen nutzten die Forscher:innen um Ingrid Cnossen vom britischen Natural Environment Research Council Computermodelle, die sie mit Klima-, Emissions- und Atmosphärendaten speisten.

Anzeige
Anzeige

Tausende Satelliten in der Erdatmosphäre

Derweil habe sich die Zahl der aktiven und defekten Satelliten im unteren Erdorbit (bis 2.000 Kilometer) in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Getrieben vor allem von Satellitenformationen wie jener von SpaceX (Starlink) umkreisen aktuell über 5.500 Satelliten die Erde.

Das sind die 18 besten Bilder aus dem Weltall Quelle: NicoElNino/Shutterstock

Eigentlich, so die Regeln des Inter-Agency Space Debris Coordination Committee, sollen Satellitenbetreiber sicherstellen, dass Satelliten nach ihrer aktiven Zeit innerhalb von 25 Jahren auf dem Weg zur Erde verglühen. Die dünner werdende Atmosphäre macht die derzeitigen Planungen aber obsolet, wie Gizmodo schreibt.

Anzeige
Anzeige

Weltraummüll bleibt länger in Erdumlaufbahn

Auch Weltraummüll bleibt damit länger in der Erdumlaufbahn und eine Gefahr für Satelliten oder Raumstationen wie die ISS. Die Nasa schätzt, dass derzeit schon mehr als 23.000 Trümmerstücke, die größer als ein Softball sind, in einer niedrigen Erdumlaufbahn zirkulieren. Dazu gesellen sich 100 Millionen winzige Stücke. Und: Jede Kollision erzeugt noch mehr Müll.

Es sei jetzt an der Zeit, dass Satellitenbetreiber und Behörden reagierten, so die Forscher:innen. „Ich hoffe, dass diese Arbeit dazu beitragen wird, geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung des Problems des Weltraummülls zu ergreifen“, so Cnossen.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige